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Workforce Transformation: Führen in unsicheren Zeiten

Die Ergebnisse des 29. Global CEO Survey von PwC zum Thema Workforce Transformation

74 %

der deutschen CEOs bescheinigen ihren Unternehmen ein tragfähiges Technologieumfeld für Künstliche Intelligenz.

70 %

der deutschen CEOs sehen Verwaltungsprozesse als Haupthindernis für operative Leistung.

Nur 33 %

der deutschen CEOs trauen ihren Führungsteams zu, Chancen aus Disruption zu nutzen.

22 %

der CEOs weltweit sehen ihr Unternehmen bei der Skill-Verfügbarkeit deutlich exponiert.

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Till R. Lohmann
Workforce Transformation Lead, PwC Deutschland
Tel.: +49 151 17463260
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Deutsche CEOs sehen sich bereit für KI, nutzen sie aber noch zu selten gewinnbringend 

74 Prozent der deutschen CEOs bescheinigen ihren Unternehmen ein tragfähiges Technologieumfeld für Künstliche Intelligenz (KI) – doch nur 11 Prozent erzielen mit ihr schon höhere Umsätze. In puncto KI besteht also eine große Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Einsatzfähigkeit und realisierten Umsatzsteigerungen.  

Das ist eines der Kernergebnisse des 29. Global CEO Survey, für den PwC knapp 4.500 CEOs in 95 Ländern und Regionen befragt hat. Ein weiterer Befund lautet: Unternehmen, die eine Reinvention ihrer Geschäfts- und Operating-Modelle mittels KI-Innovationen am konsequentesten vorantreiben, verschaffen sich klare Vorteile gegenüber ihren Wettbewerbern. Solch eine Erneuerung gelingt jedoch nur, wenn auch die Beschäftigten verstehen, inwiefern sich ihre Rollen verändern (müssen), wenn sie Zugang zu den erforderlichen Skills haben, diese auch erwerben und wenn sie ihren Unternehmensführungen vertrauen.  

„Wenn sich Rollen – auch durch Technologie – verändern, müssen Unternehmen Karrierewege neugestalten. Wichtig ist zudem, mit Klarheit zu führen, um Unsicherheit in Zuversicht zu verwandeln.“

Till R. Lohmann,Partner und Workforce Transformation Lead bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Große Diskrepanz zwischen KI-Voraussetzungen und tatsächlichem Einsatz

Zunächst ein Detailblick auf die Studienergebnisse zu KI: Die deutschen CEOs bewerten die technologischen Voraussetzungen in ihren Unternehmen für den KI-Einsatz besser als der globale Durchschnitt – 74 gegenüber 67 Prozent. Auch ihre Unternehmenskultur schätzen sie als KI-förderlich ein. Damit liegen sie ebenfalls über dem globalen Durchschnitt (74 vs. 69 Prozent).

Aber: Die PwC Hopes & Fears Studie (2025) zeigt, dass in Deutschland lediglich 43 Prozent der Beschäftigten KI als Technologie nutzen, im weltweiten Durchschnitt sind es 54 Prozent. Und nur 11 Prozent der deutschen CEOs berichteten, dass sie mit KI in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzsteigerungen erzielt haben (global: 29 Prozent). Außerdem gaben lediglich 16 Prozent an, dass sie mit KI ihre Kosten gesenkt haben – gegenüber 26 Prozent weltweit.

Das KI-Potenzial ist jedoch groß: Mitarbeiter:innen von Unternehmen in Deutschland, die KI nutzen, bemerken deutliche Verbesserungen: 65 Prozent berichten über eine höhere Arbeitsqualität, 62 Prozent von einer gesteigerten Produktivität und 58 Prozent von mehr Kreativität. Der Engpass: Zugang zu KI-Weiterbildungsangeboten haben allerdings nur 55 Prozent der weltweit Befragten (PwC Hopes & Fears Studie).

Interne Administration hemmt deutsche Unternehmen deutlich stärker als den globalen Durchschnitt

Ein weiteres Ergebnis: 70 Prozent der deutschen CEOs sehen unternehmensinterne Verwaltungsprozesse als Hauptblocker für ihre operative Leistungsfähigkeit – im globalen Durchschnitt sagten dies lediglich 28 Prozent der Befragten. Hinzu kommt: 29 Prozent der deutschen CEOs nannten Technologie als Grund für Beeinträchtigungen der operativen Leistungsfähigkeit. Und nur 15 Prozent gaben an, dass die Ergebnisse von technologiebezogenen Funktionen wie Datenverarbeitung, Analytik, Anwendungen und IT (deutlich) über ihren Erwartungen liegen.

 

Kurzum: Langwierige Prozesse, operative Komplexität und eine Technologie, die hinter den Erwartungen zurückbleibt, bremsen deutsche Unternehmen deutlich stärker als Unternehmen in anderen Ländern.

KI-First-Ansatz etablieren

Um dies zu beheben, sollten Unternehmen eine konsequente End-to-End-Digitalisierung und eine stärkere Automatisierung der Kernprozesse mit einem KI-First-Ansatz vorantreiben. Dazu gehören – hier am Beispiel Personalmanagement – eine umfassende Digitalisierung durch cloudbasierte Human-Capital-Management- und Prozesslösungen, radikale Prozessvereinfachungen und eine weitgehende Vollautomatisierung entlang des Hire-to-Retire-Zyklus. All dies sollte mit einer leistungsfähigen Agentifizierung mit Hilfe von KI-Lösungen sowie einem konsequenten Monitoring relevanter Kennzahlen verbunden sein.

