Deutscher Startup Monitor: Auskopplung Bremen

Ergebnisse 2019: Die Finanzierung ist die größte Hürde der Bremer Startups

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Bremer Startups wünschen sich bessere Gründungsbedingungen

Deutschlandweit sind rund sechs von zehn Startup-Gründerinnen und Gründern mit den Bedingungen an ihrem Standort zufrieden. In Bremen und Bremerhaven liegt dieser Anteil deutlich niedriger: In der Freien Hansestadt bewerten nur 43 Prozent der Entrepreneure das Startup-Ökosystem an ihrem Standort als gut.

Punkten kann Bremen mit seinen Hochschulen und der Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien. Kritisch sehen die Startup-Entscheider im Norden vor allem den Zugang zu Kapital und Investitionen. Aber auch in Sachen Kooperationen, bei der Wirtschaftspolitik und der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal könnte es an der Weser besser laufen.

„In den vergangenen Jahren hat sich in der hiesigen Startup-Landschaft eine Menge getan. Bremen hat zweifellos aufgeholt und wir sind auf einem guten Weg – auch wenn die Befragung zeigt, dass wir gegenüber den Gründungshochburgen in anderen Teilen der Republik noch Nachholbedarf haben.“

Dr. Thomas Ull, Standortleiter PwC Bremen

Die Studie im Überblick

Die Stärken und Schwächen des Bremer Ökosystems

Die Startups in Bremen profitieren von der starken Hochschullandschaft vor Ort: 85 Prozent bezeichnen die Nähe zu Universitäten als gut. Positiv fällt auch die Verfügbarkeit bezahlbarer Büroräume ins Gewicht: 56 Prozent sind mit der Immobiliensituation zufrieden.

Bei der Wirtschaftspolitik zeigt die Befragung allerdings Luft nach oben: Nur 40 Prozent der Gründerinnen und Gründer empfinden die wirtschaftspolitischen Initiativen in Bremen als gut, bundesweit sind es mit 52 Prozent deutlich mehr. Und auch bei der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal könnte es in der Freien Hansestadt besser laufen: Hier ist nur knapp ein Drittel mit der Situation zufrieden. Noch kritischer sehen die Bremer Gründerinnen und Gründer nur den Zugang zu Kapital und Investitionen und die Kooperationsmöglichkeiten mit etablierten Unternehmen.

Finanzierung ist die größte Hürde

Die Finanzierung ist die größte Hürde, die Startup-Unternehmer in der Region laut Befragung nehmen müssen: Nur jeder fünfte Entscheider in Bremen und Bremerhaven (bundesweit jeder Dritte) bezeichnet den Zugang zu Kapital und Investitionen als gut. 45 Prozent haben nach eigenen Angaben Mühe, sich Zugang zu Investoren und ihrem Netzwerk zu verschaffen.

Ein Blick auf die genutzten Finanzierungsquellen zeigt, dass Startups in Bremen bei der Finanzierung noch zu stark auf traditionelle Wege setzen: 83 Prozent stecken in erster Linie eigenes Geld in die Finanzierung ihres Business, 29 Prozent erhalten Zuschüsse von der Familie oder von Freunden. Nur 26 Prozent nehmen staatliche Fördermittel in Anspruch (bundesweit tun dies 39 Prozent).

Viel seltener als im bundesweiten Durchschnitt finanzieren sich die Bremer Startups über alternative Ansätze wie Business Angels oder Venture Capital. Nur jeweils 9 Prozent erhalten über diesen Weg eine Finanzspritze. Bundesweit nutzen immerhin 23 bzw. 15 Prozent diese innovativen Finanzierungsquellen.

Interview: „Kooperationen gewinnen in der Corona-Krise an Bedeutung“

In Sachen Startups hat sich in Bremen in den vergangenen Jahren einiges getan. In welchen Bereichen die Startups in der Freien Hansestadt punkten, wo sie noch besser werden müssen – und wieso Kooperationen in der Corona-Krise an Bedeutung gewinnen, berichten Dr. Thomas Ull, Standortleiter PwC in Bremen, und Christoph Haß, Leiter der PwC-Startup-Initiative NextLevel für die Region Nord, im Interview.

Zum Interview

Kooperationen noch ausbaufähig

Die Gründerinnen und Gründer in Bremen und Bremerhaven gehen seltener Kooperationen mit anderen Startups (48 Prozent vs. 57 Prozent bundesweit) oder wissenschaftlichen Einrichtungen (42 Prozent im Vergleich zu 55 Prozent deutschlandweit) ein als Startups im übrigen Deutschland. Das Fehlen passender Kooperationspartner empfinden viele als Problem: Nur gut ein Viertel der Startups in Bremen und Bremerhaven ist mit den Kooperationsmöglichkeiten, die sich mit etablierten Unternehmen ergeben, zufrieden.

Teams in Bremen vergleichsweise klein

Obwohl überdurchschnittlich viele Bremer Startups schon in einer späteren Entwicklungsphase stecken, sind die Teams vergleichsweise klein. Die durchschnittliche Unternehmensgröße der Bremer Startups liegt mit knapp neun Beschäftigen deutlich unter dem Bundeswert von rund 16 Mitarbeitenden. In den kommenden zwölf Monaten sollen aber auch in der Hansestadt im Schnitt sechs neue Kolleginnen und Kollegen hinzukommen. Im bundesweiten Durchschnitt planen die Startups acht Neueinstellungen.

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 7. Deutsche Startup-Monitor, den der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. Für die Studie wurden rund 2.000 Startups bundesweit befragt, darunter 75 Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven.

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