Skip to content Skip to footer
Suche

Ergebnisse werden geladen

E-Bus-Radar 2022

PwC-Studie: Der Anteil elektrisch angetriebener Busse wächst deutlich

Ihr Experte für Fragen

Maximilian Rohs
Senior Manager Infrastructure & Mobility bei PwC Deutschland
Tel.: +49 211 981-4252
E-Mail

Das Jahrzehnt des E-Busses hat begonnen

Zahlreiche Verkehrsunternehmen stellen ihre Busflotten bereits auf emissionsfreie Antriebsarten um, andere befinden sich noch in der Planungsphase. Damit verwandeln die Verkehrsbetriebe ein ohnehin umweltfreundliches Verkehrsmittel in einen Vorreiter in Sachen Klimaschutz. 

Eine Herausforderung ist der Preis: So kostet ein Bus beispielsweise mit batterieelektrischem Antrieb etwa zweieinhalb Mal so viel wie ein konventioneller Dieselbus. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur erfordert weitere umfangreiche Investitionen. Zudem entsteht häufig ein erheblicher zusätzlicher Flächenbedarf. Dennoch wächst die Anzahl der jährlich neu in Betrieb genommen E-Fahrzeuge deutlich: Im Jahr 2021 kamen 586 E-Busse zur Flotte in Deutschland hinzu, 2020 waren es 357 Neuzugänge – das entspricht einem Zuwachs bei den Neuzulassungen von fast 60 Prozent. Und mehr als 5.500 weitere E-Busse wollen die Verkehrsunternehmen bereits Stand heute bis zum Jahr 2030 anschaffen. 

Aufgrund der starken Zuwächse gewinnt die Umstellung auf elektrische Antriebe im öffentlichen Nahverkehr zunehmend an Fahrt. Aktuell machen Elektrobusse erst rund 2,4 Prozent der gesamten ÖPNV-Busflotte von rund 54.000 Fahrzeugen aus, bezogen auf die rund 35.000 Stadtbusse in Deutschland liegt der Wert bei 3,6 Prozent.

Das sind einige der Kernergebnisse des fünften E-Bus-Radars der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland. Die Analyse betrachtet ausschließlich Busse mit mehr als acht Passagierplätzen (Fahrzeugklasse M3) mit elektrifizierten Antrieben und externer Energiezufuhr, die im Sinne der „Clean Vehicles Directive“ der Europäischen Union als „sauber“ oder „emissionsfrei“ gelten.

„Um die Transformation erfolgreich umsetzen zu können, benötigen Kommunen und Betreiber umfassende finanzielle Unterstützung – sowohl für Investitionen, als auch für den Betrieb. Doch dies ist eine Investition, die sich lohnt: in Klimaschutz und Lebensqualität!“

Maximilian Rohs, Senior Manager Infrastructure & Mobility bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Mehr als jeder zweite E-Bus ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Hamburg unterwegs

In sieben Bundesländern fahren jeweils mehr als 80 elektrifizierte Busse. Nordrhein-Westfalen (297) führt deutlich vor Hessen (186) und Hamburg (162). Mit 137 Fahrzeugen steht Berlin – 2020 noch auf Rang zwei – nun vor Niedersachsen mit 117 E-Bussen, gefolgt von Baden-Württemberg (94) und Bayern (88). 

Im Jahr 2021 fuhren insgesamt 1.269 E-Busse auf deutschen Straßen, die mit Abstand meisten davon sind Batteriebusse (1.066). Hinzu kommen 88 Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb, 80 Oberleitungsbusse und 35 Plug-In-Hybrid-Busse.

Bundesweit setzen 116 Städte und Gemeinden Busflotten mit elektrifiziertem Antrieb ein. In Hamburg fahren die meisten E-Busse mit Batterie- bzw. Brennstoffzellenantrieb (159 Fahrzeugen), Berlin (137) und Köln (113) folgen im Städteranking auf den Plätzen zwei und drei. In Solingen fahren die meisten Oberleitungsbusse (58), gefolgt von Eberswalde (zwölf) und Esslingen (zehn). 

Infografik: Topstädte nach Anzahl der rein elektrisch betriebenen Busse

E-Bus-Neuanschaffungen auf Rekordkurs

Die Anzahl der jährlichen Neubeschaffungen wächst deutlich. Während die Verkehrsunternehmen im Jahr 2017 nur 14 E-Busse erwarben, waren es 2018 schon 51, 2019 bereits 108. 2020 stieg die Anzahl weiter auf 367 und 2021 kamen 586 umweltfreundliche Fahrzeuge hinzu.

Fünf Fahrzeughersteller haben einen gemeinsamen Marktanteil von rund 85 Prozent, insgesamt stellten sie 1.071 der eingesetzten E-Busse her. Die meisten neuen E-Busse stammten 2021 aus den Werken von Mercedes Benz (428), Solaris (287), VDL (239), van Hool (64) und Ebusco (53).

E-Busse sind jedoch in der Regel mehr als doppelt so teuer wie Busse mit Verbrennungsmotor. Deshalb geht es noch nicht ohne staatliche Förderung.

