Digitaler Produktpass (DPP) und Batteriepass

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Emanuel Chibesakunda

Emanuel Chibesakunda
Partner, Nachhaltigkeitsberatung bei PwC Deutschland
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DPP-ready für die EU-Ökodesign- und Batterieverordnung

Der digitale Produktpass (DPP) wird in den kommenden Jahren für viele Produktgruppen verpflichtend und bildet einen zentralen Baustein der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR). Gleichzeitig führt die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 ab 2027 – als ersten konkreten Anwendungsfall eines DPP – einen digitalen Batteriepass ein. Unternehmen müssen detaillierte Produkt-, Material- und Nachhaltigkeitsdaten strukturiert erfassen, digital bereitstellen und über den gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisieren – von F&E und Produktdesign über Produktion und Supply Chain bis hin zur Markteinführung, Nutzung, Second Life und Recycling. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben drohen Sanktionen und Abmahnungen.

Das stellt hohe Anforderungen an Datenqualität, Prozesse, IT-Systeme und die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette. Insbesondere batterieintensive Branchen (z. B. Automotive, Maschinenbau, Energie, Mikromobilität) müssen frühzeitig klären, wie sie die Batteriepass-Anforderungen mit den kommenden DPP-Pflichten aus der EU-Ökodesign-Verordnung verzahnen, um Doppelaufwände zu vermeiden. Gleichzeitig eröffnet der DPP neue Möglichkeiten: von effizienteren Compliance-Prozessen über Transparenz für Kunden bis hin zu zirkulären Produktportfolios und Geschäftsmodellen.

Wir unterstützen Sie dabei, Ihr Unternehmen frühzeitig DPP-ready zu machen – regulatorisch, technologisch und geschäftsstrategisch. Unsere interdisziplinären Teams aus Recht & Compliance, Nachhaltigkeit, Supply Chain, Technologie und Transformation entwickeln mit Ihnen eine integrierte Lösung für den digitalen Produktpass und Batteriepass.

„Der DPP wird für Unternehmen zum zentralen Hebel, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen, Vertrauen in nachhaltige Produkte zu stärken und Innovation entlang der gesamten Lieferkette zu fördern.“

Emanuel Chibesakunda,Partner im Bereich Nachhaltigkeitsberatung bei PwC Deutschland

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DPP & Batteriepass: Die neue Industrie-Realität – sind Sie bereit?

Was Sie jetzt zum digitalen Produktpass und Batteriepass wissen müssen

Viele Unternehmen stehen aktuell vor zentralen Umsetzungsfragen:

  • Welche Unternehmen und Produkte müssen die Anforderungen des DPP erfüllen und bis wann?
  • Welche zusätzlichen Pflichten ergeben sich durch die EU-Batterieverordnung und den digitalen Batteriepass?
  • Welche Strategie braucht es, damit der DPP sowohl regulatorische Sicherheit schafft als auch Produktinnovation und neue Geschäftsmodelle ermöglicht?
  • Wie lässt sich die Organisation darauf vorbereiten, diese Transformation erfolgreich umzusetzen?

Unsere interdisziplinären Expert:innen bieten Ihnen Orientierung.

DPP-Betroffenheit von Unternehmen und Produktgruppen

Der DPP wird für viele wirtschaftlichen Akteure („Economic Operators“) verpflichtend, die Produkte auf den europäischen Markt bringen – von Herstellern über Importeure bis hin zu Händlern. Er betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine und mittelständische Betriebe entlang der gesamten Lieferkette. Damit wird der DPP zu einer gemeinsamen Aufgabe der gesamten Wertschöpfungskette. Die EU-Batterieverordnung knüpft daran an: Für bestimmte Batterieklassen (u. a. EV-, LMT- und industrielle Batterien > 2 kWh) wird der digitale Batteriepass ab 18. Februar 2027 verbindlich und macht die Rolle der Economic Operators noch konkreter.

