A high view from cooling equipment and network servers racks in a data center. Shot in Osaka Downtown, Japan.

Data Center als neue Assetklasse

Asset backbone des Megatrends Digitalisierung, der bei institutionellen Investoren stark nachgefragt ist

5 GW

Data-Center-Kapazität werden in Deutschland bis 2030 erwartet

23 Mrd.

Euro Umsatz im operativen Data-Center-Markt in Deutschland von 2017 bis 2029

+ 27 %

CAGR wird für die weltweite Rechenleistung bis 2030 geschätzt

5x

wird die Nachfrage schätzungsweise in Deutschland das Angebot bis 2030 übersteigen

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Benjamin Schrödl und Dirk Kadel sind Ihre Experten für Data Center bei PwC Deutschland

Benjamin Schrödl
Partner, Head of Real Assets M&A Germany bei PwC Deutschland
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Data Center als neue Assetklasse und chancenreiche Investitionsmöglichkeit

Die Anforderungen an digitale Infrastrukturen wachsen rasant. KI, Cloud-Transformation und High Performance Computing (HPC) machen Rechenzentren zu hochkomplexen Industrieanlagen. Gefordert ist ein ganzheitlicher Blick auf Technologie, Wirtschaftlichkeit und Regulatorik – von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb.

Die Bedeutung von Rechenzentren wird durch Digitalisierung, wachsende Cybersecurity-Bedenken und den Wunsch nach Unabhängigkeit von US-Hyperscalern vorangetrieben. Europäische Initiativen und staatliche Unterstützung beschleunigen den Infrastrukturausbau, während der KI-Fortschritt die Nachfrage nach Rechenleistung massiv antreibt.

Kapazitätsengpässe in Europas Schlüsselregionen – bedingt durch Herausforderungen bei Standortwahl, Genehmigung und Energieversorgung – schaffen besondere strategische Rahmenbedingungen für Investitionen. Für Investoren eröffnen sich dadurch attraktive Chancen, am Wachstum des Rechenzentrumssektors zu partizipieren und sich in der digitalen Wirtschaft frühzeitig zu positionieren.

Attraktiver Markt und überzeugendes Investment

Data Center: Eine attraktive Assetklasse mit Perspektive

Der Markt für Rechenzentren eröffnet professionellen Investoren ein breites Spektrum an Investitionsmöglichkeiten und differenzierten Einstiegspunkten – abgestimmt auf unterschiedliche Strategien, Fachkompetenzen und Renditeerwartungen. Ob der Fokus auf Infrastruktur, GPUs, Inferenztechnologien, den Aufbau von KI-Cloud-Kapazitäten oder den klassischen Immobilien- und Grundstückserwerb gerichtet ist: Der Sektor bietet ein hohes Maß an Flexibilität und Strukturierungsmöglichkeiten. Investoren können ihre Rolle im komplexen Ökosystem aus Betreibern, Eigentümerstrukturen und Technologiepartnern klar definieren und ihre Anlagestrategie gezielt an eigenen Stärken und Zielen ausrichten.

Rechenzentren zeichnen sich als Investment durch eine Reihe attraktiver Merkmale aus: langfristig gesicherte Einnahmeströme, hohe Mietrenditen, stabiler Cashflow, niedrige Leerstandsquoten sowie häufig bonitätsstarke und renommierte Nutzer, die zu einer geringeren Konjunktursensitivität beitragen. Unterschiedliche Geschäfts- und Erlösmodelle – etwa Colocation, KI-Hosting oder KI-Cloud-Services – eröffnen zusätzliche Ertragspotenziale mit attraktiven Margen.

Mit der starken Dynamik des Data-Center-Marktes wächst zugleich die Bandbreite der unter dem Begriff „Rechenzentrum“ angebotenen Produkte und Lösungen. Eine sorgfältige Prüfung ist daher unerlässlich: Nicht jedes als Rechenzentrumslösung vermarktete Angebot erfüllt die hohen Anforderungen an Standards, Spezifikationen und Leistungsfähigkeit, die für eine belastbare Infrastruktur auf Rechenzentrumsniveau erforderlich sind.

