Deutscher Unterhaltungs- und Medienmarkt bleibt stabil, durchläuft aber einen strukturellen Wandel / Medienkonsum stützt sich stärker auf digitale Formate – Erlösmodelle verlagern sich / KI prägt alle Segmente, jeweils mit eigenen Schwerpunkten und Spannungsfeldern / Plattformen gewinnen für die Distribution an Bedeutung und erhöhen den Konsolidierungsdruck
Frankfurt am Main, 09. Juli 2026
Der deutsche Unterhaltungs- und Medienmarkt entwickelt sich zunehmend zweigeteilt: Während digitale, datengetriebene Segmente deutlich wachsen, geraten klassische Erlösquellen weiter unter Druck. Insgesamt erreichte die Branche 2025 einen Gesamtumsatz von 117,0 Milliarden Euro, ein Plus von 3,3 % gegenüber dem Vorjahr. Inhalte werden zunehmend digital, mobil und auf Abruf konsumiert, während Künstliche Intelligenz alle Bereiche der Wertschöpfungskette neu prägt. Das zeigt der aktuelle German Entertainment & Media Outlook (GEMO) von PwC Deutschland.
„Der deutsche Medienmarkt bleibt insgesamt stabil, doch im Inneren tobt ein Verteilungskampf. Wer heute wachsen will, braucht eine klare Position auf den großen Plattformen, eigene Daten und ein Angebot, das sich unterscheidet.“
Seit 2002 bietet die Marktanalyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland verlässliche Einblicke in den deutschen Unterhaltungs- und Medienmarkt. Die diesjährige Ausgabe erscheint in einem weiterentwickelten Konzept: Sie bündelt die Branche in sechs klar definierte Marktbereiche und richtet den Blick stärker auf künftige Entwicklungen und zentrale Trends. Die bewährte inhaltliche Tiefe und methodische Qualität bleiben dabei unverändert.
Das Wachstum 2025 wurde vor allem von dem Wachstum der Werbeerlöse und Connectivity getragen, während die Vertriebserlöse nur leicht stiegen. Besonders deutlich wird die Verschiebung im direkten Vergleich digitaler Umsätze ohne Connectivity und nicht-digitaler Erlöse: Digitale Umsätze wuchsen um 7,8 % auf 38,9 Milliarden Euro, während nicht-digitale Erlöse um 1,2 % zurückgingen. Besonders dynamisch entwickelten sich Onlinewerbung und Internetvideo, während gedruckte Zeitungen, Zeitschriften sowie lineares Fernsehen weiter an Bedeutung verlieren. Insgesamt wird der deutsche Unterhaltungs- und Medienmarkt bis 2030 um durchschnittlich 2 % pro Jahr auf etwa 129 Milliarden Euro wachsen.
Künstliche Intelligenz (KI) und datenbasierte Monetarisierung entwickeln sich zu zentralen Wachstumshebeln. KI senkt Produktionskosten, automatisiert Vermarktungsprozesse und ermöglicht neue Formate und Erlösmodelle. Im Bewegtbildmarkt sinken etwa die Eintrittsbarrieren für kleinere Studios und Produktionshäuser. In der Werbung wird die Aussteuerung zunehmend datengetrieben und in Echtzeit personalisiert. Im Audiomarkt eröffnet KI neue Möglichkeiten für individualisierte Hörerlebnisse, während Fragen rund um Urheberrecht und faire Vergütung an Bedeutung gewinnen. KI wirkt damit längst nicht mehr punktuell, sondern verändert die gesamte Branche, in jedem Segment mit eigenen Schwerpunkten und Spannungsfeldern.
Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland einer der größten und stabilsten Märkte, wächst aber moderater als andere Leitmärkte. Wachstum entsteht kaum noch durch neue Nutzer:innen, sondern vor allem durch Premium-Angebote, Bündelmodelle und höhere Monetarisierung pro Nutzer:in. Gleichzeitig agieren immer mehr Anbieter in plattformgeprägten Wertschöpfungsstrukturen.
„Plattformen werden zum dominierenden Strukturprinzip der Branche. Wer Nutzerzugang und Daten kontrolliert, bestimmt künftig die Spielregeln der Vermarktung.“
Auch deshalb gewinnt die Marktkonsolidierung an Tempo. Fusionen, strategische Partnerschaften und eine klarere Fokussierung der Portfolios bündeln Investitionskraft und stärken die Verhandlungsposition gegenüber den großen Plattformen.
PwC unterstützt seine Kunden dabei, Vertrauen aufzubauen und sich neu zu erfinden. Im PwC-Netzwerk verwandeln rund 365.000 Mitarbeitende in 136 Ländern täglich komplexe Herausforderungen in Chancen und Wettbewerbsvorteile. Mit modernsten Technologien und fundiertem Fachwissen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Recht und Beratung tragen wir dazu bei, Momentum zu schaffen, auszubauen und zu erhalten.
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