Healthy Living: Gesundheit beginnt künftig in den eigenen vier Wänden

Gesundheit im eigenen Zuhause bietet großes Marktpotenzial, auch in Deutschland: Das Volumen liegt bei 311 Milliarden US-Dollar jährlich / 92 Prozent der Bürger:innen interessieren sich für Konzepte von Healthy Living / Für 67 Prozent hat die persönliche Gesundheit einen hohen Stellenwert / Im Schnitt würden Verbraucher:innen 120 Euro pro Monat mehr für Wohnraum bezahlen, der die Gesundheit fördert 

Düsseldorf, 07. Mai 2026

Ein Zuhause, in dem sich die Beleuchtung an den Biorhythmus des Menschen anpasst, in dem Sensoren frühzeitig auf Krankheitsanzeichen hinweisen und Assistenzroboter Alltagsaufgaben übernehmen: Ist das noch eine ferne Utopie oder bereits Wirklichkeit? Wenn es nach dem Wunsch der Verbraucher:innen geht, dürfte daraus bald Realität werden: 92 Prozent zeigen großes Interesse an Konzepten für Healthy Living, der Möglichkeit, Prävention und Gesundheitsförderung in das eigene Wohnumfeld zu integrieren. Ebenso wünschen sich 78 Prozent mit Blick auf das eigene Alter, zu Hause oder in Wohngemeinschaften leben zu können statt in Einrichtungen zu ziehen. 

Entsprechend groß ist das Geschäftspotenzial für ein gesundes Leben in den eigenen vier Wänden. Der Markt – gestützt auf digitale Gesundheitstechnologien, Smart-Home-Lösungen und neue Wohnkonzepte – liegt bei rund 2 Billionen Euro jährlich in Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan, was sechs Prozent des kombinierten Bruttoinlandsprodukts dieser vier Länder entspricht. In Deutschland beläuft sich der Wert auf 266 Milliarden Euro. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Healthy Living“, einer repräsentativen Verbraucherumfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland gemeinsam mit ihrer Strategieberatung Strategy& unter 4.000 Bürger:innen aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan.  

„Unser traditionelles Modell, in dem die Gesundheitsversorgung von Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime übernommen wird, ist durch den demografischen Wandel, die steigenden Kosten und den Personalmangel an seine Grenzen gestoßen“, sagt Michael Ey, Leiter Global Health Services bei PwC Deutschland. „Künftig wird sich die Gesundheitsversorgung stärker in den Alltag der Menschen verlagern. Das eigene Zuhause entwickelt sich zum Mittelpunkt für Prävention, gesunden Lebensstil und Langzeitpflege.“

Gesundheitsvorsorge trifft Alltag

Die Verbraucher:innen haben an dieser Entwicklung großes Interesse: Persönliche Gesundheit hat für sie einen hohen Stellenwert und zählt zu den Top-3-Prioritäten, wie 67 Prozent der Befragten bestätigen. In Deutschland liegt dieser Wert sogar noch sieben Prozentpunkte höher. „Da Menschen einen Großteil ihrer Zeit zu Hause verbringen und Gesundheit ihnen wichtig ist, müssen unsere Gesundheitsversorgung und das Wohnumfeld auf dieses Verbraucherbedürfnis abgestimmt sein“, erklärt Michael Ey. Besonders großes Interesse zeigen die Verbraucher:innen an einem gesundheitsfreundlichen Zuhause in Design und Architektur (49 Prozent). Dazu zählen beispielsweise Lösungen zur Sturzprävention, eine ergonomische Einrichtung und die Anbindung von Pflegediensten. Ebenso zeigen sie sich interessiert am Zugang zu Fitness und gesunder Ernährung (43 Prozent), beispielsweise durch Heimtrainingsgeräte, gemeinschaftliche Gärten und Essenslieferdienste, und an der Überwachung der eigenen Gesundheit zu Hause (39 Prozent), etwa durch Wearables, intelligente Waagen, automatische Medikamentenspender etc. 

Healthy Living kann sich zum Werttreiber entwickeln

Das große Interesse spiegelt sich in der Zahlungsbereitschaft der Verbraucher:innen wider. Im Schnitt wären die Befragten bereit, monatlich 120 Euro mehr für Wohnraum zu bezahlen, der es ihnen ermöglicht, gesund zu bleiben und länger zu leben. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Politik des Landes: Die Bereitschaft, Healthy-Living-Lösungen zu nutzen, steigt, wenn es eine staatliche Förderung gibt. Das bestätigen 67 Prozent der Studienteilnehmer:innen. „Insgesamt zeigt sich, dass Healthy Living nicht nur den Bedürfnissen der Menschen entgegenkommt, sondern auch ein potenzieller Werttreiber im Bereich Wohnimmobilien und Stadtentwicklung sein kann“, so Dr. Thomas Solbach, Partner bei Strategy& Deutschland. 

Bedenken in puncto Zuverlässigkeit und Finanzierung

Die Finanzierung und Bezahlbarkeit solcher Lösungen ist ein wichtiger Faktor und zählt gleichzeitig zu den größten Hindernissen. Die Verbraucher:innen teilen diese Bedenken, wie 56 Prozent angeben. Ebenso haben sie Sorge in puncto Zuverlässigkeit und Wartung (40 Prozent) und beim Thema Datenschutz und Datensicherheit (36 Prozent). 

Gerade weil es sich bei Smart-Home-Technologien und KI-gestützter Prävention um datensensible Themen handelt, müssen sie in der Hand der richtigen Organisationen liegen. Das größte Vertrauen haben die Bürger:innen in Krankenhäuser (35 Prozent), zu Pflegeanbietern (32 Prozent) und zu Krankenkassen (29 Prozent). „Vertrauen ist eine der wertvollsten Währungen im Gesundheitswesen. Gesundheitsdienstleister gelten als besonders vertrauenswürdig; sie haben die Chance, Gesundheit zu transformieren – indem sie den Fokus von einer reaktiven Krankheitsversorgung zu einem ganzheitlichen Wellcare-Ansatz verlagern“, erklärt Michael Ey. 

Healthy Living braucht ein abgestimmtes Ökosystem

Das setzt voraus, dass alle Akteure im Gesundheitswesen, aber auch weitere Branchen und Organisationen darüber hinaus eng zusammenarbeiten. Dazu zählen neben den klassischen Gesundheitsdienstleistern Immobilienentwickler, Versicherungen, MedTech- und Pharmaunternehmen und politische Institutionen. 

Dabei kommt es auch darauf an, bezahlbare Lösungen zu entwickeln, damit Healthy Living kein Premiumsegment wird, sondern für alle zugänglich ist. Regierungen spielen dabei durch Förderung ebenso wie durch die regulatorischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Deshalb befürworten 44 Prozent der befragten Personen die Förderung von Healthy Living durch staatliche Gelder. Gleichzeitig muss dafür gesorgt werden, dass die Datensicherheit gewährleistet ist. „Wenn jeder seine Verantwortung übernimmt, kann das Zuhause zur wichtigsten Schnittstelle für Prävention, Gesundheitsversorgung und Pflege werden. Um das zu erreichen, ist es jetzt Zeit zu handeln“, bilanziert Dr. Thomas Solbach.  

PwC Studie „Healthy Living: When health is moving into the home“

Pressekontakt

Dominik Kronberger

PwC Marketing & Communications, PwC Germany

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