Batteriebusse verkaufen sich am besten

Der Batteriebus ist momentan mit Abstand die am weitesten verbreitete E-Bus-Variante. 2021 kamen 553 batterieelektrische Fahrzeuge dazu, deutlich mehr als 2020 (313) und 2019 (100). PwC rechnet damit, dass sich diese Entwicklung durch die mittlerweile große Angebotsvielfalt in den nächsten Jahren weiter fortsetzen wird. Das zeigen auch die bereits bekannten Planungen: Bis 2024 wollen die Verkehrsunternehmen rund 2.000 Batteriebusse erwerben, zwischen 2026 und 2030 gibt es bereits heute konkrete Pläne für noch mal so viele.

Von den Städten planen die beiden Stadtstaaten Berlin (1.530) und Hamburg (1.066), die meisten E-Busse zu erwerben. Kiel (224), Essen (217), Wiesbaden (208), Nürnberg (193), Frankfurt am Main (139), München (130), Mainz (96) und Göttingen (93) wollen die Elektrifizierung ihrer Busflotten ebenfalls umfassend vorantreiben.

Die Clean Vehicles Directive der Europäischen Union wird starke Impulse setzen: Bis 2025 muss der Anteil „sauberer“ Fahrzeuge an den neubeschafften Bussen mindestens 45 Prozent betragen. Mindestens die Hälfte von ihnen muss „emissionsfrei“ sein, etwa Batterie- und Brennstoffzellenbusse. Ab 2026 steigt die Pflichtquote auf 65 Prozent.

Infografik: geplante Entwicklung des Bestands rein elektrisch angetriebener Busse

E-Busse mit Brennstoffzelle – Technologie mit großer Zukunft?

Mit knapp 90 Fahrzeugen sind Elektrobusse mit Brennstoffzellenantrieb aktuell weniger stark verbreitet. Auch mit Blick auf das verfügbare Fahrzeugangebot der Hersteller zeigt sich aktuell noch eine geringere Bedeutung des Brennstoffzellenantriebs. Ein Gelenkbus für den regulären Stadtverkehr wird derzeit beispielsweise nicht angeboten. In einigen Städten gibt es jedoch schon größere Flotten und ambitionierte Zukunftsplanungen für wasserstoffbetriebene Busflotten.

Vorreiter ist die Region Köln: Rund um die Domstadt fahren bereits 52 Brennstoffzellenbusse. In Wuppertal sind es elf, in Höchst acht Fahrzeuge. Aber bis 2030 wollen die Verkehrsunternehmen bundesweit weitere 685 Busse dieses Typs erwerben.

„Es zeichnet sich ab, dass der Batteriebus in den kommenden Jahren das Rückgrat der Busflotte bilden wird, insbesondere in unseren Städten. Je nach Anwendungsfall komplettieren weitere Antriebstechnologien und insbesondere der Brennstoffzellenbus das Spektrum.“

Maximilian Rohs, Senior Manager Infrastructure & Mobility bei PwC Deutschland
Infografik: Städte nach Anzahl der betriebenen Brennstoffzellenbusse

Zwei von drei Batteriebussen laden im Depot

Der Aufbau der Lade- bzw. Betankungsinfrastruktur ist eine der zentralen Herausforderungen bei der Flottentransformation. 2021 luden gut zwei Drittel der Verkehrsunternehmen ihre Batteriebusse im Depot (Overnight Charging), knapp ein Drittel nutzt die Ladeinfrastruktur entlang der Strecke (Opportunity Charging).

E-Bus-Zukunftsthemen

Standards für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur

Die Umstellung der Busflotten auf emissionsfreie Antriebe stellt Verkehrsunternehmen vor große Herausforderungen, bietet aber zugleich auch neue Chancen und Entwicklungspotenziale. Wenn sie branchenweite Standards für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur einführen, können sie die Anschaffungs- und Betriebskosten deutlich verringern.

Digitalisierung und Datennutzung

Mit der Digitalisierung der E-Bus-Systeme können Verkehrsunternehmen effizienter und zuverlässiger werden. Indem sie zum Beispiel mit (Echtzeit-)Daten ihre Abläufe optimieren – und damit zugleich Kosten senken. 

Recycling und Nachhaltigkeit

Die Antriebsbatterie unterliegt einem hohen „Verschleiß“, und immer mehr Batterien erreichen das Ende ihrer Nutzbarkeit im Fahrzeug. Sowohl im Sinne der Wirtschaftlichkeit, als auch in Bezug auf Nachhaltigkeit müssen Lösungen für den Umgang mit Altbatterien ausgerollt werden. Zwar existieren bereits Recycling- und Second-Life-Konzepte, diese müssen aber in Richtung Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit weiterentwickelt werden.

„Ich bin mir sicher: 2030 werden wir auf ein Jahrzehnt des E-Busses zurückblicken können!“

Hansjörg Arnold,Partner Infrastructure & Mobility bei PwC Deutschland
Follow us

Contact us

Hansjörg Arnold

Hansjörg Arnold

Partner, Infrastructure & Mobility, PwC Germany

Tel.: +49 69 9585-5611

Maximilian Rohs

Maximilian Rohs

Senior Manager Infrastructure & Mobility, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-4252

Hide