Biometrische Authentifizierungsverfahren 2020

PwC-Studie 2020: Corona beflügelt Online-Banking – Durchbruch für Fingerprint Authentifizierungen

Ihr Experte für Fragen

Maximilian Harmsen
Digital Payments Lead bei PwC Deutschland
Tel.: +49 89 5790-6402
E-Mail

Corona erhöht den Anteil der Online-Bankgeschäfte

Drei Viertel aller privaten Bankgeschäfte werden in Deutschland online abgewickelt. Jeder dritte Bundesbürger erledigt seine Bankangelegenheiten sogar zu 100 Prozent über das Internet. Das zeigt die repräsentative PwC-Studie „Biometrische Authentifizierungsverfahren 2020“, für die 1.000 Bürger im Alter von über 18 Jahren zwischen Mai und Juni 2020 befragt wurden. Die aktuelle Studie verzeichnet damit einen leichten Anstieg der Online-Bankgeschäfte im Vergleich zur Studie von 2018. Damals lag der Anteil noch bei rund 71 Prozent. Die Zunahme kann unter anderem auf die Corona-Pandemie zurückgeführt werden. So gaben 15 Prozent der Bürger an, dass sie ihre Bankgeschäfte aufgrund der Covid-19-Situation häufiger online ausgeführt haben als früher. Rund 3 Prozent nutzten Online-Banking daher sogar zum ersten Mal.

Download Studie (PDF, 0,5 MB)

Die Studie im Überblick

Biometrische Autorisierung nimmt zu

Neben aktuellen Zahlen zur Nutzung des Online-Bankings liefert die Studie auch einige Erkenntnisse zur Verwendung von Authentifizierungsverfahren. Hierzu zählen die Autorisierung über ein zusätzliches Gerät (TAN-Generator), über das Handy (SMS-TAN), die Handy-App (pushTAN, photoTAN) und die biometrischen Verfahren, wie die Fingerabdruck-Funktion oder die Sprach- und Gesichtserkennung. Diese Verfahren sind zunehmend beliebt. So haben 29 Prozent aller Bundesbürger schon einmal biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung genutzt, um sich online anzumelden oder ein Bankgeschäft durchzuführen. Ein Zuwachs von 11 Prozentpunkten gegenüber der Umfrage von 2018. Entscheidend für die häufige Nutzung der biometrischen Verfahren ist dabei vor allem die Gruppe der 18- bis 29-Jähigen. Hier haben rund 52 Prozent schon einmal Gebrauch davon gemacht.

„Vor allem bei der Anmeldung zum Online-Banking, der Ausführung von Überweisungen oder der Abfrage von Kontoinformationen kommen biometrische Verfahren häufig zum Einsatz. Hier ist es wichtig, dass die Banken ihr Angebot stets an die neusten Entwicklungen anpassen, um auch für jüngere Kunden attraktiv zu bleiben.“

Maximilian Harmsen,Lead Digital Payments bei PwC Deutschland

Fingerabdruck gilt als besonders sicher

Bei der Akzeptanz biometrischer Authentifizierungsverfahren spielt neben der Nutzerfreundlichkeit auch die wahrgenommene Sicherheit eine wichtige Rolle. Auch hier zeigt sich für die neuen Technologien allerdings ein positives Bild: Mehr als zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) halten die Autorisierung mit biometrischen Verfahren für sicher. Ein leichter Zuwachs gegenüber der Studie von 2018, bei der 63 Prozent die neuen Verfahren als sicher eingestuft hatten. Darüber hinaus lässt sich ein Unterschied zwischen jüngeren und älteren Befragten feststellen: So halten deutlich über 70 Prozent der unter 40-Jährigen die Technologie für sicher, bei den über 40-Jährigen sind es dagegen etwa 10 Prozentpunkte weniger.

Ein überraschendes Ergebnis ergibt die Bewertung der einzelnen biometrischen Verfahren. Hier wurde den Teilnehmern die Frage gestellt, für wie sicher sie die verschiedenen Verfahren in diversen Anwendungsbereichen halten, also nicht nur im Online-Banking, sondern zum Beispiel auch bei Schließfächern oder an der Ladenkasse. Während die Fingerabdruck-Funktion mit rund 53 Prozent am häufigsten als sichereres Verfahren angesehen wurde, lagen die Werte für die Gesichts- und die Spracherkennung nur noch bei 15 und 3 Prozent. Ein deutlicher Unterschied zugunsten der Fingerprint-ID, der auch in der Studie von 2018 zu erkennen war. Damals lagen die Zahlen mit 37 Prozent für den Fingerabdruck und 4 Prozent für die Gesichtserkennung allerdings noch etwas niedriger.

Objektiv liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Überschneidung zweier Fingerabdrücke bei 1:50.000, während die Face ID nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1.000.000 den registrierten Nutzer mit einer zufälligen Person verwechselt. „Im Vergleich zur Studie von 2018 konnte das Sicherheitsempfinden gegenüber der Gesichtserkennung zwar verdreifacht werden, die subjektiven Einschätzungen der Teilnehmer unterscheiden sich aber von der Realität. Ein Paradoxon, das durch die weite Verbreitung der Authentifizierung per Fingerabdruck entstanden ist. Banken müssen hier Aufklärungsarbeit leisten und die vielfältigen Vorteile der biometrischen Verfahren weiter herausstellen.“, so Maximilian Harmsen.

„Bei der Anwendung von biometrischen Verfahren geht es vor allem um Sicherheitsaspekte wie Fälschungssicherheit und Einzigartigkeit. Jeder zweite Bundesbürger hat das Gefühl, dass diese Sicherheitsanforderungen besonders bei der Verwendung des Fingerabdrucks am eigenen Smartphone gegeben sind. Bedenken gibt es allerdings bei der Nutzung biometrischer Verfahren in öffentlichen Kontexten wie Verkehrsmitteln oder im Supermarkt.“

Robert Eickmeyer, Senior Manager bei PwC Deutschland

Contact us

Maximilian Harmsen

Maximilian Harmsen

Digital Payments Lead, Financial Services, PwC Germany

Tel.: +49 8957 906402

Robert Eickmeyer

Robert Eickmeyer

Senior Manager, PwC Germany

Tel.: +49 69 9585-2941

Follow us