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Deutscher Startup Monitor: Auskopplung Bremen

PwC-Studie 2020: Bremer Startups geben ihrem Standort gute Noten

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Dr. Thomas Ull

Dr. Thomas Ull
Standortleiter von PwC in Bremen
Tel.: +49 421 8980-4282
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Bremer Startups tun sich mit der Finanzierung schwer

Bremer Gründerinnen und Gründer fühlen sich an ihrem Standort (wieder) wohl: 59 Prozent der Jungunternehmer:innen bewerten das allgemeine Startup-Ökosystem in Bremen und Bremerhaven als gut. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Insbesondere die wirtschaftspolitischen Initiativen kommen deutlich besser weg als noch vor einem Jahr.

Auch in puncto Diversität kann die Bremer Startup-Szene punkten: 29 Prozent der Startups in der Hansestadt wurden von Frauen gegründet – weit mehr als im bundesweiten Schnitt (16 Prozent). Äußerst kritisch sehen die Bremer Jungunternehmer:innen allerdings den Zugang zu Kapital und Investitionen: Hier klagen zwei Drittel über schlechte Bedingungen in der Hansestadt.

Und auch die Corona-Krise geht nicht spurlos an den Bremer Jungunternehmer:innen vorbei: So berichten drei Viertel der Bremer Startups in der Umfrage, dass die Pandemie ihre Geschäfte negativ beeinträchtigt hat. Dabei haben die Startups vor allem unter dem Ausfall von Veranstaltungen zu leiden (86 Prozent). 57 Prozent beklagen die Verzögerung von Aufträgen; 52 Prozent berichten über kurzfristige Umsatzrückgänge.

Infografik: 29 Prozent der Gründer: innen in Bremen sind weiblich

„In den vergangenen Jahren hat sich in Bremen eine sehr aktive Startup-Landschaft entwickelt, in der viele junge Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen – vom Lebensmittelsektor über Künstliche Intelligenz bis zur Raumfahrtbranche – sehr gute Voraussetzungen für die Entwicklung ihrer innovativen Geschäftsmodelle finden.“

Dr. Thomas Ull, Standortleiter von PwC in Bremen

Die Studie im Überblick

Die Stärken und Schwächen des Bremer Startup-Ökosystems

Eine der besonderen Stärken Bremens liegt in der Nähe zu Universitäten: Knapp 80 Prozent sind hiermit zufrieden. Das Netzwerk zu anderen Startups bewerten 78 Prozent der Bremer Gründer:innen ebenfalls positiv – im Vorjahr lag dieser Wert nur bei 56 Prozent. Und auch die wirtschaftspolitischen Initiativen kommen besser weg als noch vor einem Jahr: Hiermit ist die Mehrheit (52 Prozent) zufrieden, im Vorjahr waren es nur 40 Prozent.

Beim Thema Personal zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal vor Ort hat sich zwar verbessert – jeder Zweite bewertet diese aktuell als gut, 2019 war es nur jeder Dritte. Dennoch sehen die Gründer:innen in Bremen und Bremerhaven, dass der Standort es im Kampf um qualifizierte Fachkräfte schwerer hat als die großen Metropolen. Mit der Anziehungskraft der Hansestadt für Talente von außerhalb sind nur 17 Prozent zufrieden; bundesweit dagegen fast jeder Zweite (48 Prozent).

Dafür punktet Bremen mit einem vergleichsweise entspannten Immobilienmarkt: 57 Prozent halten die Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien für gut – das sind deutlich mehr als im Rest der Republik (41 Prozent). Die größte Schwäche des Bremer Startup-Ökosystems liegt eindeutig im Bereich Finanzierung: Nur 9 Prozent geben dem Zugang zu Kapital und Investitionen in der Hansestadt gute Noten, während 66 Prozent über schlechte oder sogar sehr schlechte Finanzierungsbedingungen klagen.

Infografik: Die Stärken und Schwächen des Bremer Startup-Ökosystems

Venture Capital und Business Angels sind in Bremen Mangelware

Ein Blick auf die genutzten Finanzierungsquellen zeigt, dass sich die Bremer Startups stark auf ihre Ersparnisse verlassen: 95 Prozent greifen auf eigene Ressourcen zurück, immerhin 39 Prozent nutzen staatliche Fördermittel. Deutlich seltener finanzieren sich die Bremer Gründer:innen über innovative Finanzierungswege wie Business Angels: Fast jedes zweite Startup (46 Prozent) würde zwar gerne finanzielle Unterstützung auf diesem Weg erhalten, aber nur 18 Prozent haben diese Möglichkeit – immerhin mehr als im Vorjahr, als dieser Anteil bei 9 Prozent lag. Zum Vergleich: Deutschlandweit finanziert sich bereits fast jedes dritte Startup über Business Angels.

