Wie Banken, Zahlungsdienstleister und Händler sich auf die Einführung vorbereiten können

Der digitale Euro kommt

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Maximilian Harmsen ist Partner, Embedded Finance bei PwC Germany

Maximilian Harmsen
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Im Spannungsfeld zwischen europäischer Souveränität und Marktrealität im Zahlungsverkehr

Der digitale Euro kommt, und er betrifft die gesamte Zahlungsverkehrs-Wertschöpfungskette. Banken, Zahlungsdienstleister, Softwareanbieter und Händler: Sie alle werden sich auf ein neues digitales Zahlungsmittel einstellen müssen. Als digitale Form des Bargelds soll der digitale Euro gesetzliches Zahlungsmittel werden – mit Ausgabe- und Akzeptanzpflicht in der gesamten Eurozone.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Oktober 2025 den erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase verkündet. Nun starten die konkrete technische Ausarbeitung und Umsetzung. Eine Entscheidung über die Ausgabe wird nach Verabschiedung des Rechtsrahmens erwartet. Die entsprechende Abstimmung im EU-Parlament erfolgt voraussichtlich im Mai 2026. Ein Pilotprojekt mit Start im Sommer 2027 ist bereits angekündigt, der europaweite Rollout für 2029 geplant.

Die Implementierung ist komplex, ressourcenintensiv und betrifft die gesamte Organisation – von IT und Compliance bis hin zu Vertrieb und Kundenservice. Wer jetzt beginnt, kann Aufwände über einen längeren Zeitraum verteilen, Kostenspitzen vermeiden und die richtigen Kompetenzen rechtzeitig aufbauen - statt unter Zeitdruck teuer nachzusteuern.

Wir unterstützen Sie dabei – von der Strategiedefinition bis zur Implementierung.


Der digitale Euro kommt – nun ist es an der Zeit, sich über das Umsetzungsprojekt Gedanken zu machen

Das Projekt „Digitaler Euro" tritt in seine entscheidende Phase ein. Die EZB treibt die Realisierung aktiv voran: Das Rulebook liegt in Version 0.9 vor, fünf Infrastrukturanbieter sind ausgewählt, der Pilotstart ist für Sommer 2027 geplant.

Gleichzeitig sorgen offene Fragen im Rulebook, eine kritische politische Debatte im EU-Parlament und divergierende Positionen der Marktteilnehmer für Unsicherheit. Die positive Abstimmung im EU-Parlament ist der Startschuss für das Trilog-Verfahren, in dessen Rahmen der finale Gesetzentwurf zum digitalen Euro ausgearbeitet wird.

Während die EZB den digitalen Euro als Souveränitätsprojekt und Innovationstreiber positioniert, fordern Teile der Kreditwirtschaft und des EU-Parlaments eine stärkere Berücksichtigung bestehender privatwirtschaftlicher Lösungen wie Wero. Klar ist: Die regulatorische Pflicht zur Bereitstellung kommt – und führende europäische Banken und Zahlungsdienstleister haben bereits mit der aktiven Umsetzungsvorbereitung begonnen. Für die Branche stellt sich nicht mehr die Frage ob, sondern wann und wie mit der Umsetzung zu starten ist.

Wer ist betroffen?

Der digitale Euro greift tief in die bestehende Zahlungsverkehrsinfrastruktur ein. Die Rollen und Verantwortlichkeiten verteilen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

  • Banken als Distributing-PSPs und/oder Acquiring-PSPs
  • Zahlungsdienstleister als Acquiring-PSPs oder Prozessoren
  • Softwareanbieter als Technical Service Provider
  • Händler mit Anpassungen an POS-Terminals und E-Commerce-Checkout

Jede dieser Rollen bringt spezifische Anforderungen an Infrastruktur, Prozesse und Compliance mit sich.

Wie wir Sie unterstützen:

Aufwands- und Kostenanalyse

Gemeinsam ermitteln wir die erwarteten Implementierungskosten Ihres Hauses – von IT-Investitionen über Prozessanpassungen bis zur Ressourcenbindung. Dafür nutzen wir ein marktbewährtes Framework, das sich bereits in unserer Digital Euro Cost Study sowie mehreren Kundenprojekten bewährt hat. Natürlich bedarfsgerecht auf Sie angepasst. Die Ergebnisse schaffen eine belastbare Grundlage für die interne Budgetfreigabe und Priorisierung.

Vorstudie

Gemeinsam erheben wir die Betroffenheit Ihres Geschäftsmodells, Ihrer Systeme und Prozesse, identifizieren Synergien mit laufenden Initiativen und regulatorische Vorhaben. So erarbeiten wir einen klaren Überblick über Handlungsfelder, Prioritäten und Abhängigkeiten.

Digital Euro-as-a-Service

Das neue Digital-Euro-Ökosystem eröffnet zwei strategische Perspektiven: Als Nutzer bewerten und selektieren wir gemeinsam externe Lösungsanbieter für zentrale Infrastrukturkomponenten und treffen fundierte Make-or-Buy-Entscheidungen. Als potenzieller Anbieter unterstützen wir Sie dabei, eigene Digital Euro-as-a-Service-Lösungen zu entwickeln, zu positionieren und am Markt anzubieten – und so die Pflichtinvestition in ein neues Geschäftsmodell zu verwandeln.

Projektaufsatz und Umsetzung

Gemeinsam bauen wir die Programmstruktur auf, definieren Workstreams und Meilensteine und begleiten die operative Umsetzung – von der DESP-Integration über Kernbanksysteme. Je nach Ausgestaltung, voll integriert in Ihre Entwicklungsteams oder im Rahmen einer Auftragsentwicklung mit PwC-eigenen Analysten, Entwicklern, Architekten, Testern vor Ort, Nearshore oder Offshore.

Kein reines Zahlungsverkehrsthema – der digitale Euro betrifft die gesamte Organisation

Der digitale Euro betrifft nicht nur den Zahlungsverkehr. Von Treasury über Kernbanksysteme bis hin zu Kanälen und Kundeninteraktion sind weite Teile des Unternehmens involviert. Das erfordert frühzeitig ein dediziertes Projekt mit klarer Governance und bereichsübergreifender Verankerung.

Finanzdienstleister sollten jetzt eine strukturierte Aufwandserhebung vornehmen und die eigene Betroffenheit klar einordnen. Unsere Erfahrung aus der PwC Digital Euro Cost Study und zahlreichen Kundenprojekten zeigt: Wer frühzeitig Synergien mit laufenden Initiativen identifiziert und die Umsetzung bis 2029 streckt, kann Kostenspitzen vermeiden und die erhebliche Ressourcenbindung planbarer gestalten.

Die regulatorische Pflicht kommt – noch gibt es Gestaltungsspielraum beim „Wie".

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