Studie: Outsourcing in der Finanzindustrie

Trends und Herausforderungen für Banken, Dienstleister und FinTechs

Banken sehen sich nur teilweise in der Lage, von neuen Technologien eigenständig zu profitieren

Outsourcing ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie vieler Finanzinstitute – nicht nur als Instrument zur Kostensenkung, sondern auch um Zugriff auf Expertise und Fachwissen externer Dienstleister und FinTechs zu erhalten. Die neue PwC-Studie analysiert die Rahmenbedingungen und identifiziert die wichtigsten Trends im Auslagerungsmarkt.

Befragt worden sind 124 Unternehmen, davon 32 Banken, 53 Dienstleister und 39 FinTechs.
 

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Regulierung verursacht hohen Steuerungsaufwand

 

Seit einiger Zeit schon halten neue Technologien wie Robotics oder Artificial Intelligence (AI) Einzug in die Finanzbranche. Banken jedoch sehen sich nur teilweise in der Lage, diese neuen Technologien erfolgreich zu implementieren und zu nutzen. Aus diesem Grund treten Dienstleister und FinTechs als Experten für die technologische Weiterentwicklung des Bankgeschäfts in den Fokus.

Durch verschärfte Regularien wie die MaRisk sowie eine EU-weite Zersplitterung der regulatorischen Anforderungen ist der Steuerungsaufwand für Auslagerungen bei vielen Banken drastisch gestiegen. Zudem stellen Anforderungen an  IT-Sicherheit, Datenschutz und Datenverarbeitung Finanzinstitute vor neue Herausforderungen.

„Auch wenn Outsourcing in fast allen Bankbereichen möglich und technologisch immer leichter zu bewerkstelligen ist – in der Praxis sorgen Gesetzgebungen wie die DSGVO für eine erhöhte Komplexität in Prozessen, die eine Auslagerung erschweren.“

Nina Bartholmes, Director bei PwC Deutschland

Trend 1: Auslagerung wissensintensiver und komplexer Prozesse

 

Leicht skalierbare und standandardisierte Prozesse werden bei den meisten Banken bereits zu großen Teilen ausgelagert. Bei komplexeren Funktionen ist der Auslagerungsanteil deutlich geringer. Einigkeit besteht unter allen Teilnehmern, dass IT-Dienstleistungen noch immer das größte Auslagerungspotenzial bieten. Wenig Potenzial räumen Banken hingegen wissensintensiven Funktionen ein (Finance&Accounting, Controlling, Treasury). Dienstleister und auch FinTechs entdecken jedoch solche Bereiche immer mehr für sich und arbeiten an Offerings rund um komplexe Prozesse (z.B. Compliance, KYC).
 

In welchen Geschäftsbereichen sieht Ihr Institut Potenzial für zukünftige Auslagerungen? 

In welchen Geschäftsbereichen sieht Ihr Institut Potenzial für zukünftige Auslagerungen?

Trend 2: Entwicklung von modularen Auslagerungssystemen

Dienstleister bauen ihre Kompetenzen dahingehend weiter auf, um modulare Dienstleistungen anbieten zu können. 78% der Banken wollen zukünftig solche Angebote in Anspruch nehmen. Jedoch stimmen nur knapp die Hälfte der Banken zu, die prozessuale und technische Kompetenz zur Umsetzung von modularen Auslagerungen zu besitzen.
 

Banken werden zukünftig verstärkt auf modularisiertes Outsourcing setzen, müssen ihre Kompetenzen dahingehend jedoch noch entwickeln 

Banken werden zukünftig verstärkt auf modularisiertes Outsourcing setzen, müssen ihre Kompetenzen dahingehend jedoch noch entwickeln

Trend 3: Engere Zusammenarbeit

 

Die Zusammenarbeit zwischen Banken und Dienstleistern intensiviert sich. Auslagerungsunternehmen werden immer mehr zu strategischen Partnern. Bereits heute sehen knapp 96 Prozent der befragten Banken ihre Dienstleister als langfristige strategische Partner. Beide Seiten gehen davon aus, dass sich diese Partnerschaft in den kommenden Jahren weiter vertiefen wird. Die wichtigsten strategischen Ziele, die Banken mit der Zusammenarbeit verfolgen, sind höhere Kosteneffizienz und der Zugriff auf spezialisierte Ressourcen sowie die Fokussierung auf die eigene Kernkompetenz.


Auslagerungsunternehmen werden verstärkt zu strategischen Partnern 

Auslagerungsunternehmen werden verstärkt zu strategischen Partnern

Trend 4: Nearshore Märkte werden wichtiger

 

Präferierter Standort für Auslagerungen sind der deutschsprachige Raum sowie – noch – Westeuropa. Der Fokus verschiebt sich jedoch zunehmend in Richtung Osteuropa. Erstaunlicherweise schätzt keine der teilnehmenden Banken Asien als attraktiven Standort für zukünftige Auslagerungsaktivitäten ein. Besonders entscheidend bei der Auswahl des Auslagerungsstandortes sind den befragten Banken die politische und ökonomische Stabilität sowie die Verfügbarkeit von Branchenexperten vor Ort.


An welchen Standorten sind Ihre Dienstleister angesiedelt? (Banken)

An welchen Standorten sind Ihre Dienstleister angesiedelt? (Banken)

Trend 5: Zunehmende Markteintritte von FinTechs

Der FinTech-Markt wächst schnell und die Dienstleistungen, die er hervorbringt, werden ausgereifter. FinTechs selbst sehen Banken zunehmend als Kooperationspartner. Als wichtigsten Grund für eine Kooperation nennen die FinTechs die Chance, Finanz- und Kreditinstitute als Multiplikatoren für den Produktvertrieb nutzen zu können. Die befragten Dienstleister beurteilen die FinTechs ähnlich. 85 Prozent von ihnen geben an, dass FinTechs potenzielle Kooperationspartner für sie wären. 72 Prozent sehen die Startups auch als Wettbewerber.


FinTech: Unser Unternehmen kooperiert mit Finanz- und Kreditinstituten, um…

FinTech: Unser Unternehmen kooperiert mit Finanz- und Kreditinstituten

„Der Outsourcing-Markt wird sich in den kommenden Jahren stark verändern – FinTechs werden zu Dienstleistern und Dienstleister zu strategischen Partnern. Das Leistungsangebot wird flexibler, ausgereifter und zukünftig auch komplexere Funktionen umfassen – hieraus ergeben sich neue Möglichkeiten für Banken.“

Marcus Schmermer, Senior Manager bei PwC Deutschland

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