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Startups in Baden-Württemberg: Regionalauskopplung des DSM

Deutscher Startup Monitor 2021: Gründer:innen finden in „The Länd“ gute Standortbedingungen

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Marcus Nickel

Marcus Nickel
Standortleiter PwC Stuttgart
Tel.: +49 175 9365908
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Startup-Land Baden-Württemberg: Die Netzwerke funktionieren, aber die Finanzierung stockt

Nicht nur in Berlin und München finden deutsche Gründer:innen gute Bedingungen vor, auch in „The Länd“ lässt sich durchaus ein erfolgreiches Startup aufbauen: Zwei von drei baden-württembergischen Entrepreneuren bewerten das Startup-Ökosystem im Bundesland positiv.

Eine große Stärke sind die guten Netzwerke zur etablierten Wirtschaft, zu anderen Startups und potenziellen Kunden. Der Zugang zu Kapital und Personal ist für die Gründer:innen im Südwesten Deutschlands allerdings noch nicht optimal. Nur jede:r Zehnte hat Zugang zu Venture Capital und weniger als die Hälfte ist mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Nachwuchskräften vor Ort zufrieden.

„Die Gründungsaktivitäten in Baden-Württemberg fokussieren sich nicht nur auf die Hauptstadt Stuttgart, sondern verteilen sich auf das gesamte Bundesland. Auch in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg und Freiburg sind aktive Startup-Ökosysteme entstanden, die vom engen Austausch mit den etablierten Konzernen, Familienunternehmen und der starken Hochschullandschaft profitieren.“

Marcus Nickel, Standortleiter von PwC in Stuttgart

Die Studie im Überblick

Startups wollen einstellen, doch die Personalsuche ist schwierig

Im Vergleich zum Bundesschnitt sind die aufstrebenden Unternehmen in „the Länd“ personell deutlich schwächer aufgestellt. Während die baden-württembergischen Startups im Schnitt sieben Mitarbeiter:innen beschäftigen, sind es deutschlandweit 18. Im neuen Jahr sollen aber auch im Südwesten neue Kolleg:innen hinzukommen: 88 Prozent der baden-württembergischen Startups planen Neueinstellungen. Im Schnitt wollen sie fünf neue Kräfte rekrutieren.

Aber die Personalsuche gestaltet sich schwierig: Nur 46 Prozent sind mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Nachwuchskräften vor Ort zufrieden (bundesweit 52 Prozent) – und lediglich 40 Prozent bewerten die Anziehungskraft für Talente von außerhalb als gut. Auch dieser Wert liegt deutlich unter dem bundesweiten Schnitt (47 Prozent).

Infografik: Startups in Baden-Württemberg sind mit sieben Mitarbeiter:innen deutlich kleiner als der Bundesdurchschnitt

Zugang zu Wagniskapital und Business Angels fehlt

Die größten Bauchschmerzen bereitet den Jungunternehmer:innen in der Region jedoch das liebe Geld: Mit dem Zugang zu Kapital und Investitionen sind nur 30 Prozent der Befragten zufrieden (bundesweit 38 Prozent). Die Aspekte Cashflow/Liquidität und Kapitalbeschaffung zählen für 35 bzw. 29 Prozent der baden-württembergischen Startups zu den größten Hürden, die sie aktuell meistern müssen.

Interessant ist dabei, dass die Startups im Südwesten das Thema Cashflow/Liquidität als noch herausfordernder empfinden als die Kapitalbeschaffung. Der Grund: Die Finanzierung ohne externe Mittel, das so genannte „Bootstrapping“, ist in Baden-Württemberg gängiger als anderswo. Die wichtigste Finanzierungsquelle für die hiesigen Gründer:innen sind mit großem Abstand die eigenen Ersparnissen (79 Prozent), gefolgt von staatlichen Fördermitteln (37 Prozent).

Die Finanzierung über Wagniskapital und Business Angels ist zwischen Mannheim und Freiburg jedoch noch stark ausbaufähig: Nur zehn Prozent der hiesigen Gründer:innen nutzen Venture Capital – im Gegensatz zu 20 Prozent der Startups bundesweit. Ähnlich sieht es bei der Finanzierung durch Business Angels aus: Nur 18 Prozent erhalten auf diesem Weg Finanzmittel, im deutschlandweiten Schnitt sind es immerhin 30 Prozent.

Infografik: Die Herausforderungen spiegeln den Fokus auf Eigenmittel wider

Interview: „Mit dem Scale Programm wachsen wir über Süddeutschland hinaus“

Das Freiburger Startup Carbonfuture hat Anfang des Jahres am PwC Scale-Programm zum Schwerpunkt Sustainability teilgenommen – und konnte im Anschluss daran in einer Seed-Runde über zwei Millionen Euro einsammeln.

Im Gespräch teilen Lisa-Maria Glass von PwC und Dr. Hannes Junginger von Carbonfuture ihre Erfahrungen zum Scale-Programm und den Herausforderungen der Wachstumsphase von Startups.

