Banken machen Tempo bei digitalen Ökosystemen

PwC-Studie 2021: Deutsche Banken setzen auf Beyond Banking

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Tomas Rederer

Tomas Rederer
Partner FS Advisory und Head of Digital Operations bei PwC Deutschland
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Digitale Ökosysteme - Die neue Säule des Geschäftsmodells?

Rund 95 Prozent der deutschen Banken wollen in den nächsten fünf Jahren ein eigenes digitales Ökosystem betreiben oder sich an einem beteiligen; gut die Hälfte plant dies bereits für 2022. Wie die PwC-Studie „Die neue Säule des Geschäftsmodells? Relevanz digitaler Ökosysteme für deutsche Banken - Befragung deutscher Bankentscheider“ ergab, sieht die große Mehrheit der befragten deutschen Bankmanager aufgrund von Digitalisierung und neuen Kundenbedürfnissen die Relevanz digitaler Ökosysteme für die Branche deutlich steigend. 

Daher möchten die Banken den Aufbau von digitalen Ökosystemen vorantreiben. Knapp 60 Prozent wollen in fünf Jahren mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes über digitale Ökosysteme erwirtschaften. Die Zeit drängt: In anderen Branchen können ebenfalls Ökosysteme entstehen, in welchen die Kundenschnittstellen ohne Banken besetzt werden. Beschleunigt werden soll der Aufbau daher durch den Zukauf von Technologien und bankfernen Produkten und Services. Die Ausrichtung digitaler Ökosysteme erfolgt dabei fokussiert entlang der Lebenswelten “Wohnen” und “Mobilität”.

Die Studie im Überblick

Bedeutung digitaler Ökosysteme für Finanzsektor steigt 

Die Hälfte der mehr als 30 befragten Bankvorstände und Führungskräfte sieht eine sehr hohe strategische Relevanz von digitalen Ökosystemen für die Branche bereits im kommenden Jahr, in 5 Jahren erwarten dies mit 97 Prozent nahezu alle Befragten. Angesichts der zu erwartenden Vielfalt und möglicher “Winner-takes-all”-Entwicklungen von Netzwerkplattformprodukten wird Tempo beim Aufbau digitaler Ökosysteme zum wesentlichen Erfolgsfaktor. Immerhin rund 70 Prozent planen, selbst eine Plattform zu betreiben und über die Hälfte der Banken hat erkannt, dass die Beteiligung an nur einem Ökosystem nicht ausreichen wird, sondern eine vielseitige Ökosystemstrategie erfolgskritisch sein wird.

„In anderen Branchen können Ökosysteme entstehen, in welchen die Kundenschnittstellen auch ohne Banken ganzheitlich besetzt werden. Deutsche Banken haben ihren dringenden Handlungsbedarf erkannt - der Reifegrad der Digitalplattformen ist bislang aber gering und die Operationalisierung häufig noch ungeklärt.“

Tomas Rederer, Partner FS Advisory und Head of Digital Operations bei PwC Deutschland

Banken werden zu Alltagsbegleitern

Rund 90 Prozent der Banken wollen durch digitale Ökosysteme näher an den Kunden rücken und im Alltag für sie relevanter werden. Die Plattformen bieten die Chance, bankferne Produkte und Services aus verschiedenen Lebenswelten in das eigene Angebot zu integrieren. 

Damit können Geldhäuser ihre Kunden künftig nicht nur mit klassischen Finanzdienstleistungen versorgen, sondern über eine modulare IT-Architektur und API-Schnittstellen gemeinsam mit Partnern auch vielfältige Services rund um die Gesundheit oder den Immobilienkauf, wie eine Rechtsberatung, Versicherungen oder Handwerkernetzwerke bieten. 

Die hohen Ertragserwartungen, die an die Plattformen geknüpft werden, spiegeln sich aktuell allerdings noch nicht in der Investitionsbereitschaft wieder: Im kommenden Jahr wollen 43 Prozent bis zu 500.000 Euro in den Aufbau eines digitalen Ökosystems fließen lassen. Knapp ein Viertel plant Investitionen von bis zu 100.000 Euro. 

Im Ökosystem „Wohnen“ können Banken gemeinsam mit Partnern alltägliche Kundenreisen realisieren

Customer Convenience im Ökosystem Wohnen 

Digitale Ökosysteme läuten einen Paradigmenwechsel innerhalb deutscher Banken ein – Produkte und Services werden nicht mehr nach Kundensegmenten oder Geographien ausgerichtet, sondern fokussieren sich verstärkt entlang bankferner „Beyond Banking“ Lebenswelten wie Wohnen, Mobilität, Konsum, Gesundheit und Freizeit. In all diesen Bereichen verfügen Banken bereits über Schnittstellen, die sie vielfältig nutzen sollten. 

Insbesondere im Ökosystem „Wohnen“ können Banken gemeinsam mit Partnern bedarfsgerechte und individuelle Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bieten:

Möglichst vielseitige, modulare Ökosystemstrategie

Banken sollten sich in hrer strategischen Ausrichtung nicht auf den Aufbau einer Plattform beschränken, sondern sich an mehreren Ökosystemen beteiligen und in verschiedenen bankfernen Lebenswelten möglichst präsent im Alltag des Endkunden sein. Dabei sollte der Aufbau einer Plattform bzw. die Integration in ein bestehendes Ökosystem über eine moderne API-Architektur und damit entkoppelt vom eigenen Kernbankensystem erfolgen. Ein verstärkter Zukauf bestehender Technologielösungen kann die Dauer der Umsetzung dabei erheblich reduzieren. Immerhin 60 Prozent aller banken geben an, Produkte und Technologien überwiegend zukaufen zu wollen statt diese selbst zu entwickeln.

„Digitale Ökosysteme bieten Banken die enorme Chance, zukunftsorientierte Geschäftsmodelle zu etablieren, im Alltag ihrer Kunden relevant zu bleiben und ihre Erträge nachhaltig zu steigern.“

Tomas Rederer, PwC-Partner

Service Offering PwC

Gemeinsam mit unseren Experten diskutieren wir den Status Quo und die Ziele Ihrer Plattformstrategie: Wo stehen Sie und was macht die Benchmark? In welchen Lebenswelten wollen Sie relevant sein und mit welchen Partnern? Reicht die Teilnahme an anderen Ökosystemen oder sollten Sie selbst eine Plattform bereitstellen? Welche Handlungsempfehlungen können wir Ihnen PwC-seitig mitgeben, was sind Stolpersteine und müssen Sie als Bank konkret strategisch, IT-architektonisch und prozessual beachtet?

Sprechen Sie uns gerne an - wir freuen uns auf die gemeinsame Diskussion, gerne auch im Rahmen eines Workshops!

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Dr. Sven Kilz

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