Im Rahmen der ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) wird der DPP schrittweise für große Teile des europäischen Produktmarktes eingeführt. Die Umsetzung erfolgt über delegierte Rechtsakte, die für jede Produktgruppe spezifische Datenanforderungen und Umsetzungsfristen festlegen. Für Batterien sind viele Inhalte bereits heute durch die EU-Batterieverordnung spezifiziert: Der Batteriepass muss unter anderem über einen QR-Code zugänglich sein, definierte Leistungs-, CO₂-, Material- und Recyclinginformationen enthalten und über eine zentrale EU-Registry verwaltet werden. Darüber hinaus werden über weitere delegierte Rechtsakte unter der EU-Ökodesign-Verordnung schrittweise DPP-Anforderungen für zusätzliche priorisierte Produktgruppen, etwa Textilien, Elektronik, Möbel oder Verpackungen, definiert.

  • Batterien (mit Batteriepass gemäß EU-Batterieverordnung)
  • Textilien
  • Aluminium & Stahl
  • Autoreifen
  • Reinigungsmittel
  • Möbel und Matratzen
  • Elektronik- und IKT-Geräte

Orientierende Zeitachse (Stand 2025)

EU-Ökodesign-Verordnung & Digitaler Produktpass: 

Die EU-Ökodesign-Verordnung tritt in Kraft (Juli 2024); im April 2025 veröffentlicht die Europäische Kommission den ersten Arbeitsplan 2025–2030 mit priorisierten Produktgruppen (u. a. Textilien, Möbel, Reifen, Matratzen, Eisen & Stahl, Aluminium).

Erlass der ersten produktbezogenen delegierten Rechtsakte unter der EU-Ökodesign-Verordnung (voraussichtlich: Eisen & Stahl 2026, Textilien und Reifen 2027, Möbel und Aluminium 2028, Matratzen 2029).

Nach jeweils mindestens 18 Monaten Übergangsfrist werden für die ersten priorisierten Produktgruppen DPP- und weitere Ökodesign-Anforderungen verbindlich eingeführt.

Für den Großteil der priorisierten Produktgruppen sollen Ökodesign- und DPP-Anforderungen festgelegt sein. Die vollständige Umsetzung läuft je Produktgruppe in die frühen 2030er-Jahre hinein.

EU-Batterieverordnung & Batteriepass: 

Inkrafttreten der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 und Übergangsphase, in der die bisherige Batterierichtlinie schrittweise abgelöst wird.

Pflicht zum digitalen Batteriepass (inkl. QR-Code) für LMT-Batterien, EV-Batterien und industrielle Batterien > 2 kWh.

Weitere Verschärfungen, u. a. zu Mindest-Rezyklatanteilen, CO₂-Fußabdruck-Performance-Klassen und höheren Sammelquoten für verschiedene Batterieklassen.

Der digitale Produktpass (DPP) wird so schrittweise zum verbindlichen Standard für eine wachsende Zahl von Produktgruppen, während der Batteriepass als First Mover zeigt, wie ein sektoraler DPP in der Praxis funktioniert.

Grafik: Digitaler Produktpass (DPP) und Batteriepass

DPP verbindet Pflicht und Potenzial

Der DPP vereint gesetzliche Verpflichtungen mit strategischem Potenzial und fungiert zugleich als Effizienztreiber.

Grafik: Digitaler Produktpass (DPP) und Batteriepass

Je nach Industrie eröffnet der digitale Produktpass unterschiedliche Mehrwerte: Ob Textilien, Elektronik, Möbel oder industrielle Komponenten – jede Branche profitiert von eigenen Use Cases und datenbasierten Möglichkeiten entlang des Produktlebenszyklus. Im Batteriebereich reicht dies von transparenter CO₂-Bilanzierung und der Erfüllung von Lieferkettensorgfaltspflichten über Second-Life-Anwendungen (z. B. stationäre Speicher) bis hin zu effizienteren Recyclingprozessen, bei denen Batteriepassdaten den Materialrückgewinn deutlich erleichtern.

