Kassenfusionen: Erfolgreiche Zusammenschlüsse folgen wiederkehrenden Mustern

  • Pressemitteilung
  • 06 Okt 2026

PwC-Studie: Konsolidierung braucht klare Ziele, transparente Kommunikation und eine gemeinsame Kultur / Sichtbarkeit und Know-how zählen zu den häufigsten Fusionszielen / Integrationskosten und komplexere Abläufe können Kostenvorteile schmälern

Düsseldorf, 06. Oktober 2026

Für erfolgreiche Fusionen gesetzlicher Krankenkassen gibt es keine Blaupause, jedoch eindeutige Erfolgsfaktoren: Die Partner brauchen ein gemeinsames Zielbild und strategische Klarheit, müssen transparent kommunizieren und Beschäftigte früh in die Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmenskultur einbeziehen. Das zeigt die aktuelle Studie „Fusionen in der GKV erfolgreich umsetzen“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC), für die Vorstandsmitglieder aus Krankenkassen zu ihren Erfahrungen mit Fusionen und den Faktoren für deren erfolgreiche Umsetzung befragt wurden. 

„Wenig erstaunlich ist, dass die sogenannten ‚weichen Faktoren‘ mittlerweile für die Krankenkassen zu harten Erfolgsfaktoren geworden sind. Eine gemeinsame Unternehmenskultur ist der Schlüssel für einen nachhaltigen Fusionserfolg.“

Thorsten Weber,Director bei PwC Deutschland

Erfolgreiche Fusionen beginnen weit vor dem Zusammenschluss

Unvereinbare kulturelle Vorstellungen können dazu führen, dass Krankenkassen als Partner ausscheiden. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit brauchen die Beteiligten daher ein gemeinsames Zielbild und strategische Klarheit. Zudem sollten Kassen ihre Beschäftigten mit einer kontinuierlichen, glaubwürdigen Kommunikation frühzeitig einbinden. Wenn Mitarbeitende nachvollziehen können, warum fusioniert wird und wie sich die Organisation entwickeln soll, stärkt das ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft, den Wandel mitzutragen. 

Aber auch die Leitungsebene braucht in dieser Zeit verlässliche Informationen, um Teams in der Umstellung begleiten zu können. 

„In Fusionsprozessen befinden sich Führungskräfte in einem Dilemma. Auf der einen Seite werden sie von Unsicherheit bezüglich ihrer eigenen Zukunft begleitet, auf der anderen Seite wird von ihnen erwartet, Stabilität zu vermitteln.“

Siegmar Nesch,Senior Executive Advisor bei PwC Deutschland

Ihnen früh und offen Klarheit bezüglich ihrer eigenen Perspektive zu vermitteln, sei ein Schlüssel zum Erfolg.

Fusionen sollen Sichtbarkeit und Know-how stärken

Bei den konkreten Zielen einzelner Fusionen stehen jedoch mehr politische und öffentliche Sichtbarkeit sowie der Erhalt oder Ausbau von Know-how im Vordergrund. Einsparungen bei den Verwaltungskosten zählen ebenfalls dazu, rangieren aber im Mittelfeld. Auf Kassenebene sind solche Einsparungen nicht automatisch zu erwarten: Die Zusammenführung zweier Krankenkassen verursacht zunächst Kosten, und größere Strukturen können Abläufe komplexer machen. Mögliche Skaleneffekte werden so potenziell neutralisiert. 

Die Zahl gesetzlicher Krankenkassen könnte nach Einschätzung der befragten Vorstandsmitglieder weiter sinken. Im Schnitt rechnen sie bis 2040 mit einem Rückgang der gesetzlichen Krankenkassen von aktuell 93 auf 33 Kassen. Es ist also abzusehen, dass sich der Kassenmarkt auch ohne regulatorische Eingriffe weiter konsolidieren wird. 

Methodik

Für die Studie „Fusionen in der GKV erfolgreich umsetzen“ wurden im Zeitraum vom 21.07.2026 bis 10.09.2026 persönliche, teilstandardisierte Interviews mit 18 GKV- Vorstandsmitgliedern aller Kassenarten und unterschiedlicher Kassengrößen (<100.000 bis >2 Mio. Versicherte) zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen geführt. Die Auswahl erfolgte per Selbstselektion; 13 Vorstandsmitglieder verfügen über eigene Fusionserfahrungen. Die Interviewergebnisse wurden einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen und anschließend mit der Beratungsexpertise von PwC sowie Strategy& zusammengeführt. Der Schwerpunkt liegt auf der konkreten Fusionspraxis, indem die kritischen Erfolgsfaktoren entlang der einzelnen Fusionsphasen herausgefiltert, Risiken identifiziert und Handlungsansätze abgeleitet werden. 

Zur vollständigen Studie

Fusionen in der GKV erfolgreich umsetzen

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Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

Pressekontakt

Martin Krause
Martin Krause

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