Digitale Ethik

Ein Wertegerüst für die digitale Welt.

Deutsche Unternehmen müssen beim Top-10-Trend Digitale Ethik aufholen

In Zeiten von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) brauchen Wirtschaft und Gesellschaft ethische Leitlinien, um die Digitalisierung ebenso erfolgreich wie verantwortungsvoll zu bewältigen. Welchen Stand haben die Unternehmen beim Thema digitale Ethik, einem Wertegerüst für die digitale Transformation, erreicht? Mit welchen Herausforderungen kämpfen sie? Welche Strategien setzen sie ein und inwieweit beeinflusst ein verantwortungsvoller Umgang mit der Privatsphäre und den Daten von Menschen auch ihren Geschäftserfolg?

Diesen Fragen widmet sich die PwC-Befragung zum Thema „Digitale Ethik“, für die 300 Unternehmen verschiedener Branchen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern befragt wurden. Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat digitale Ethik zu einem der zehn wichtigsten Technologie-Trends 2019 erklärt – eine Entwicklung, bei der deutsche Unternehmen noch Aufholbedarf haben, wie die Erhebung belegt: Lediglich jedes zweite Unternehmen gibt sich selbst gute oder sehr gute Noten beim Thema digitale Verantwortung.

Unter diesen Unternehmen versteht die Mehrheit digitale Ethik allerdings vorrangig als Umsetzung von Datenschutzrichtlinien – eine umfassende Strategie fehlt den meisten Firmen.

Die ausführliche PwC-Studie zum Thema Digitale Ethik erscheint im Herbst 2019. Registrieren Sie sich jetzt für die volle Ausgabe, die wir Ihnen dann zukommen lassen.

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Erste Ergebnisse der Studie:

1. Der Fokus der Unternehmen liegt auf der technischen Umsetzung der Digitalisierung

Deutsche Firmen müssen auch bei der allgemeinen Digitalisierung ihrer Organisation aufholen: Lediglich 33 Prozent bewerten den Stand ihrer Transformation positiv (Schulnote eins oder zwei). Ein besseres Zeugnis stellen sich die Unternehmen dagegen beim Schwerpunkt Datenschutz und der Datensicherheit aus – 82 Prozent sind damit ausgesprochen zufrieden. Allerdings ist damit kein umfassendes Konzept zur digitalen Ethik verbunden. Diese Ergebnisse zeigen, dass Digitalisierung nach wie vor in Deutschland sehr technisch verstanden wird, die Firmen bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der Bewältigung ethischer Herausforderungen hingegen zurückliegen. Allerdings hängt es auch von der Branche ab, wie Konzerne mit Ethik-Themen umgehen – vergleichsweise weit ist beispielsweise die Pharmaindustrie als eine sehr streng regulierte Branche.

Wie gut sind die Unternehmen im Bereich digitale Ethik und digitale Verantwortung aufgestellt?

Wie gut sind die Unternehmen im Bereich digitale Ethik und digitale Verantwortung aufgestellt?

2. Die größte Herausforderung: Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen finden

Warum gelingt es bislang so wenigen Unternehmen, sich umfassend mit digitaler Ethik auseinanderzusetzen und Technologien entsprechend umzusetzen? Welche Faktoren hindern die Unternehmen bei der Bewältigung ethischer Herausforderungen? Vor allem fehlen den Firmen die richtigen Talente, die Strategien entwickeln und umsetzen könnten, wie 56 Prozent der Entscheider bestätigen. Eine weitere Hürde ist das mangelnde Bewusstsein innerhalb des Betriebs für die Bedeutung der Digitalethik – das geben 51 Prozent der Befragten an. Als Hindernisse nennen die Unternehmen ebenso den Umgang der Mitarbeiter mit digitalen Informationen (44 Prozent) und ungeeignete oder veraltete Softwarelösungen (35 Prozent). Zu knappe Ressourcen oder unklare Regelungen im Bereich Künstliche Intelligenz spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung von Strategien zur digitalen Ethik?

Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung von Strategien zur digitalen Ethik?

