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Steigendes Volumen von Venture Capital Deals beschleunigt den Reifeprozess des Startup-Ökosystems in Deutschland

Venture Capital Marktstudie 2021: Aufschlussreiche Einblicke in Bewertungsmethoden, rechtliche Gestaltung und ESG-Kriterien im Rahmen von Finanzierungsrunden.

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Enrico Reiche

Enrico Reiche
Director, Transaction Consulting and Valuation bei PwC Deutschland
Tel.: +49 1511 6781604
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Steigender Reifegrad führt zu immer mehr erfolgreichen Startups

In der zweiten Ausgabe unserer Marktstudie konnten wir verschiedene Ergebnisse des Vorjahrs bestätigen; es ist ein deutlicher Trend hin zu einem reiferen Markt festzustellen. Als Ergebnis entsteht ein Bild des deutschen Venture Capital Ökosystems, das in Bezug auf beispielsweise angestrebte Beteiligungsverhältnisse (Share ratios), Gestaltung der Beteiligungsoptionen für Mitarbeiter (ESOP) und bevorzugte Bewertungsmethoden mit der Studie von 2020 übereinstimmt. Basierend auf einer breit angelegten, in die Tiefe gehenden Umfrage bei Investor:innen liefert die Studie eine einzigartige Datengrundlage für Deutschland, die Benchmarking ermöglicht und zu einer besseren Entscheidungsfindung beiträgt. Es werden Rückschlüsse auf Verhandlungsprozesse und die ihnen zugrunde liegenden Motive ermöglicht, mit dem Ziel, zu mehr Transparenz im Ökosystem beizutragen.

Während ein Schwerpunkt der Studie des letzten Jahres auf COVID-19 lag, liegt ein besonderer Fokus in dieser Ausgabe auf Themen rund um ESG (Environmental, Social and Governance) im Investmentprozess. Wir ordnen diesem Thema einen hohen Stellenwert zu und sind für unsere Studie zu interessanten Ergebnissen gekommen.

„Unser tiefer Einblick in das (Corporate) Venture Capital Ökosystem bestätigt die Erhöhung der eingesetzten Beträge bei Finanzierungsrunden, einen Rückgang der erwarteten IRRs sowie gründerfreundlichere Cash-flow-Rechte, wie Liquidationspräferenz und Anti-Dilution-Klauseln. Als Ergebnis können wir auf dem Markt beobachten, dass Gründer:innen und Manager:innen von Start-ups mehr Freiraum für ihre Leidenschaften und ihr Potenzial haben, um neue Einhörner zu schaffen.“

Dirk Honold, TH Nürnberg

Die Studie im Überblick

Aktuelle Entwicklungen im Ökosystem tragen zu einer fortgeschrittenen Marktreife bei

Neben einem allgemeinen Wachstum des Volumens von Finanzierungsrunden zeigt die Studie, dass das Investitionsvolumen bei CVCs meist niedriger ist als bei klassischen VCs. Höhere Bewertungen stehen im Einklang mit niedrigeren zu erwartenden IRR. Zudem sind die IRR- und Multiple-Erwartungen für Portfolio-Unternehmen in späteren Phasen niedriger. VCs erwarten – in Bezug auf ihre einzelnen Portfolio-Unternehmen – höhere Money Multiples und Renditen als CVCs.

Diese Bewertungstrends werden auch durch mehr partizipierende als nicht-partizipierende Liquidationspräferenzen bestätigt. Das Interesse an BioTech steigt – damit verlagert sich der Schwerpunkt des letzten Jahrs, der auf Industrie 4.0 lag. Außerdem liegt der Fokus der meisten Investoren auf B2B-Geschäftsmodellen.

Infografik: Investitionsvolumen pro Deal

Wichtigste Bewertungskriterien und Verhandlungsfaktoren

Bei der qualitativen Bewertung von Targets verlassen sich Investor:innen – vor allem in den Frühphasen – immer noch stark auf ihre persönlichen Erfahrungen. Andere Aspekte werden erst in späteren Phasen zu entscheidenden Faktoren, insbesondere Produkt oder Service.

Die Value Creation beginnt vor allem in der Frühphase mit dem Deal Flow und wird – über alle Phasen hinweg – vor allem durch die Deal-Selektion dominiert. Wie zu erwarten, ist die Wertschöpfung durch das VC-Management in der Frühphase wichtiger, in späteren Phasen das Exit-Management.

Die meisten Investor:innen sind bereit, über Dividenden, Bewertung, die Höhe des Investments und Optionspools zu verhandeln – dagegen ist es weniger wahrscheinlich, dass die Aktienquote, Mitnahme- und Anteilsrechte und Liquidationspräferenzen verhandelbar sind. Gründerfreundliche, breit angelegte Anti-Dilution wird häufiger angewendet als Full-Ratchet Anti-Dilution.

