Weniger ausländische Investitionen in deutsche Unternehmen

PwC-Studie 2020: M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren

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Steve Roberts
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In 2020 nur sieben Prozent weniger Transaktionen mit ausländischen Investoren auf dem deutschen Markt erwartet

Internationale Investoren beteiligten sich 2020 aufgrund der weltweiten Covid-19-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen seltener an deutschen Unternehmen als im Vorjahr. Allerdings waren die Transaktionsvolumina durchschnittlich höher als 2019 (234 gegenüber 211 Millionen Euro 2019). Insbesondere der Technologiesektor war attraktiv für die Investoren, und Private-Equity-Investoren engagierten sich vor allem bei kleineren und mittleren Transaktionen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Destination Deutschland. M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren 2020“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Analyse berücksichtigt alle Transaktionen, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 15. November 2020 angekündigt wurden.

Download Studie (PDF, 1,4 MB, Englisch)

Die Studie im Überblick

Nur zehn Deals weniger bis zum 15.11.2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Die Pandemie birgt auch Chancen für Investoren

Wegen der Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten hielten sich ausländische Investoren mit Transaktionen auf dem deutschen Markt 2020 im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich zurück: Insgesamt 745 Deals wurden bis zum 15. November 2020 angekündigt (Vergleichszeitraum 2019: 755). Bis zum Ende des Jahres 2020 rechnen die Experten mit einem Deal-Rückgang um 6,6 Prozentpunkte, von 912 (Gesamtjahr 2019) auf 852 Transaktionen. Auch der Deal-Gesamtwert wird wahrscheinlich leicht zurückgehen: von 64,7 auf 61 Milliarden Euro.

„Es gab wegen COVID-19 insgesamt unwesentlich weniger Deals in 2020. PE hat aber bis zum 15.11. mehr Deals gemacht als in 2018 und 2017. Das zeigt, dass Finanzinvestoren die Pandemie auch als Chance begreifen und nutzen wollen. Besonders die Sektoren Technologie und Healthcare waren für ausländische Investoren interessant.“

Steve Roberts, Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland
Infografik zu Dealaktivitäten seit Q1/2017 von PwC Deutschland

Europäische Investoren mit deutlich größerem Anteil am Deal-Gesamtwert

US-amerikanische Investoren investierten 2020 am meisten in deutsche Unternehmen, und zwar mit Abstand: Ihr Anteil war bis zum Stichtag 15. November 2020 mit 155 Deals (Gesamtwert: 23,5 Milliarden Euro) am größten. Darauf folgten, wie bereits im Vorjahr, Investoren aus Großbritannien (89 Deals, 2,4 Milliarden Euro Gesamtwert) und der Schweiz (71 Deals, 1,4 Milliarden Euro Gesamtwert).

Der Anteil europäischer Investoren (inklusive Russland) an Übernahmen von beziehungsweise Beteiligungen an deutschen Unternehmen ist leicht gestiegen (52 statt 50 Prozent). Gemessen am Deal-Gesamtwert ist ihr Anteil im Vergleich zu 2019 sogar noch deutlicher gestiegen, von 37 auf 46 Prozent.

Infografik zu Deals nach Herkunft des Investors von PwC Deutschland

Technologiesektor war 2020 häufigstes Investmentziel

Deutsche Technologieunternehmen waren 2020 für die ausländischen Investoren am attraktivsten – insgesamt 185 Transaktionen gab es in diesem Sektor. Das entspricht einem Zuwachs um 27 Prozentpunkte (2019: 146 Transaktionen). Das gestiegene Interesse ist vor allem auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen, weil sie in vielen Branchen die Digitalisierung von Produkten und Geschäftsmodellen beschleunigt. Der Handel folgte mit 175 Deals auf Platz zwei, die industrielle Produktion kam auf insgesamt 140 Transaktionen.

Infografik zu Dealaktivitäten nach Sektoren von PwC Deutschland

Private-Equity-Investoren bei großen Deals zurückhaltend

Private-Equity-Investoren beteiligten sich bis zum 15. November 2020 überwiegend an kleinen und mittleren Transaktionen (89 Prozent aller PE-Deals mit veröffentlichtem Dealvolumen). Das ist ein Anstieg von 16 Prozentpunkten im Vergleich zum gesamten Jahr 2019. An großen und Mega-Deals hingegen beteiligten sie sich deutlich seltener: Vier von den zehn Mega-Deals in 2020 wurden von einen Finanzinvestor getätigt (inklusive des größten Deals in Deutschland – die Akquisition der Aufzugssparte von ThyssenKrupp von Advent und Cinven). Der absolute Anzahl von großen und Mega-Deals ist zum 15.11.2020 auf 14 gesunken, verglichen mit 36 im Vorjahreszeitraum. Allerdings ist die Beteiligung daran seitens Finanzinvestoren leicht gestiegen – von 50 auf 54 Prozent.

Infografik zu Deals mit ausländische Investoren nach Anzahl und Volumen von PwC Deutschland

Die Methodik

Dieser Report stellt eine Analyse der Transaktionsaktivitäten ausländischer Investoren in Deutschland dar. Die der Analyse zugrunde liegenden Daten stammen von Thomson Reuters und Mergermarket und umfassen alle in den jeweiligen Jahren angekündigten Deals, bei denen das Zielunternehmen aus Deutschland und das Mutterunternehmen des Käufers aus dem Ausland stammt.

Unsere Analyse berücksichtigt alle Zusammenschlüsse, Unternehmenskäufe und -verkäufe, Leveraged Buyouts, Spin-offs, Privatisierungen und Übernahmen von Minderheitsanteilen, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 15. November 2020 angekündigt wurden, mit Ausnahme derjenigen Deals, die in der Zwischenzeit abgesagt oder abgebrochen wurden.

Die Inhalte dieser Publikation sind zur Information unserer Mandanten bestimmt. Sie entsprechen dem Kenntnisstand der Autoren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Für die Lösung einschlägiger Probleme greifen Sie bitte auf die in der Publikation angegebenen Quellen zurück oder wenden sich an die genannten Ansprechpartner. Meinungsbeiträge geben die Auffassung der einzelnen Autoren wieder. In den Grafiken kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

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