3. Digitale Ethik gehört zu den Führungsaufgaben

Digitale Ethik hat bereits großen Einfluss auf die Unternehmen, wie die Studienteilnehmer angeben – nach ihrer Einschätzung insbesondere auf den Umgang mit sensiblen Informationen wie Mitarbeiter- oder Kundendaten (85 Prozent), die IT-Sicherheitssysteme (78 Prozent) und die Unternehmenskultur in der digitalen Welt (62 Prozent). Aber auch zur Schaffung von Transparenz gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Stakeholdern und bei strategischen Entscheidungen spielen ethische Fragen mittlerweile eine große Rolle (jeweils 59 Prozent). Entsprechend hoch angesiedelt ist digitale Ethik innerhalb der Unternehmen – 59 Prozent der Konzerne beschäftigen sich damit auf C-Level-Ebene. Einen speziellen Beauftragten für ethische Herausforderungen hat allerdings nur jedes fünfte Unternehmen.

„Digitale Ethik ist kein Randthema für Unternehmen. Firmen, die Regeln und Standards für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung aufstellen, gewinnen die Akzeptanz der Kunden und das Vertrauen der Gesellschaft. Das sichert ihren langfristigen Geschäftserfolg.“

Daniela Hanauer, Partnerin und Expertin für Risk Consulting bei PwC Deutschland

4. Nur jedes vierte Unternehmen arbeitet mit ausformulierten Leitlinien

Welche Maßnahmen setzen die Unternehmen bereits um, die sie mit digitaler Verantwortung in Verbindung bringen? An erster Stelle stehen Richtlinien zum Datenschutz und zum Umgang mit personenbezogenen Daten (78 Prozent) sowie Leitlinien zur Schaffung von Transparenz im Hinblick auf digitale Themen (57 Prozent). Wichtig ist den Unternehmen auch, dass Entscheidungen auf Basis von Algorithmen im Bereich Künstliche Intelligenz vom Menschen korrigiert werden können (44 Prozent) und dass es verbindliche Leitlinien zur internen und externen Online-Kommunikation gibt (43 Prozent). Weniger verbreitet sind dagegen ausformulierte Standards zur digitalen Ethik und digitalen Verantwortung, die als Leitlinie für Unternehmensentscheidungen dienen könnten: Lediglich ein Viertel der Unternehmen arbeitet bislang damit. Ebenso wenige Organisationen haben eine ausformulierte Digitalstrategie mit Bezügen zur digitalen Ethik.

Welche Maßnahmen zur digitalen Verantwortung werden umgesetzt?

Welche Maßnahmen zur digitalen Verantwortung werden umgesetzt?

5. Der Gesetzgeber nimmt den größten Einfluss auf ethische Fragen

Unternehmen haben eine hohe Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft – entsprechend nehmen viele interne und externe Stakeholder Einfluss auf Regelungen zur digitalen Ethik in den Organisationen. Die wichtigste Rolle spielt dabei der Gesetzgeber mit 73 Prozent, gefolgt von Kunden und Mitarbeitern auf den Plätzen zwei und drei (68 bzw. 60 Prozent). Eine untergeordnete Rolle spielen dabei andere Stakeholder wie Wettbewerber, Investoren oder Gewerkschaften.

Welche Stakeholder haben Einfluss auf unternehmensinterne Regelungen zur digitalen Ethik?

Welche Stakeholder haben Einfluss auf unternehmensinterne Regelungen zur digitalen Ethik?

„In Zukunft wird das Thema digitale Ethik mit dem zunehmenden Grad an Digitalisierung noch an Bedeutung gewinnen. Unternehmen können die Transformation nur dann erfolgreich bewältigen, wenn sie das Vertrauen der Menschen gewinnen – durch ausformulierte ethische Leitlinien, die den verantwortungsvollen Umgang mit den persönlichen Daten und der Privatsphäre von Menschen sichern.“

Dr. Robert Paffen, Risk Consulting Leader bei PwC Europe und PwC Deutschland

Digital Ethics Studie

Die ausführliche Studie zum Thema Digitale Ethik erscheint im Herbst 2019. Registrieren Sie sich und erhalten Sie die Studie per E-Mail, sobald sie veröffentlicht wurde.

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