Umsatz im Data-Center-Markt in Deutschland von 2017 bis 2029 (in Milliarden Euro)

Infografik: Umsatz im Data-Center-Markt

Rechenzentren: Sicher planen, agil bauen, effizient betreiben

Sicher planen – Strategie und Konzeption

Die entscheidenden Weichen für Performance und Rendite werden lange vor dem ersten Spatenstich gestellt. Technologische Entwicklungen, etwa deutlich steigende Leistungsdichten, müssen frühzeitig antizipiert und in die Planung integriert werden. Gleichzeitig sind verschärfte ESG-Anforderungen, komplexe Genehmigungsverfahren und die Standortwahl zu berücksichtigen. Alle diese Faktoren sollten von Beginn an in einen belastbaren Business Case einfließen.

Agil bauen – Realisierung und Projektsteuerung 

Ob Neubau auf der grünen Wiese oder Modernisierung im laufenden Betrieb: In der Bauphase müssen zahlreiche Gewerke präzise ineinandergreifen – von der Gebäudehülle über die Kältetechnik bis zur IT-Infrastruktur. Die Herausforderung besteht darin, auch unter Bedingungen volatiler Lieferketten und begrenzter Ressourcen die Steuerung zu behalten.. Ein stringentes Projekt- und Schnittstellenmanagementist entscheidend, um Zeitpläne zu halten und kostenintensive Reibungsverluste zu vermeiden.

Effizient betreiben – Optimierung und Resilienz

Im laufenden Betrieb sind höchste Verfügbarkeit (24/7) und ein ressourcenschonender Einsatz von Energie und Wasser miteinander in Einklang zu bringen. Das Management steht vor der Aufgabe, Kennzahlen wie Power Usage Effectiveness (PUE) und Water Usage Effectiveness (WUE) kontinuierlich zu verbessern, verlässliche Daten für das Nachhaltigkeitsreporting (zum Beispiel CSRD) bereitzustellen und die Infrastruktur flexibel an wechselnde IT-Lasten anzupassen.. Wer die klassischen Grenzen zwischen Immobilienmanagement, Energieversorgung und IT-Architektur auflöst, kann diese Herausforderungen in messbare Wettbewerbsvorteile überführen.

Der wachsende Markt für Rechenzentren in Deutschland spiegelt sich in einer zunehmenden Zahl attraktiver Standorte wider. Neben dem zentralen Knotenpunkt Frankfurt entwickeln sich auch andere Standorte dynamisch und weisen eine Vielzahlvon Rechenzentrumsprojekten auf, die in den kommenden Jahren fertiggestellt werden sollen (Projekte in der Entwicklungsphase).