„Es gibt einen sichtbaren Trend hin zu gründerfreundlicheren Klauseln – daher ist es in diesem Bereich weniger wahrscheinlich, dass Investor:innen mit sich verhandeln lassen. Dennoch können Gründungsteams insbesondere über die Bewertung und die Höhe des Investments verhandeln.“

Patrick Hümmer, Ventury Analytics

ESG-Präsenz im Ökosystem und der deutsche „Zukunftsfonds“

Die Befragten zeigen ein hinreichendes Bewusstsein gegenüber dem Thema ESG im Rahmen von Investitions- und Portfoliomanagementprozessen. Zudem sind ¾ der Befragten, die bisher noch keine ESG-Kriterien in ihre Prozesse integrieren, damit befasst, entsprechende Strategien zu entwickeln. Dennoch sind die Prozesse für das Screening von ESG-konformen Targets nur vereinzelt standardisiert, etwa 4 % der Befragten arbeiten mit einem vollständig standardisierten Verfahren.

Infografik: Berücksichtigen Sie derzeit ESG-Kriterien in Ihrem Investitionsprozess?

Abgesehen vom Target-Screening besteht Raum für Verbesserungen bei der Integration von ESG: Bei den meisten Befragten sind ESG-Faktoren (bisher) weder Teil der Evaluierungsprozesse noch Teil des Fondsreportings.

Infografik: Planen Sie in Zukunft ESG-Kriterien im Investitionsprozess zu berücksichtigen?

Ein Großteil der Befragten geht davon aus, dass der von der deutschen Regierung ins Leben gerufene „Zukunftsfonds“ wenig Auswirkungen haben wird.

„Die 2. Auflage der VC-Marktstudie erhöht erneut die Transparenz in der Startup-Finanzierung, um die Entscheidungsfindung während des Transaktionsprozesses zu unterstützen. Da die Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien einen signifikant positiven Einfluss auf die Exit-Bewertungen haben wird, wird eine standardisierte Berücksichtigung dieser Kriterien während des gesamten Investitionszyklus in Zukunft ein wichtiger Erfolgsfaktor sein.“

Enrico Reiche,Director, Transaction Consulting and Valuation bei PwC Deutschland

Die Methodik

Für diese Marktstudie befragten PwC, Ventury Analytics GmbH und Professor Dirk Honold (Technische Hochschule Nürnberg) deutsche und ausländische Startup-Investor:innen, deren Strategien auf den deutschen Markt ausgerichtet sind oder die Deals in Deutschland abgeschlossen haben. An der Beantwortung der insgesamt 80 Fragen, die im Sommer 2021 im Rahmen der Studie gestellt wurden, beteiligten sich etwa 64 Investor:innen. Das Investitionsvolumen, das diese Investor:innen repräsentieren, macht insgesamt mehr als 2 Milliarden Euro pro Jahr aus.

Die Autoren der Studie

Prof Dirk Honold

Prof. Dr. Dirk Honold, Technische Hochschule Nürnberg

Aufbauend auf der mehr als 20-jährigen Erfahrung bei der Begleitung von Technologieunternehmen in verschiedenen leitenden Positionen, einschließlich Chief Financial Officer (CFO), und vielen Dutzend Finanzierungsrunden inklusive IPOs agiert Prof. Honold heute als Unternehmer und Coach und arbeitet in Aufsichtsräten und Beiräten. Als Professor fokussiert er sich auf Innnovationsfinanzierung und (Corporate) Venture Capital zur Stärkung des Finanzökosystems von Startups sowie die wertorientierte Führung mit Zukunftspotenzialen, wozu er unter anderem wissenschaftlich den Arbeitskreis der Schmalenbach-Gesellschaft e.V leitet.

Patrick Hümmer

Patrick Hümmer, Ventury Analytics GmbH

Als Mitgründer und Chief Executive Officer (CEO) von Ventury Analytics GmbH unterstützt Patrick Hümmer die Strukturierung und Ausgestaltung von Finanzierungen mit Risikokapital durch tiefe Analyse und Simulation mithilfe von softwaregestützter Beratung. Dadurch werden Startups, (Corporate) Venture Capitalists und Kanzleien ökonomische Entscheidungshilfen im Prozess gegeben, die eine unmissverständliche, quantitative Dokumentation in den Beteiligungsverträgen erlauben.

Enrico Reiche

Enrico Reiche, Leiter Transaktionsbegleitung und Valuation, PwC Deutschland

Mit mehr als dreizehn Jahren Erfahrung in der Transaktionsberatung ist Enrico Reiche derzeit Co-Lead des Venture Deals-Teams, Leiter des Raise Programms bei PwC und Mitglied des Core Teams im CVC Center of Excellence von PwC. Mit seiner Expertise bei Venture Deals, Venture Capital und Corporate Venture Capital kann er – zusammen mit seinem beruflichen Netzwerk – gleichermaßen für Startups, Investor:innen und etablierte Unternehmen Mehrwert schaffen.

Gerhard Wacker

Gerhard Wacker, Partner im Bereich Corporate/M&A bei PwC Legal Deutschland

Gerhard Wacker ist Partner bei PwC Legal und im Bereich Corporate/M&A mit Schwerpunkt auf der rechtlichen Beratung von Venture Capital-Transaktionen tätig. Er besitzt mehr als 18 Jahre Erfahrung im Bereich VC/PE sowie M&A. Er leitet verantwortlich die Corporate/M&A-Teams in Berlin und Nürnberg und ist Co-Leader der Corporate/M&A-Praxisgruppe von PwC Legal Deutschland. Das JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2020/2021 listet ihn als „Führenden Berater für Venture Capital“.

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Gerhard Wacker

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Dr. Tim Blume

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