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Biometrische Verfahren setzen sich im Banking durch

PwC-Studie 2022: Akzeptanz und Nutzung legen weiter zu

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Maximilian Harmsen
Digital Payments Lead bei PwC Deutschland
Tel.: +49 89 5790-6402
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Akzeptanz für den biometrischen Fingerabdruck und Gesichtserkennung wächst

Immer mehr Bundesbürger:innen nutzen biometrische Verfahren beim Online-Banking. Wie die PwC-Studie „Biometrische Authentifizierungsverfahren 2022“ ergab, legte die Anwendung dieser Methoden in den vergangenen vier Jahren deutlich zu. Am häufigsten melden sich Bankkund:innen per elektronischem Fingerabdruck oder Gesichtserkennung (FaceID) beim Online-Banking an oder tätigen so ihre Überweisungen.

Verglichen zu den Studien von 2018 und 2020 zeigt die aktuelle Studie einen deutlichen Zuwachs – sowohl beim Vertrauen in die Sicherheit, als auch bei der Akzeptanz für biometrische Verfahren. Der Fingerabdruck und die Gesichtserkennung werden am häufigsten angewendet und als am sichersten empfunden. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten bewerten biometrische Methoden zum Identitätsnachweis als nutzerfreundlich.

Außerdem schätzen die Nutzer:innen die Fälschungssicherheit (91 Prozent), Einzigartigkeit der gespeicherten Merkmale (86 Prozent), Beständigkeit (85 Prozent) und Geschwindigkeit (80 Prozent) der Verfahren, zu denen auch eine Erkennung über die Sprache oder das Tipp- und Wischverhalten zählen.

Mehr als die Hälfte der 1.000 Befragten kann sich vorstellen, dass die Verfahren auch anderswo eingesetzt werden – etwa bei Zugangskontrollen oder kontaktlosem Bezahlen mithilfe einer Bankkarte mit integriertem Fingerabdrucksensor (jeweils 76 Prozent). 

Hervorzuheben ist ferner, dass mehr als ein Drittel der Bundesbürger:innen einer Verwendung zusätzlicher Daten zustimmen würde, sollte sich dadurch die Nutzerfreundlichkeit erhöhen. Insbesondere die Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen wäre dazu bereit (rund 80 Prozent).

„Ein verbessertes Kundenerlebnis, Datensicherheit und Nutzerfreundlichkeit werden wesentlich dazu beitragen, dass biometrische Verfahren künftig nicht nur im Online- oder Mobile-Banking, sondern auch in anderen Bereichen im Einsatz der Digitalen Identität immer häufiger zum Einsatz kommen. Die Anforderungen aus vergangenen Studien (z.B. zum Einsatz der SmartID) haben dies bereits bestätigt.“

Robert Eickmeyer, Director bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Online-Banking legt weiter zu – Jüngere nutzen Banking-Apps

Der Studie zufolge werden mittlerweile mehr als drei Viertel (durchschnittlich 78 Prozent) aller privaten Bankgeschäfte in Deutschland online abgewickelt. In den Vorgängerstudien 2020 lag der Anteil noch bei 75 Prozent und 2018 bei 71 Prozent. Fast vier von zehn Bundesbürger:innen erledigen ihre Bankgeschäfte ausschließlich über das Internet.

Während 2022 insbesondere die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen (83 Prozent) ihre Bankgeschäfte online abwickelt, nutzen die befragten unter 30-Jährigen das Internet vergleichsweise selten für Banktransaktionen. 

Knapp die Hälfte der Befragten nutzt für ihre Online-Bankgeschäfte das Internetportal einer Bank oder Sparkasse, weitere 37 Prozent eine Banking-App. Während jüngere eher über eine Banking-App gehen, besuchen ältere Kund:innen dafür lieber das Internet-Portal einer Bank oder Sparkasse.

Infografik: Werden Bankgeschäfte per App oder Browser erledigt?

Knapp 40 Prozent würden auch mehrere Apps akzeptieren, um ihre Finanztransaktionen abwickeln zu können. Jede:r Fünfte würde hingegen eine All-in-One-Lösung bevorzugen. Dabei sprechen vor allem Sicherheitsbedenken und eine zu hohe Komplexität gegen die Verwendung mehrerer Banking- oder Finanz-Apps. An dieser Stelle haben Banken trotz bestehender einheitlicher Standards, die u.a. durch die PSD2 reguliert werden, weiteren Aufholbedarf, um die Conversion Rate weiter zu erhöhen. 

