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Am Vormittag eine Sitzung des KI-Lenkungsausschusses, nach dem Lunch eine Telefonkonferenz zur Preisgestaltung, am Abend eine Überprüfung der Lieferkette und noch vor Ende der Woche eine Vorstandssitzung zu geopolitischen Risiken – der Tagesablauf vieler CEOs wird bestimmt von einer langen Reihe solcher oder ähnlicher Termine, bei denen es darum geht, viele miteinander konkurrierende Schocks zu managen.
Wie sehr diese Volatilität die Perspektive von CEOs verändert, untersucht der PwC CEO Survey Snapshot – August 2026 von PwC, für den zwischen dem 15. Mai und dem 22. Juni 2026 erneut 351 CEOs aus 59 Ländern und 27 Branchen befragt wurden, die bereits am 29. CEO Survey von PwC teilgenommen hatten. So lässt sich eine Entwicklung individueller Ansichten und Erfahrungen innerhalb der vergangenen acht Monate nachvollziehen.
Der Rückblick lohnt sich: Insgesamt zeigen sich CEOs Mitte 2026 trotz des herausfordernden Geschäftsumfelds etwas zuversichtlicher als noch Ende 2025. Der Anteil derer, die sehr oder äußerst zuversichtlich in Bezug auf Umsatzwachstum ihres Unternehmens in den kommenden 12 Monaten sind stieg von 39 % auf 42 %. Die Zuversicht für die kommenden drei Jahre stieg von 46 % auf 51%.
Die Aufwärtstrends sind umso bemerkenswerter angesichts der makroökonomischen Herausforderungen weltweit. Rund 70 % der CEOs geben an, dass die Energie- und Nicht-Energiekosten ihres Unternehmens aufgrund globaler Schocks im Jahr 2026 gestiegen sind. Das zeigt, wie empfindlich etwa Energie-, Metall- und Logistikkosten auf geopolitische Störungen reagieren.
Hoffnung macht unter anderem der Fortschritt in Sachen KI. Eins der zentralen Ergebnisse Ende 2025 war die Erkenntnis, dass Künstliche Intelligenz für alle CEOs zwar das Thema Nummer eins ist, große Kosteneinsparungen und Umsatzsteigerungen durch KI blieben vielfach aber noch aus. Acht Monate später hat sich das Gesamtbild nicht grundlegend verändert, doch es besteht Anlass zu vorsichtigem Optimismus:
Über die Fragen des 29. CEO Survey hinaus untersuchte der Snapshot zudem drei Möglichkeiten, wie Unternehmen KI einsetzen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken: Um potenzielle geschäftliche Auswirkungen globaler Schocks zu erkennen, bevor diese eintreten. Um Empfehlungen als Reaktion auf Schocks zu erarbeiten sowie um neue Geschäftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit veränderten Rahmenbedingungen zu erkennen.
Mit 39 % wurde am häufigsten die Identifizierung neuer Geschäftsmöglichkeiten mithilfe von KI genannt, etwa Verschiebungen in der Kundennachfrage, Möglichkeiten zur Anpassung von Produkten oder Dienstleistungen sowie den Einstieg in geografische Märkte, in denen neue Bedürfnisse entstanden sind.
Die zentrale Zahl des Snapshots ist jedoch keine große, sondern eine kleine: Erst 23 % der CEOs setzen KI ein, um die geschäftlichen Auswirkungen globaler Schocks zu erkennen, bevor diese eintreten – etwa Veränderungen beim Lieferantenrisiko, bei Rohstoffpreisen oder bei Nachfragesignalen.
Sie haben erkannt, dass KI dabei helfen kann, frühe Anzeichen bei Lagerbeständen, Inputkosten, Lieferantenleistung oder Kundenverhalten miteinander zu verknüpfen, bevor sich dieser Druck auf die Margen auswirkt oder Prognosen verfehlt werden. Dadurch sind diese CEOs in der Lage, Veränderungen früher zu erkennen, Optionen schneller zu prüfen und Reaktionen unternehmensweit zu koordinieren.
Das zeigt: Der Wettbewerb entscheidet sich nicht daran, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern wann. Wer sie nur dort nutzt, wo der Schock bereits sichtbar ist, verwaltet Vergangenheit. Wer sie einen Schritt nach vorn verlagert, um Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, meistert nicht nur den Schock-Meeting-Marathon, sondern gestaltet aktiv die Zukunft.
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