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Enge Netzwerke zur etablierten Industrie und Forschung

Überdurchschnittlich gut schneidet die Region in Sachen Kooperationen ab: 71 Prozent der baden-württembergischen Startups arbeiten eng mit etablierten Unternehmen zusammen (bundesweit 65 Prozent). 59 Prozent kooperieren mit anderen Startups und 55 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Diesen engen Austausch wissen die Gründer:innen aus der Region durchaus zu schätzen: 64 Prozent bewerten das Netzwerk zu anderen Startup-Gründer:innen positiv.

Infografik: Kooperationen mit der etablierten Wirtschaft sind wichtiger Erfolgsfaktor

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick

Geschäftsklima

Die Stimmung hellt sich auf

Das Geschäftsklima im Startup-Ökosystem hat sich deutlich verbessert und liegt wieder fast auf Vorkrisenniveau. Die Corona-Pandemie hat aber nach wie vor klare Auswirkungen auf die Startups im Bundesland: 55 Prozent sind nach eigenen Angaben noch immer negativ von der Pandemie betroffen.

Internationalisierung

Die Mehrheit will den Gang ins Ausland wagen

62 Prozent der baden-württembergischen Startups wollen internationalisieren – dieser Wert liegt allerdings unter dem Bundesschnitt von 69 Prozent. Für die große Mehrheit (86 Prozent) stehen dabei die EU-Länder im Fokus, aber auch Nordamerika ist für ein Drittel interessant.

Diversität

Mehr Vielfalt gefragt

Nur jede:r fünfte Mitarbeiter:in in baden-württembergischen Startups stammt aus dem Ausland. Die Internationalität liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt und hinkt weit hinter Hotspots wie Berlin und München zurück. Der Frauenanteil unter den Gründer:innen stagniert auf niedrigem Niveau: Nur 16 Prozent der Gründer in Baden-Württemberg sind weiblich.

Branchenschwerpunkte

Das Land der Ingenieure wird digital

Startups in Baden-Württemberg decken ein breites Branchenspektrum ab. Der klare Schwerpunkt liegt jedoch auf der Informations- und Kommunikationstechnologie: 40 Prozent der baden-württembergischen Startups gehören zur IKT-Branche (bundesweit 31 Prozent).

Technologien

Geschäftsmodelle basieren auf Schlüsseltechnologien

Schlüsseltechnologien wie KünstIiche Intelligenz (KI) oder Industrie 4.0 haben großen Einfluss auf das Geschäftsmodell der baden-württembergischen Startups. 40 Prozent geben an, dass KI eine zentrale Rolle für ihr Business Model spielt. In Karlsruhe, dem führenden KI-Standort im Ländle, sind es sogar 58 Prozent.

Am 11. April 2022 wurden die Studienergebnisse in dem Online Event „Deutscher Startup Monitor Baden-Württemberg: Champions von morgen – aktiv, innovativ, aber unterfinanziert“ vorgestellt und anschließend in einer Paneldiskussion mit Vertreter:innen aus Politik, etablierter Wirtschaft, VCs sowie Startups aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Gustav Theile, Wirtschaftskorrespondent der FAZ in Stuttgart, moderierte das Panel mit Thomas Fischer, Aufsichtsratsvorsitzender MANN + HUMMEL, Uwe Gerlinger, Geschäftsführer Vector Venture Capital, Sebastian Zanker, CTO and Co-Founder HQS Quantum Simulations, Lisa Gradow, Founder und CEO Fides Technology GmbH sowie Tayfun Tok, Landtagsabgeordneter Land Baden-Württemberg. Das Event wurde in Kooperation mit dem Gründermotor ausgerichtet.

Hinsichtlich der Finanzierungsschwierigkeiten von Startups wurde die Rolle von mittelständischen Unternehmen sowie Investoren aus Family Offices näher reflektiert: Viele Familienunternehmen in Baden-Württemberg sind bereits sehr engagiert in der Förderung von Startups, jedoch fehle es bisher an Transparenz und ausreichenden Möglichkeiten zur Vernetzung. In anderen Regionen sei das Angebot an Events und Speed Dating Möglichkeiten für Startups mit Investor:innen deutlich größer. Erfolgreiche Inhaber:innen von Familienunternehmen können Gründer:innen zudem nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch an ihrem unternehmerischen Know-how teilhaben lassen und als Mentor:innen fungieren. Die Politik sieht Handlungsbedarf an dem Empowerment der Gründungen aus den Hochschulen heraus und arbeitet hier bereits aktiv an Maßnahmen. Auch die Etablierung einer Kultur des Scheiterns sei wichtig für den Abbau von Gründungsängsten. In vielen Bereichen besteht noch Ausbaupotenzial, dennoch waren sich die Panelteilnehmer:innen einig, dass bereits positive Entwicklungen in den letzten Jahren zu beobachten sind und das Startup-Ökosystem künftig immer weiter an Bedeutung gewinnen wird.

„Um Wachstumschancen zu nutzen und das Ökosystem weiterzuentwickeln, müssen die Startups im Land besonders bei größeren Finanzierungsrunden aufholen und auch den Mut haben, sich innovative Geldquellen wie Wagniskapital und Business Angels zu erschließen.“

Daniel Mayr und Minkus Fischer,PwC-Startup-Initiative Next Level in Stuttgart

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Startup-Verband und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Studie haben sich über 2.000 deutsche Startups beteiligt, davon 317 mit Sitz in Baden-Württemberg.

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