PwC Reederstudie 2018: Schifffahrt in bewegten Zeiten

Wie deutsche Reeder ihr Leistungsspektrum erweitern

Neue Herausforderungen – Neue Chancen

Nach Jahren der Krise und Konsolidierung gibt es leise Hoffnungsschimmer in der deutschen Schifffahrtsindustrie: Zumindest Containerschiffe erzielen seit Beginn des Jahres wieder steigende Einnahmen – wenn auch auf niedrigem Niveau. Viele Reedereien planen zudem eine Erweiterung ihres Leistungsportfolios. Doch es zieht bereits ein neues Sturmtief auf: Die protektionistische Wende, die von der US-Regierung forciert wird, droht globale Warenströme nachhaltig zu verändern. In diesen bewegten Zeiten analysiert die zehnte PwC Reederstudie die aktuelle Situation der deutschen Reedereien und wirft einen Blick auf die weitere Entwicklung der deutschen Handelsflotte.

„Die Exportnation Deutschland ist so eng wie kaum eine andere Volkswirtschaft in die globale Lieferkette eingebunden. Entsprechend deutlich spürbar ist die Verunsicherung in der Schifffahrtsindustrie ob der jüngsten handelspolitischen Entwicklungen.“

Claus Brandt, Leiter Maritimes Kompetenzzentrum
Hafen

Die wichtigsten Themen der Reederstudie 2018

Sorge vor US-Protektionismus

Sorge vor US-Protektionismus

Die deutschen Reeder sehen dem Aufbau weiterer Handelsbarrieren und daraus resultierenden, verringerten Handelsströmen mit Sorge entgegen. Acht von zehn Befragten gehen davon aus, dass die veränderte Handelspolitik der USA Auswirkungen auf die deutsche Schifffahrt haben wird – zwei Drittel befürchten ausschließlich negative Folgen. Das Inkrafttreten US-amerikanischer Strafzölle auf Stahl und Aluminium zum 1. Juni 2018 hat die Befürchtungen der deutschen Reeder zusätzlich verstärkt: Glaubten die im Mai Befragten noch zu 78 Prozent an Folgen für die Schifffahrtsindustrie, waren es bei den nach dem 1. Juni Befragten bereits 83 Prozent.

Neuausrichtung der Branche schreitet voran

Neuausrichtung der Branche schreitet voran

Die Digitalisierung erfordert auch in der Schifffahrt ein Umdenken bzw. eine Erweiterung des bisherigen Leistungsspektrums. Um konkurrenzfähig zu bleiben, planen knapp zwei Drittel der Reedereien mittelfristig neue Geschäftsfelder zu erschließen. Kopf der Logistikkette will die Mehrheit der befragten Unternehmen (59 Prozent) dennoch erst einmal nicht werden. In Sachen digitaler Services besteht weiterhin Nachholbedarf: Gerade einmal jede fünfte Reederei plant beispielsweise, ihre Logistik in Zukunft über eine Tracking-App zu steuern.

Warum eine eigene Handelsflotte sinnvoll ist

Warum eine eigene Handelsflotte sinnvoll ist

In Zeiten der Globalisierung und Internationalisierung wird immer wieder über den Nutzen einer nationalen Flotte diskutiert. Welche Vorteile hat die deutsche Flotte im internationalen Wettbewerb? Bei Merkmalen wie Umweltverträglichkeit, Technologie oder Zuverlässigkeit sehen die Befragten ausländische Flotten mehr oder weniger auf gleichem Leistungsniveau. Was in ihren Augen hingegen klar für eine eigene deutsche Flotte spricht, ist der hohe Ausbildungsstand der maritimen Fachkräfte hierzulande. Entsprechend sind der Erhalt des maritimen Know-hows und die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte zentrale Argumente für den Erhalt einer deutschen Handelsflotte.

Contact us

Claus Brandt
Leiter Maritime Wirtschaft und Managing Partner Region Nordost, PwC Germany
Tel.: +49 40 6378-1607
E-Mail