„Erfahrung allein ist kein Wert an sich.“

18 Januar, 2018

Kurzinterview mit Dr. Peter Bartels, Leiter Familienunternehmen bei PwC

Eine Umfrage von PwC unter mehr als 300 Familienunternehmen zeigt, dass es bei rund 50 Prozent der Unternehmen, in denen mehr als eine Generation arbeitet, zu Konflikten kommt, wenn es um die Digitalisierung geht. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Peter Bartels: Vielen Unternehmern fehlt der Mut, die digitale Transformation konsequent und entschlossen voranzutreiben. Die Nachfolger wären dazu bereit, dürfen das Thema auch übernehmen – am Ende haben sie aber zu wenig Entscheidungsbefugnisse, es wirklich voranzutreiben; zum Beispiel wenn es darum geht, Investitionen zu tätigen.

Es herrscht also die Devise „Wasch‘ mir den Pelz, aber mach‘ mich nicht nass“?

Bartels: Das ist in der Tat ein bisschen so. Es gibt zu viele Unternehmen, die sich bei ihrer eigenen digitalen Transformation auf Randbereiche oder bloße technologische Fragen konzentrieren. Um ihr richtig zu begegnen, muss man sich aber die Kernbereiche des Unternehmens anschauen und unter Umständen auch trauen, die Geschäftsmodelle anzupassen.

Verliert denn die Erfahrung der älteren Generation in der digitalen Welt an Bedeutung?

Bartels: Ein bisschen ist das so – denn Erfahrung allein ist in der digitalen Welt kein Wert mehr an sich. Sie entfaltet sich am besten in der Kombination mit „neuem“ Wissen. Die Digitalisierung setzt Bewährtes in atemberaubender Geschwindigkeit außer Kraft – auch das in vielen Familienunternehmen immer noch geltende Prinzip, dass die Älteren wegen ihrer langjährigen Erfahrung final entscheiden.

Woran scheiden sich die Geister besonders häufig?

Die Digitalisierung führt immer wieder zu Konflikten. Besonders kontroverse Fragestellungen führen in rund der Hälfte der Unternehmen häufig oder manchmal zu Auseinandersetzungen.

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Uwe Rittmann

Leiter Familienunternehmen und Mittelstand, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-1998

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