Aktuelle Data-Center-Projekte in der Entwicklungsphase

Geplante Data Center in Brandenburg
Brandenburg Kapazität Meilenstein
Schwarz Digits Data Center Lübbenau 200 MVA Fertigstellung: Ende 2027
Project Jupiter Lichterfeld-Schacksdorf 500 MVA Baubeginn: Ende 2026/Anfang 2027
Geplante Data Center in Berlin + Umland
Berlin + Umland Kapazität Meilenstein
VIRTUS Marienpark Campus 57 MW Fertigstellung des ersten Gebäudes: Q3 2026
Vantage BER1 56 MW (Ausbaupotential auf über 300 MVA) Netzanschluss: bis 2029
VIRTUS Wustermark Megacampus 300 MVA Fertigstellung: 2026
Maincubes BER02 Nauen > 200 MVA Fertigstellung des ersten Gebäudes: Ende 2027
Bluestar 100 MVA Fertigstellung: 2027
Geplante Data Center in Frankfurt + Umland
Frankfurt + Umland Kapazität Meilenstein
Greenrocks Mainz 54 MW (Ausbaupotential auf 80 MW) Fertigstellung des ersten Gebäudes: Ende 2026
CloudHQ Campus Höchst 276 MW Fertigstellung des ersten Abschnitts: 2027
Cyrus One Frau7 81 MW (Ausbaupotential auf 126 MW) Fertigstellung der ersten Phase: Q2 2026
Maincubes FRA04 40 MW Fertigstellung: Q1 2029
Digitalpark Fechenheim FRA20 16 MW (Ausbaupotential auf 200 MW) Erste Ausbaustufe: Frühjahr 2027
Cyrus One FRA5 Hanau 54 MW Baubeginn: Q1 2026 geplant
Data4 Mega Campus 180 MVA Baubeginn: September 2025
Frank Cube 200 MW Fertigstellung: 2028
Geplante Data Center in Gießen
Gießen Kapazität Meilenstein
Gießen Katzenfeld 65 MW Fertigstellung: 2030
Geplante Data Center in der Region Köln/Bonn
Region Köln/Bonn Kapazität Meilenstein
FIL Bros Bergheim bei Köln 30 MVA Fertigstellung: 2026
Wesseling-Urfeld > 10 MVA Baubeginn: 2027
Geplante Data Center in Westfalen (Lippe-Region)
Westfalen (Lippe-Region) Kapazität Meilenstein
Blackstone Hyperscaler Campus 200 MW Fertigstellung: frühe 2030er Jahre
YEXIO Rechenzentrum Bad Lippspringe 2 MW (Ausbaupotential auf 4 MW) Inbetriebnahme: Sommer 2026
Geplante Data Center in Amberg
Amberg Kapazität Meilenstein
Polarise 30 MW (Ausbaupotential auf 120 MW) Fertigstellung: Mitte 2027
Geplante Data Center in München + Umland
München + Umland Kapazität Meilenstein
DCMUC 1 Unterschleißheim 17 MW Fertigstellung der ersten 8 MW: Mitte 2027
Portus Data Center MUC2 1,5 MW (Ausbaupotential auf 7 MW) Fertigstellung: Anfang 2027
YEXIO Rechenzentrum 2 MW (Ausbaupotential auf 4 MW) Fertigstellung: Q3 2027
AI-Factory Telekom 12 MW (Ausbaupotential auf 20 MW) Fertigstellung: Februar 2026
Geplante Data Center in der Region Hannover
Region Hannover Kapazität Meilenstein
Avacon Data Center 28.000 Server Fertigstellung: Februar 2026
Geplante Data Center in Hamburg
Hamburg Kapazität Meilenstein
DataR 5 MW Fertigstellung: Sommer 2026
Geplante Data Center in Stuttgart
Stuttgart Kapazität Meilenstein
Nexspace 4 MW Fertigstellung: 2. Hälfte 2026
AtlasEdge STR001 20 MW Fertigstellung (Phase 1/4): Juli 2025
Geplante Data Center in der Region Leipzig/Sachsen
Region Leipzig/Sachsen Kapazität Meilenstein
Rechenzentrum Zschortau-Rackwitz 500 MVA Satzungsphase: Ende 2027, möglicher Launch: 2030
Geplante Data Center in der Region Rhein-Selz
Region Rhein-Selz Kapazität Meilenstein
NTT Global Data Centers FRA6 Nierstein 482 MW Teilbetrieb: 2029

Stand: März 2026

Bestandsgebäude als neuer Trend für DC-Nutzung

Viele Bestandsgebäude verfügen bereits über leistungsfähige Stromanschlüsse. Da die Netzanbindung  bei Greenfield-Projekten in einigen Märkten bis zu zehn Jahre dauern kann, entsteht hier ein erheblicher Zeitvorteil. Zudem lassen sich durch die Nutzung vorhandener Bausubstanz nicht nur Baukosten, sondern häufig auch Genehmigungs- und Entwicklungszeiten deutlich reduziert.

Neue Chip-Generationen verändern die Nutzung von Bestandsgebäuden grundlegend: Sie erhöhen die Rechenleistung pro Quadratmeter und ermöglichen zugleich die teilweise Auslagerung von Kühl- und Energieinfrastrukturen. Dadurch sinkt der Flächenbedarf für Data Halls und die Effizienz der vorhandenen Gebäude wird maximiert. Ungenutzte Potenziale können so gehoben und Investitionen in bestehende Standorte deutlich attraktiver gestaltet werden.

