Blitzlicht Buchmarkt: Trotz COVID-19 im Aufwärtstrend

13 Oktober, 2020

Buchverlage melden Umsatzwachstum / Durchschnittliche Ausgaben pro Buch steigen / Innovative Konzepte locken Kunden in Läden / Kinder- und Jugendbücher zunehmend gefragt

Düsseldorf, 13. Oktober 2020

Der Umsatz mit Büchern ist im Jahr 2019 über das Niveau von 2018 gestiegen. So verzeichnete der Bücherverkauf an Privatpersonen (Consumer Books) ein Umsatzplus um 3,2 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro. Auch im Segment Fachliteratur (Professional Books) legte der Umsatz zu – um 3,9 Prozent auf mehr als drei Milliarden Euro. Wesentlicher Wachstumstreiber war der Onlinehandel, aber auch das steigende Interesse an elektronischen Büchern (E-Books). Diese und weitere Erkenntnisse zum deutschen Buchmarkt werden im „German Entertainment & Media Outlook 2020-2024“ zusammengefasst, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellt und im Herbst 2020 veröffentlichen wird. Exklusiv zur Frankfurter Buchmesse wird vorab das Kapitel zum Buchmarkt als Blitzlicht publiziert. Neben einem Ausblick auf die wichtigsten Trends der nächsten vier Jahre berücksichtigt die Analyse zudem die vom Coronavirus beeinträchtigten Geschäfte im Buchhandel.  

Intensivere Kundenansprache sorgte für mehr Leselust

Ein Grund für den Aufwärtstrend in 2019: Der Buchhandel bemühte sich verstärkt, das Kundeninteresse anzuregen – beispielsweise mit innovativen Ladenkonzepten. Dazu gehören interaktive Umgebungen, ausgewiesene Lesebereiche und Autorenlesungen mit Signierstunden. Aber auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Buch sorgten für Umsatzwachstum.

E-Books mit prozentual stärkstem Umsatzplus

Im deutschen Consumer-Books-Markt entfielen 2019 fast 95 Prozent des Umsatzes auf gedruckte Bücher und Hörbücher.

„Im weltweiten Vergleich gilt Deutschland mit rund 16 Millionen verkauften Hörbüchern im vorigen Jahr als Audio-Hochburg. Auch in diesem Medien-Segment wird Streaming immer wichtiger und Verbraucher nehmen dieses Angebot gerne an.“

Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Deutschland

E-Books blieben mit einem Anteil von 5,1 Prozent noch ein Nischenprodukt. Allerdings wuchs der E-Book-Umsatz mehr als doppelt so stark wie die Print- und Hörbuchsegmente, nämlich um 6,1 Prozent. „Hier sehen wir noch deutlich mehr Potenzial. Die erhöhte Nachfrage nach Tablets, die für 2020 prognostiziert wurde, wird sich auch positiv auf die Umsätze mit E-Books auswirken“, sagt Werner Ballhaus.

Bei den Professional Books zeigte insbesondere die elektronische Variante ein starkes Wachstum. Hier kletterte der Umsatz 2019 um 14,1 Prozent auf insgesamt 849 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen blieben die Umsätze mit gedruckten Büchern und Hörbüchern mit nur 0,4 Prozent Zuwachs fast auf Vorjahresniveau.

Belletristik und Kinder- & Jugendbücher sind beliebteste Genres

Auch wenn der Umsatz mit Belletristik im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent zurückgegangen ist, hat sie mit 30,9 Prozent den größten Anteil am Umsatz des Buchmarktes in Deutschland. Den zweitgrößten Anteil machen Kinder- & Jugendbücher aus. Dieses Segment kam 2019 auf 17,2 Prozent des Branchenumsatzes (plus 4,6 Prozent).

Anteil des Online- und Versandhandels wächst

Den Studienergebnissen zufolge sank der Umsatzanteil des stationären Buchhandels leicht um 0,7 Prozent auf nun 57,2 Prozent. Der Anteil des Internet- und Versandbuchhandels legte um 0,6 Prozent zu. Der Online-Verkauf erwirtschaftete 21,3 Prozent des gesamten Umsatzes. Dem Direktvertrieb durch Verlage waren 21,2 Prozent der Umsätze zuzuordnen.

COVID-19-Pandemie beschleunigt Digitalisierung

Die Studie thematisiert auch die COVID-19-Pandemie, die im Frühjahr 2020 zur vorübergehenden Schließung des stationären Handels geführt hatte. Dadurch verlagerte sich der Bücherverkauf rasch ins Digitale. Das Nachsehen hatten viele stationäre Buchläden ohne Internetangebot. Doch aufgrund geschlossener Geschäfte und mehr Zeit zu Hause entdeckten viele Konsumenten wieder ihre Leselust – und kauften neue Lektüre ein. Besonders gefragt waren Kinder- und Jugendbücher.

„Die COVID-19-Pandemie wirkt wie ein Katalysator für digitale Absatzwege im Buchvertrieb. Wenn sich die Konsumenten einmal daran gewöhnt haben Bücher online zu kaufen, wird es für den stationären Handel schwierig, sie wieder zurückzugewinnen.“

Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Deutschland

Die Mischung macht’s: Für Consumer Books prognostiziert der „Entertainment & Media Outlook“ im Jahr 2020 einen deutlichen Umsatzanstieg von 4,3 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro.

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