Anforderungen an Unternehmen

Die konkrete Ausgestaltung der delegierten Rechtsakte und technischen Standards für den DPP befindet sich noch in der Entwicklung und wird schrittweise ab 2026 veröffentlicht. Auf Basis unserer PwC-Analysen lassen sich jedoch bereits heute zentrale Anforderungen ableiten, die Unternehmen erfüllen müssen, um einen DPP bereitstellen zu können:

Grafik: Digitaler Produktpass (DPP) und Batteriepass

Der DPP wirkt als unternehmensweite Veränderung: Er beeinflusst Produktdesign, Materialauswahl, Lieferantenmanagement, Datenprozesse und Marktkommunikation. Gleichzeitig fordert er ein hohes Maß an Koordination mit Lieferkettenpartnern. Betroffen sind insbesondere F&E, Produktentwicklung, Einkauf, Qualität, Produktion, Logistik, Vertrieb, After-Sales sowie Recycling/Reverse Logistics. Unternehmen sollten frühzeitig definieren, welche Funktionen welche Daten im DPP bzw. Batteriepass verantworten und wie Governance, Prozesse und IT zusammenwirken. Die bedeutende Rolle des DPP und die Dynamik der globalen Entwicklungen machen einen frühen Start unerlässlich.

„Warten ist keine Option. Jetzt ist der Moment zu handeln: Wer den DPP früh vorbereitet, reduziert Komplexität und schafft die Grundlage für effiziente Prozesse und neue Geschäftsmodelle.“

Emanuel Chibesakunda,Partner im Bereich Nachhaltigkeitsberatung bei PwC Deutschland

Wir bieten Ihnen ein modulares und maßgeschneidertes Angebot

DPP-Readiness-Assessment

Wir analysieren Ihr Produktportfolio, Ihre Lieferkette, Ihre Datenlandschaft und die Systemarchitektur und führen ein DPP-Reifegrad-Assessment durch, um Betroffenheit, Reifegrad sowie zentrale Lücken und Risiken zu identifizieren. Dabei betrachten wir sowohl horizontale Anforderungen der Ökodesign-Verordnung als auch die spezifischen Pflichten der EU-Batterieverordnung (inkl. Batteriepass) für Ihre relevanten Batterie-Use-Cases.

DPP-Strategie & Roadmap

Wir entwickeln Ihre DPP-Strategie, die Compliance und Wertschöpfungsziele vereint. Dafür definieren wir Maßnahmen, übersetzen regulatorische Vorgaben in Innovation, schaffen KPIs und hinterlegen die Transformation mit einem belastbaren Business Case. Das Ergebnis: eine integrierte Roadmap, die DPP-Pflichten aus der EU-Ökodesign-Verordnung, Produktanforderungen und weitere produktbezogene Regulierungen (z. B. EU-Verpackungsverordnung) zu einem konsistenten Zielbild verbindet.

DPP-Daten- & Systemarchitektur

Wir entwickeln Ihre DPP-konforme Daten- und Systemarchitektur. Diese bildet alle relevanten Informationen (Material, CO₂, Recycling) strukturiert ab und integriert Ihre Systeme. Gemeinsam evaluieren und wählen wir das passende DPP-System für Ihre Anforderungen aus. Dabei können, je nach Produkt und Regulierung, weit über hundert einzelne Datenattribute erforderlich werden. So schaffen wir eine skalierbare technische Basis für alle zukünftigen regulatorischen Anforderungen.

Lieferkette & Stakeholder

Wir unterstützen Sie bei der Einbindung von Lieferanten und internen Stakeholdern – von der Sensibilisierung bis zur Umsetzung. So sichern wir hohe Datenqualität und reibungslose Prozesse. Wir entwickeln ein Governance-Modell, das Verantwortlichkeiten und Freigaben regelt. Im Batteriebereich adressieren wir zum Beispiel auch Sorgfaltspflichten in der Lieferkette (Due Diligence) und stellen sicher, dass Batteriepass- und DPP-Daten konsistent über alle Stufen hinweg bereitgestellt werden.

DPP-Pilot & Skalierung

Wir begleiten Sie bei Ihrem ersten DPP-Piloten: von der Produktauswahl über den Datenaufbau bis zur technischen Abbildung im System. Aus den Erkenntnissen entwickeln wir ein skalierbares Betriebs- und Integrationsmodell für weitere Produkte, Werke oder Regionen. Ein typischer Einstieg sind Batterie-Use-Cases (z. B. EV- oder Industriebatterien), da der Batteriepass ab 2027 verpflichtend wird. So schaffen wir einen belastbaren Startpunkt für Ihre nachhaltige, unternehmensweite DPP-Implementierung.

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