Die wachsende Nachfrage nach Bestandsgebäuden mit hoher Stromanschlusskapazität dürfte perspektivisch zu einem Engpass bei verfügbaren Objekten führen.  Um von diesem Trend zu profitieren, ist der Faktor Zeit entscheidend. Marktteilnehmer sind gefordert, frühzeitig zu handeln und sich jetzt strategisch zu positionieren.

35

Derzeit befinden sich die 35 aktuellsten Data-Center-Projekte in der Entwicklung – mit geplanter Fertigstellung bis 2030 und darüber hinaus.

Unsere maßgeschneiderten
PwC-Lösungen

Bei PwC Real Assets Beratung kombinieren wir fundierte Branchenexpertise mit umfassenden Beratungsleistungen und bieten End-to-End-Beratungsdienste, um Investoren, Entwickler und Betreiber während des gesamten Lebenszyklus eines Rechenzentrums zu unterstützen.

  • Feasibility-Analyse (Aktueller Eignungsstand des Grundstücks für eine Data-Center-Entwicklung; Feststellung des Zeit- und Kostenrahmens)
  • Indikative Bewertung
  • Bewertung & Business Model
  • Equity-Suche und Debt-Finanzierung
  • M&A und Marktansatz

Wir verstehen uns nicht nur als Berater, sondern als strategische Partner unserer Kunden, um Projekte erfolgreich zu realisieren.

Weitere Studienergebnisse im Überblick

Energieeffizienz von Data Centern

Rechenzentren müssen steigende Rechenleistung mit Nachhaltigkeit vereinen – der Stromverbrauch ist seit 2010 um über 90 Prozent gestiegen. Erneuerbare Energien, Wasserstofftechnologien und Abwärmenutzung reduzieren den ökologischen Fußabdruck. EU-Vorgaben und das deutsche Energieeffizienzgesetz fordern Klimaneutralität bis 2030. Die Zukunft gehört Rechenzentren, die in nachhaltige Technologien investieren und Teil einer grünen Energiewirtschaft werden.

Bewertung von Data Centern

Rechenzentren sind keine gewöhnlichen Gewerbeimmobilien. Ihr Wert hängt von Energieversorgung, IT-Auslastung, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit ab. Die DCF-Methode ist der bevorzugte Bewertungsansatz, ergänzt durch Vergleichs- und Vermögenswertmethode. Steigende Nachfrage bei begrenztem Angebot macht sie zur attraktiven Assetklasse. Entscheidend sind Strom- und Netzverfügbarkeit, vertragliche Risiken und technische Flexibilität. Langfristige Triple-Net-Strukturen sichern stabile Cashflows.

KI-Chips schaffen neue Umnutzungsmöglichkeiten

Die neuesten KI-Chip-Generationen verändern Effizienz und Leistung von Rechenzentren grundlegend: Sie können Kosten und Energieverbrauch um das 25-Fache senken und die Ausgabeleistung um das 40-Fache steigern. Voraussichtlich wird ein Rack im Jahr 2030 die Rechenleistung von rund 275 heutigen Racks erbringen – bei etwa 95 Prozent weniger Stromverbrauch. Flüssigkeitskühlung ermöglicht zudem die Auslagerung von 70 Prozent der Kühlinfrastruktur und reduziert den Flächenbedarf im Gebäude. Gleichzeitig dürfte sich der Stromverbrauch europäischer Rechenzentren bis 2030 auf rund 150 TWh verdreifachen. Erfolgreiche Brownfield-Projekte erfordern daher technologisches Know-how sowie einen strategischen Umgang mit Energie und Regulatorik.

„Aktuell ist eine erstklassige Gelegenheit für strategische Investitionen in Rechenzentren, um eine führende Marktposition zu erlangen und eine nachhaltige Entwicklung zu sichern.“

Benjamin Schrödl,Partner, Head of Real Assets M&A Germany bei PwC Deutschland
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