Banken im Demografie-Check

Bevölkerungsrückgang gefährdet Geschäftsmodelle deutscher Kreditinstitute

  • 28 Apr 2026

PwC-Analyse: Die deutsche Bevölkerung schrumpft Szenarien zufolge bis 2045 um rund 3,7 Prozent / Über 60 Prozent der deutschen Gemeinden werden künftig nicht mehr wachsen / Insbesondere regional fokussierte Banken geraten dadurch unter Druck

Frankfurt am Main, 28. April 2026

Die deutsche Gesellschaft schrumpft und wird immer älter. Diese Entwicklung gefährdet das Geschäftsmodell deutscher Kreditinstitute. Besonders betroffen sind die regional gebundenen Finanzinstitute: Regionale Banken könnten bis 2045 durchschnittlich rund 12 Prozent ihrer Kundenbasis verlieren. Einzelne Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Analyse „Banken im Demografie-Check“.

3,7 %

negatives Bevölkerungswachstum bis 2045

> 60 %

der Gemeinden weisen künftig kein Einwohnerwachstum auf

12 %

der Kunden regionaler Banken könnten bis 2045 verloren gehen

10 %

Anstieg der Kundenbasis von Privatbanken bis 2045

Basisszenario: Bevölkerung geht bis 2045 um 3,7 Prozent zurück 

Zwischen 2011 und 2025 wuchs die Bevölkerung Deutschlands um rund 3,1 Millionen Menschen. Maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben die beiden großen Einwanderungswellen der Jahre 2015 und 2023. Seit 2025 schrumpft die deutsche Bevölkerung jedoch wieder – und dieser Trend wird sich Prognosen zufolge fortsetzen. Langfristig weisen fast alle Szenarien zum Teil sehr deutliche Bevölkerungsrückgänge aus: Während wenige Modelle noch von einem moderaten Wachstum ausgehen, prognostizieren Basisszenarien bis 2045 Rückgänge von rund 3,7 Prozent. Pessimistischere Prognosen sehen eine noch deutlich stärkere Schrumpfung der Bevölkerung voraus.

„Der demografische Rückenwind der vergangenen Dekade wirkte stabilisierend auf die deutsche Finanzindustrie und überdeckte strukturelle Schwächen in einzelnen Geschäftsmodellen der Institute. Mit dem Übergang in eine Phase struktureller Stagnation oder Schrumpfung bei gleichzeitiger Alterung der Gesellschaft werden bestehende Geschäftsmodelle mit erheblichen Risiken konfrontiert.“

Daniel Wildhirt,Partner und Leiter Banking Advisory bei PwC Deutschland

Das Regionalprinzip der Banken wird zum Risikofaktor

Das liegt auch an der Struktur des deutschen Bankenmarkts: Dieser ist durch eine hohe Zahl regional gebundener Institute geprägt. Gerade für diese Institute sind lokale demografische Entwicklungen entscheidend. Das Problem: Laut PwC-Analyse werden über 60 Prozent der deutschen Gemeinden künftig nicht mehr wachsen. In einzelnen Regionen erwarten die PwC-Expert:innen Bevölkerungsrückgänge von über 30 Prozent. 

Diese Entwicklung führt dazu, dass die einzelnen Banken den demografischen Risiken unterschiedlich stark ausgesetzt sind.

„Das Regionalprinzip wird vom Stabilitätsanker zum Risikofaktor. Denn entscheidend ist nicht die nationale Entwicklung, sondern die Dynamik im individuellen Geschäftsgebiet.“

Daniel Wildhirt,Partner und Leiter Banking Advisory bei PwC Deutschland

Der Markt schrumpft – besonders für regionale Banken

In den vergangenen zehn Jahren profitierten alle Bankengruppen vom Bevölkerungswachstum, wenn auch unterschiedlich stark: Privatbanken verzeichneten ein durchschnittliches Marktwachstum von 7,7 Prozent, Volksbanken von 4,2 Prozent und Sparkassen von 3,0 Prozent. 

Für die Zukunft dreht sich dieses Bild: Die PwC-Experten gehen davon aus, dass der Markt im Schnitt um 0,7 Prozent schrumpft. Besonders betroffen sind die Regionale Banken: Für sie ergibt sich ein durchschnittliches demografisches Marktwachstum von minus 2,6 Prozent. Privatbanken weisen dagegen weiterhin ein positives Wachstumspotenzial von rund 4,5 Prozent auf.

„Demografische Effekte wirken künftig asymmetrisch: Während national tätige Institute strukturell profitieren, geraten zahlreiche regional fokussierte Banken zunehmend unter Druck.“

Daniel Wildhirt,Partner und Leiter Banking Advisory bei PwC Deutschland

Strategien an regionale Wachstumspotenziale anpassen

„Bemerkenswert ist, dass sich die Verschiebung der Marktanteile allein aus der demografischen Entwicklung ergibt. Dabei sind weder veränderte Kundenpräferenzen noch technologische Umbrüche berücksichtigt“, resümiert Daniel Wildhirt. Der PwC-Experte ist überzeugt: „Strategische Initiativen können diesen demografischen Risiken entgegenwirken. Ohne aktive Steuerung werden sie sich jedoch durch veränderte Kundenpräferenzen und neue Technologien noch verstärken.“

„Unsere Analysen verdeutlichen, dass demografische Risiken nicht abstrakt, sondern bankindividuell quantifizierbar sind. Insbesondere Institute mit stark regionaler Verankerung stehen vor erheblichen strukturellen Herausforderungen“, so das Fazit von Daniel Wildhirt. Er empfiehlt den Entscheider:innen der Banken, ihre Strategien frühzeitig und konsequent an regionalen Wachstumspotenzialen und altersspezifischen Kundenanforderungen auszurichten.

PwC-Analyse „Banken im Demografie-Check“

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Pressekontakt

Jana Hofmann

Senior Associate, PwC Germany

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