Ähnlich sieht es im Bereich Venture Capital aus: 28 Prozent der Bremer Startups wünschen sich eine Geldspritze über Risikokapitalgeber, aber nur 4 Prozent haben Zugang zu Wagniskapital – das sind nochmal weniger als im Vorjahr, als sich immerhin 9 Prozent der Bremer Gründer:innen auf diesem Weg finanzierten. Bundesweit setzt bereits jedes fünfte Startup (19 Prozent) auf Risikokapital.

Ebenfalls auffällig: Bremer Startups nehmen im Vergleich zu Startups im übrigen Deutschland signifikant seltener externes Kapital auf (47 vs. 63 Prozent bundesweit). Und auch die bestehenden staatlichen Angebote werden scheinbar noch nicht ausgeschöpft: Laut Umfrage haben nur 38 Prozent der Bremer Startups in der Krise staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen – und damit bedeutend weniger als Startups im Rest der Republik (55 Prozent).

Infografik: So finanzieren sich die Bremer Gründer:innen

Bremer Startups setzen auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Bei Geldgebern punkten können die Bremer Startups mit ihren innovativen Geschäftsmodellen: 76 Prozent setzen mittlerweile auf ein digitales Businessmodell – das sind 16 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als im bundesweiten Schnitt (67 Prozent). Dabei sind die Bremer Gründer:innen insbesondere in der IT- und Telekommunikationsbranche tätig, aber verstärkt auch im Konsumgüter-, Gesundheits- und Medizinsektor – Bereiche also, die von Investoren aktuell stark nachgefragt werden.

Und mit einem weiteren inhaltlichen Schwerpunkt treffen die Bremer Startups den Nerv der Zeit und die Interessen zahlungskräftiger Investoren: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Bremer Gründer:innen ordnet ihre Tätigkeiten der Green Economy zu (bundesweit: 43 Prozent). Im Vorjahr lag der Anteil der Bremer Gründer:innen, die mit ihren Produkten und Angeboten einen Beitrag zum Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz leisten, erst etwa halb so hoch (27 Prozent).

Weitere Ergebnisse im Überblick

Internationalisierung

Bremer Startups scheuen den Gang ins Ausland

Nur 44 Prozent der Bremer Gründer:innen strecken ihre Fühler ins Ausland aus. Bundesweit planen mit 66 Prozent deutlich mehr Startups den (weiteren) Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten.

Unternehmensgröße

Mitarbeiterzahl bleibt konstant

Die durchschnittliche Unternehmensgröße liegt mit rund neun Mitarbeiter:innen deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 17, ist im Vergleich zum Vorjahr aber konstant geblieben. Nur drei Prozent der Bremer Startups haben als Reaktion auf die Krise Personal abgebaut, um Kosten zu reduzieren (bundesweit: 11 Prozent).

Geschäftslage

Krise schlägt auf die Stimmung

Die Startup-Entscheider:innen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als noch vor einem Jahr. Während 2019 noch jedes zweite Bremer Startup seine Geschäftslage als gut einstufte, ist aktuell nur noch jedes vierte Unternehmen positiv gestimmt (bundesweit: 32 Prozent).

Stolpersteine

Vertrieb ist aktuell die größte Hürde

Besonders herausfordernd ist für die Bremer Startups aktuell der Vertrieb und die Kundenentwicklung. 80 Prozent sehen diesen Bereich als schwierigste Aufgabe; im Vorjahr sagten dies nur 58 Prozent der Befragten.

Diversität

Jede vierte Mitarbeiter:in kommt aus dem Ausland

Der Anteil der Beschäftigten in Bremer Startups, die ursprünglich nicht aus Deutschland stammen, liegt mit 23 Prozent etwas niedriger als im bundesweiten Schnitt (27 Prozent). Unter den Gründerinnen und Gründern selbst haben 7 Prozent eine ausländische Staatsbürgerschaft; bundesweit sind es 13 Prozent.

„Die Finanzierung ist aktuell der größte Schmerz für die hiesige Startup-Szene. Um hier für Linderung zu sorgen, braucht es einerseits mehr Angebote von privaten Risikokapitalgebern, aber auch den Mut und das Engagement der Gründer:innen, alternative Quellen aufzutun. Durch die Zusammenarbeit mit etablierten Firmen im Rahmen von Corporate Venture Capital lassen sich ebenfalls Kosten und Know-how teilen.“

Christoph Haß,Leiter der PwC-Startup-Initiative Next Level für die Region Nord

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 8. Deutsche Startup Monitor, den PwC in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Startups e. V. und der Universität Duisburg-Essen erstellt hat. An der Studie haben sich knapp 2.000 deutsche Startups beteiligt, darunter 61 aus Bremen und Bremerhaven.

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Partner, PwC Germany

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