Reinvention: Neu denken statt optimieren

Gittertunnel
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  • 02 Mrz 2026

Menschen neigen dazu, von der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen. Das ist psychologisch sinnvoll, weil es Komplexität reduziert. Doch es ist hinderlich, wenn es darum geht, Wertschöpfungsprozesse und Geschäftsmodelle zu hinterfragen und völlig neu zu entwickeln. Warum sich mutige, neue Geschäftsstrategien gerade jetzt besonders auszahlen.

Milliarden an Wertschöpfung wechseln die Richtung

Ein konsequenter Blick in Richtung Zukunft ist gerade heute eine ökonomische Notwendigkeit. Die PwC-Studie Value in Motion prognostiziert, wie dynamisch sich die globale Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren entwickelt – getrieben von Technologie, Klimawandel, Geopolitik und weiteren Megatrends, die neue Kundenbedürfnisse schaffen und die Grenzen zwischen etablierten Branchen verschwimmen lassen. Mobilität, Energie, Gesundheit oder Ernährung sind keine Industriesilos mehr, sondern entwickeln sich zu branchenübergreifenden Ökosystemen, sogenannten „Domains of Growth“, in denen neues Wachstum und Wertschöpfung entsteht. Laut einer neuen PwC-Studie ist allein im Jahr 2025 eine weltweite Umsatzverschiebung in Höhe von 7,1 Billionen US-Dollar realistisch; in Deutschland werden wir bis Ende des Jahres eine Verschiebung von 240 Milliarden US-Dollar an Umsätzen sehen.

Diese neue Dynamik ist keine Bedrohung, sondern bietet enorme Chancen: Partnerschaften und neue Geschäftsmodelle sind für Unternehmen ein Weg, um Wettbewerbsvorteile und neues Wachstum zu generieren.

Executive Insights

Zukunftsvision mit Wettbewerbsvorteil

Der 29. Global CEO Survey von PwC liefert Anzeichen dafür, dass diese Entwicklung immer mehr Fahrt aufnimmt. 52 Prozent der deutschen CEOs berichten, dass ihr Unternehmen bereits in neuen Branchen aktiv ist – ein Plus von 20 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders große Chancen sehen sie in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Energie und Versorgung, Unternehmensdienstleistungen und Technologie.

Noch aussagekräftiger ist der Blick auf die Umsätze:

75 %

der Unternehmen, die über Branchengrenzen hinauswachsen, erzielen dort bereits bis zu 20 Prozent ihres Umsatzes.

8 %

erzielen dort bereits 21 bis 40 Prozent ihres Umsatzes.

60 %

ihres Umsatzes erzielen erste Pioniere sogar außerhalb ihrer angestammten Branchen.

Insgesamt zeigen die Umfragedaten, dass Unternehmen, die einen hohen Anteil an Einnahmen in neuen Branchen erzielen, profitabler sind und mehr Vertrauen in ihr Wachstum haben. Kurzum: Je aktiver sie die Rekonfiguration von Branchen mitgestalten, desto mehr zahlt es sich aus.

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Zukunft entsteht nicht aus Optimierung, sondern durch Vernetzung

Wertschöpfung wird in den kommenden zehn Jahren nicht nur dadurch entstehen, dass Prozesse und Produkte immer weiter optimiert werden – sondern auch dadurch, dass Unternehmen sich vernetzen, zusammenarbeiten und ihre Fähigkeiten in neue Kontexte stellen.

  • Ein Industriekonzern verbindet sein maschinenbauliches Know-how mit KI-gestützten Energiedienstleistungen und schafft ein Angebot, das weit über sein Kerngeschäft hinausgeht.
  • Ein Zulieferer aus der Automobilbranche entwickelt gemeinsam mit einem HealthTech-Partner Sensorik, die sowohl in Fahrzeugen als auch in der Prävention eingesetzt wird – ein Geschäftsmodell an der Schnittstelle zweier Branchen.
  • Ein Lebensmittelhersteller arbeitet mit Robotics‑Startups zusammen, um datenbasierte Agrardienstleistungen aufzubauen – ein neuer Markt, der jenseits klassischer Produktionslogik liegt.

Solche Innovationen werden nur möglich, weil Unternehmen bewusst über das eigene Wertschöpfungssystem hinausdenken und neue Kooperationen eingehen.

Executive Insights

Mehr Mut statt Mantra

Das eigene Geschäftsmodell neu zu erfinden, ist kein Innovationsmantra, sondern eine notwendige Entwicklung, die vielerorts schon in vollem Gange ist.

Unternehmen, die diese Chance nutzen wollen, sollten ihre eigenen Stärken gezielt um weitere Fähigkeiten erweitern, die sie benötigen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Strategische M&A-Aktivitäten können dazu beitragen, sich fehlende Skills, Talente und Daten ins Haus zu holen. Für 39 Prozent der CEOs weltweit ist genau das ein zentraler Grund für Übernahmen. 

Wer heute beginnt, seine Rolle in diesen neuen wirtschaftlichen Räumen zu gestalten, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil und sichert die Zukunft des eigenen Unternehmens.

39 %

der CEOs weltweit nennen genau das als zentralen Grund für Übernahmen

Quelle: 29. CEO Survey von PwC

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