Vertrauen in Sicherheit steigt

Mehr als ein Drittel der Befragten verwendet ein biometrisches Authentifizierungsverfahren, um sich beim Online-Banking anzumelden (durchschnittlich 34 Prozent) oder eine Banktransaktion zu veranlassen (durchschnittlich 39 Prozent). 

Die am häufigsten verwendeten Methoden sind dabei der Fingerabdruck, gefolgt von der Gesichtserkennung. Wobei auch Gesichtserkennung (u.a. durch FaceID) immer beliebter wird. Damit einhergehend empfindet etwa jede:r Dritte Verfahren wie den Fingerabdruck oder FaceID nutzerfreundlicher als eine Authentifizierung über einen TAN-Generator. 

Zudem legt das Vertrauen der Bundesbürger:innen in die Sicherheit biometrischer Authentifizierungsverfahren deutlich zu: Fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) werten biometrische Verfahren wie den elektronischen Fingerabdruck oder FaceID in der aktuellen Studie als sicher – ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Die Autorisierung über ein zusätzliches Gerät wird nach wie vor als die sicherste Methode angesehen.

Infografik: Wie sicher sind biometrische Verfahren?

Zu den wesentlichen Sicherheitsbedenken bei der Nutzung biometrischer Verfahren zählen vor allem mögliche Angriffe durch Hacker (67 Prozent) oder das Anlegen von Bewegungs- oder Nutzungsprofilen (65 Prozent). Alles in allem sind die Bedenken in den vergangenen vier Jahren aber leicht zurückgegangen. Gleichzeitig würden 69 Prozent der Befragten einer Weitergabe zusätzlicher Daten zustimmen, wenn sich dazu auch die Nutzerfreundlichkeit innerhalb des Geschäftsvorgangs erhöht. 

„Ein Widerspruch, den die Banken auch in Hinblick auf eine mögliche steigende Sicherheit im regulatorischen Rahmen auflösen und den Vorteil für die Kunden noch stärker hervorheben sollten.“

Johannes Jahnke, Manager bei PwC Deutschland

Nutzung legt zu

Während sich vor vier Jahren erst 40 Prozent der Befragten per Fingerabdruck oder FaceID zum Online-Banking anmeldeten, stieg die Zahl 2022 bereits auf gut die Hälfte. Weitere 45 Prozent nutzen aktuell biometrische Verfahren für Überweisungen – ein Plus von neun Prozentpunkten im Vergleich zu 2018.

Der Einsatz biometrischer Verfahren für die Abfrage von Kontoinformationen, die Änderung von Kundendaten und das Ausführen von Wertpapiergeschäften legte in den vergangenen vier Jahren ebenfalls zu.

Infografik: Wofür werden biometrische Verfahren eingesetzt?

Biometrie beyond Banking

Neben Entsperren des Laptops oder Smartphones (71 Prozent) und dem Online-Banking per Fingerabdruck oder FaceID (70 Prozent) können sich immer mehr Befragte auch neue Anwendungsfälle für eine biometrische Authentifizierung vorstellen: Jeweils rund 60 Prozent nennen hier Zugangskontrollen zu Gebäuden oder am Flughafen, das kontaktlose Bezahlen über eine Bankkarte mit integriertem Fingerabdrucksensor oder das mobile Bezahlen an der Ladenkasse über ein Online-Bezahlsystem. Besonders hoch fällt die Akzeptanz biometrischer Verfahren in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen aus (rund 70 Prozent).

Infografik: Wann kämen biometrische Verfahren für Sie in Frage?

„Vor vier Jahren hatten die Bundesbürger:innen noch die größten Bedenken bei der Verwendung biometrischer Verfahren beim Einkauf. Heute werden andere Orte wie öffentliche Verkehrsmittel oder die Nutzung von Automaten als etwas kritischer angesehen.“

Maximilian Harmsen, Digital Payments Lead bei PwC Deutschland

Die Methodik

Der Berichtsband stellt die Ergebnisse einer Onlinebevölkerungsbefragung zum Thema „Biometrische Authentifizierungsverfahren für Bankgeschäfte“ dar. Für die Studie wurden im Mai 2022 1.000 Bundesbürger:innen ab 18 Jahren online befragt.

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