Innovation, Disruption und Führung – deutsche CEOs im weltweiten Vergleich

Deutsche CEOs sehen sich als innovativ, meiden aber Risiken

Knapp die Hälfte der deutschen CEOs (49 Prozent) gab an, dass Innovationen bereits zentraler Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie sind (global: 50 Prozent). 28 Prozent testen eigenen Angaben zufolge neue Ideen schnell mit Kunden und Anwender:innen (global: 31 Prozent). 23 Prozent setzen auf Partnerschaften mit externen Akteuren wie Start-ups oder Universitäten (global: 33 Prozent).

Jedoch tolerieren gerade einmal 12 Prozent der deutschen CEOs in hohem oder sehr hohem Maße risikoreiche Innovationsprojekte (global: 25 Prozent). Und nur 15 Prozent verfügen über dedizierte Innovationszentren, Inkubatoren oder Corporate Venturing (global: 23 Prozent).

Disruption ist schneller als Unternehmen es schaffen, die darin liegenden Chancen zu nutzen

Hinsichtlich der Disruptionspotenziale liegen deutsche Unternehmen annähernd im weltweiten Durchschnitt: So glauben 33 Prozent der CEOs in Deutschland, dass ihre Führungsteams Chancen aus disruptiven Veränderungen nutzen können (global: 29 Prozent). Noch weniger – 26 Prozent in Deutschland, 27 Prozent global – zeigten sich zuversichtlich, solche Veränderungen vor ihrem Eintreten zu antizipieren.

Deutsche CEOs verwenden deutlich mehr Zeit für die mittelfristige Planung als im globalen Durchschnitt

Operative Themen binden einen Großteil der Aufmerksamkeit: Deutsche CEOs wenden im Durchschnitt 49 Prozent ihrer Zeit für Aktivitäten mit einem Horizont von weniger als einem Jahr auf (global: 47 Prozent). Sie verwenden allerdings deutlich mehr Zeit für die mittelfristige Planung (eins bis fünf Jahre) als der globale Durchschnitt (36 ggü. 27 Prozent). Und 15 Prozent der Zeit nutzen deutsche CEOs für Themen mit einem Horizont von mehr als fünf Jahren (global: 16 Prozent).

Gleichzeitig wächst der Transformationsdruck: 57 Prozent der deutschen CEOs (global: 42 Prozent) fragen sich, ob sie ihre Unternehmen schnell genug verändern, um mit dem Umfang und dem Tempo des technologischen Wandels – insbesondere durch KI – Schritt zu halten.

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29. Global CEO Survey von PwC

(PDF of 3.54MB)

Skills sind weltweit ein Risikofaktor

Deutliche Exposition

Weltweit sehen 22 Prozent der CEOs ihre Unternehmen in Bezug auf Skill-Verfügbarkeit deutlich exponiert. Fehlende Schlüsselkompetenzen stufen sie als Risikofaktor für Wachstum und Transformation ein. Verschärfend wirkt der hohe Wettbewerb um KI-Talente: Nur 42 Prozent der globalen CEOs geben an, (genügend) hochqualifizierte KI-Talente gewinnen zu können.

Wenig Weiterentwicklung

Nur 56 Prozent der weltweit befragten Mitarbeiter:innen entwickeln karriererelevante Fähigkeiten weiter. Damit schreitet die Kompetenzentwicklung nicht schnell genug voran – denn weder der externe Arbeitsmarkt noch klassische Nachwuchspfade werden die benötigten Kompetenzen ausreichend bereitstellen. Der Bedarf betrifft nicht nur technologie- und KI-nahe Bereiche, sondern auch kognitive und überfachliche Fähigkeiten wie analytisches Denken, Kommunikation und Resilienz.

Skills-first-Ansatz

Unternehmen sollten Skills noch systematischer identifizieren, entwickeln und steuern. Ziel ist ein grundlegender Wandel: Skillaufbau darf nicht nur punktuell erfolgen, sondern muss integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung werden. Eine fähigkeitenbasierte Organisation macht Kompetenzen sichtbar und schließt Lücken frühzeitig. So gelingt es Unternehmen, Talente flexibel dort einzusetzen, wo sie den größten Mehrwert entfalten.

„Die Botschaft an Unternehmen ist klar: Auch CEOs in Deutschland müssen Investitionen in die künftig erforderlichen Fähigkeiten noch stärker als bisher als Wachstumshebel sehen statt als Kostenfaktor.“

Katharina Holzapfel,Partnerin Workforce Transformation

29. Global CEO Survey von PwC

(PDF of 3.54MB)

Die Methodik

Onlinebefragung von 4.454 CEOs in 95 Ländern im Zeitraum vom 30. September bis zum 7. November 2025. Aus Deutschland haben 93 CEOs an der Befragung teilgenommen. Alle Zahlen auf Branchen- und Länderebene basieren auf ungewichteten Daten aus der gesamten Stichprobe. Weitere Details nach Region, Land und Branche sind auf Anfrage erhältlich.

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