Zwei Drittel der Deutschen stehen neuen Technologien am eigenen Arbeitsplatz positiv gegenüber

10 September, 2019

PwC-Studie: Mehr als 50 Prozent der Befragten fürchten eine Veränderung oder Gefährdung ihres Arbeitsplatzes durch Automatisierung innerhalb der nächsten zehn Jahre / 70 Prozent sind überzeugt, dass neue Technologien ihre Arbeit verbessern werden; 42 Prozent sehen mehr Chance als Risiko hinsichtlich Automatisierung / Grundsätzliches Interesse an digitaler Fortbildung besteht - Unterstützung durch den Arbeitgeber ist gewünscht

Düsseldorf, 10. September 2019

Automatisierung und neue Technologien gehören längst zum Alltag der meisten Menschen. Auch wenn die Deutschen mehrheitlich (53 Prozent) davon überzeugt sind, dass Automatisierung grundsätzlich ihren Arbeitsplatz innerhalb der nächsten zehn Jahre erheblich verändert oder Arbeitsplätze insgesamt gefährdet (57 Prozent) werden, sehen sie für sich selbst positiv in die Zukunft: 70 Prozent vertreten sogar die Ansicht, neue Technologien werden ihre tägliche Arbeit verbessern. Und für 42 Prozent der Deutschen bieten neue Technologien und Automatisierungen am Arbeitsplatz mehr Chancen als Risiken. Nur etwas mehr als ein Zehntel der Befragten macht sich Sorgen um den Job. Zudem hat die Mehrheit der Bundesbürger Lust auf Fortbildung. Aber nur rund ein Drittel der Beschäftigten werden über den Arbeitgeber fit gemacht für die digitale Zukunft. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue, weltweit durchgeführte PwC-Studie „Upskilling Hopes and Fears“, die 22.094 Erwachsenen zu den Auswirkungen der Automatisierung auf die Beschäftigung befragte.

Deutsche haben Lust auf Weiterbildung

Für 57 Prozent der Befragten in Deutschland steht es außer Frage, dass sie – insofern ihr Arbeitsplatz gefährdet wäre – ein Vollzeit-Training in Anspruch nehmen würden. 79 Prozent der deutschen Erwachsenen bilden sich bereits weiter – davon erweitern 58 Prozent ihre digitalen Skills selbstständig, während 28 Prozent Weiterbildungsangebote ihrer Arbeitgeber wahrnehmen. Dabei ist die Unterstützung durch das eigene Unternehmen sehr wichtig. 81 Prozent der Arbeitnehmer würden Weiterbildungsmöglichkeiten von ihrem Arbeitgeber zum besseren Verständnis und der Nutzung von Technologien wahrnehmen. Ein klarer Appell an die Unternehmen.

„Unsere Welt ist hochkomplex. Tendenz steigend. Veränderungen stehen auf der Tagesordnung. Deshalb ist es so wichtig, nicht mit Furcht oder Skepsis, sondern positiver Neugierde Veränderungen und Innovationen zu begegnen sowie mitzugestalten. Es ist auch Aufgabe der Unternehmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch individuelles Lernen zu unterstützen, digitale Fähigkeiten zu erlernen oder deutlich auszubauen. So können wir Deutschland gemeinsam fit machen für die digitale Zukunft.“

Dr. Ulrich Störk, Sprecher der Geschäftsführung der PricewaterhouseCoopers GmbH

Demografische Unterschiede bei der Einstellung zur Automatisierung

Rund 50 Prozent der befragten deutschen Männer sind überzeugt, dass neue Technologien mehr Chance als Risiko bergen. Sie gehen davon aus, dass sich Automatisierung positiv auf die Arbeitsplätze auswirkt und ihre Beschäftigungsaussichten verbessert. Im direkten Vergleich dazu teilen nur 35 Prozent der Frauen diese Auffassung.

Die Einstellung zur Digitalisierung scheint zudem eine Generationenfrage zu sein. 68 Prozent der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren glauben, dass Technologien ihre Arbeitsplätze in den nächsten drei bis fünf Jahren verändern werden. Nicht einmal die Hälfte der über 55-Jährigen teilt diese Meinung. Und doch sind sich alle Befragten einig: Wenn, dann werden die Technologien die tägliche Arbeit insgesamt zum Besseren verändern. Bei den 18- bis 34-Jährigen sagen dies 78 Prozent, bei den 35- bis 54-Jährigen 68 Prozent und bei den Befragten über 55 liegt der Wert bei 61 Prozent. Die Generationen eint zudem, dass sie sich durch ihren Arbeitgeber oder unabhängig von der Arbeit weiterbilden – 83 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 34, 77 Prozent bei den Probanden zwischen 35 und 54 sowie 75 Prozent der Befragten 55+.

Größter Technologie-Optimismus in Asien

Im internationalen Vergleich der Studienergebnisse fällt auf: Arbeitnehmer in China und Indien sind bei weitem am optimistischsten in Bezug auf die Auswirkungen der Technologie. Und das, obwohl sie am ehesten denken, dass sich ihre Arbeitsplätze deutlich verändern werden. Unternehmen dieser Regionen nehmen zudem eine Vorreiterrolle in Sachen Weiterbildungsangebote ein: Rund 97 Prozent der Arbeitnehmer erhalten Möglichkeiten zur Weiterbildung. „Wissen um Automatisierung und neuen Technologien führt scheinbar dazu, dass wir Menschen den Herausforderungen der Digitalisierung mit mehr Mut entgegentreten”, sagt Störk. „Das ist ein interessantes Ergebnis, von dem wir lernen können. Wichtig ist: Mensch und Maschine bekämpfen sich nicht. Gerade in Deutschland müssen wir lernen, die Chancen zu sehen, aufhören, die Digitalisierung zu verteufeln und uns mit der gleichen Begeisterung digital fortbilden wie in den USA und Asien. Wir Unternehmen sind hier in der Pflicht.“

Hinweise zur Studie:

Die Upskilling Hopes-and-Fears-Studie wurde von Opinium für PwC durchgeführt. Insgesamt wurden 22.098 Erwachsene (Rentner ausgenommen) in 11 Ländern befragt: Australien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Niederlande, Polen, Singapur, Südafrika, UK, USA.

Kontext:

Vor dem Hintergrund des digitalen Zeitalters verändern sich die Art der Arbeit und die dafür erforderlichen Fähigkeiten. Angesichts der Tatsache, dass Millionen von Jugendlichen mit eingeschränkten Perspektiven und Arbeitslosigkeit konfrontiert sind, wird es für sie notwendig, Fähigkeiten zu entwickeln, die im digitalen Zeitalter zunehmend gefragt sind. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt finanziell den EQUALS Digital Skills Fund des World Wide Web, der Initiativen zur Förderung digitaler Kompetenzen für Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Mehr Infos dazu hier.

 

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