Frauen und M&A? Eine Herausforderung, die es sich anzunehmen lohnt!

20 Februar, 2018

„Nachdem ich vor rund 15 Jahren eher zufällig zwei M&A-Projekte betreut habe, war mir klar: Das ist es.“

Alke Fiebig, Partnerin im Bereich M&A Tax bei PwC in Hamburg

Wenn es um Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions) geht, sind Frauen an der Spitze noch immer Ausnahmeerscheinungen. Die PwC-Plattform „Women in M&A“ bietet Entscheiderinnen von heute und morgen die Chance, sich untereinander zu vernetzen – und voneinander zu profitieren. Schließlich birgt ihr Beruf ganz besondere Herausforderungen.

Wenn das PwC-Netzwerk „Women in M&A“ einlädt, kann der vorgesehene Ablauf schon mal in Vergessenheit geraten. Zum Beispiel, als jüngst eine ehemalige Dax-Managerin zu Gast war, die inzwischen Führungskräfte coacht und berät. Es hat sich eine „sehr angeregte Diskussion“ entwickelt, die deutlich länger dauerte als vorgesehen, erzählt Alke Fiebig, Partnerin im Bereich M&A Tax bei PwC in Hamburg.

Der Abend in München zeigte eindrucksvoll: Es gibt viel zu besprechen, wenn Frauen aus dem M&A-Business zusammenkommen. Das Tätigkeitsfeld sei „ungemein spannend, aber auch herausfordernd und intensiv“, sagt Fiebig, die das Netzwerk gemeinsam mit zwei Kolleginnen ins Leben gerufen hat.
So sind die Arbeitszeiten schwer planbar, und wenn sich ein Deal ankündigt, sind regelmäßig Nachtschichten fällig. Deshalb sind – in besonderem Maße Einsatzbereitschaft und Organisationstalent gefragt – vor allem wenn es gilt, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Trotzdem kann sich die 43-Jährige Fiebig nicht mehr vorstellen, in einem anderen Bereich zu arbeiten.

„Die Vernetzung ist ein ganz wichtiger Faktor“

Als weibliche Führungskraft ist Fiebig jedoch die Ausnahme: Das M&A-Business ist noch immer eine Männerdomäne; die Frauenquote steigt im Vergleich zu anderen Tätigkeitsfeldern in der Beratung nur langsam – gerade in den Bereichen Investmentbanking und Private Equity. Deshalb kam Fiebig vor rund drei Jahren die Idee, die Plattform „Women in M&A“ zu initiieren.

Die Initiative stieß auf großes Interesse, inzwischen gehören fast 300 Frauen aus ganz Deutschland dazu, die im weiteren Sinne berufliche Berührungspunkte mit Transaktionen haben –  das sind zum Teil „klassische“ C-Level-Vertreterinnen, aber auch Leiterinnen anderer Funktionen wie Rechts- oder Steuerabteilungen. „Mich treibt schon lange die Frage um, warum es im Bereich M&A vergleichsweise wenige weibliche Führungskräfte gibt“, sagt Nicole Dehnhard, die ebenfalls als Partnerin im Bereich M&A Tax bei PwC arbeitet und zu den Neuzugängen des Netzwerks gehört.

Die 45-Jährige ist bereits seit dem Private-Equity-Boom Mitte des vergangenen Jahrzehnts als M&A-Beraterin aktiv und schätzt neben dem Abwechslungsreichtum insbesondere „die schnellen Prozesse und die Marktnähe“. Und sie ist überzeugt: Eine stärkere Vernetzung untereinander ist „ein ganz wichtiger Faktor“, um den Frauenanteil zu erhöhen.

Interviewpartnerinnen

Portrait von Alke Fiebig

Alke Fiebig, Partner M&A Tax

Nicole Dehnhard, Partner M&A Tax

Anne-Catherine Lorek, Senior Consultant Mergers & Acquisitions Tax

Intensiver Austausch in zwangloser Atmosphäre

Die Networking-Mentalität sei bei vielen Frauen allerdings nicht sonderlich stark ausgeprägt, meint Fiebig.

„Nach meiner Wahrnehmung neigen Männer eher dazu, sich untereinander auszutauschen – und sei es nur, indem sie zusammen ein Bier trinken gehen.“

Alke Fiebig, Partnerin im Bereich M&A Tax bei PwC in Hamburg

Die Plattform „Women in M&A“, zu der auch eine LinkedIn-Gruppe gehört, schafft deshalb Raum für einen solchen Austausch: Wenn die Frauen sich treffen, ist rund ums offizielle Programm stets Zeit für Gespräche im großen oder kleinen Kreis vorgesehen. „Wir legen Wert auf eine zwanglose Atmosphäre und wollen die Treffen ganz bewusst nicht überfrachten“, sagt Fiebig.

Für den offiziellen Teil gilt: Er soll genauso abwechslungsreich sein wie der Job. Die Frauen diskutieren während ihrer Treffen, die in unterschiedlichen Städten stattfinden, nicht nur über aktuelle Trends und Entwicklungen, sondern auch über karrierespezifische Themen mit Alltagsrelevanz wie beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Mentoring für die Führungskräfte der Zukunft

Meist sind zwischen 15 und 30 Frauen dabei, und unter ihnen sind nicht nur klassische Entscheiderinnen, sondern auch Neueinsteigerinnen wie Anne-Catherine Lorek, die seit zweieinhalb Jahren im Transaktionsbereich bei PwC arbeitet. „Ich habe hier vorher ein Praktikum gemacht und schnell gemerkt, wie reizvoll die Aufgabe ist“, sagt sie.

Natürlich sei die hohe Schlagzahl und die Komplexität für Berufseinsteiger eine besondere Herausforderung, sagt Lorek. „Aber dafür wird es nie langweilig – und man lernt in kurzer Zeit sehr viel.“ Als Berufseinsteigerin weiß die 26-Jährige das Netzwerk „Women in M&A“ besonders zu schätzen. „Ich finde es sehr gut, dass es eine Plattform zum Austausch mit erfahrenen Kolleginnen gibt.“

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Alke Fiebig

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Partner M&A Tax, PwC Germany

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