12. Family Business Survey, Auskopplung DACH-Region

Von Tradition zu Transformation: Warum Familienunternehmen mehr Innovationsgeist brauchen

  • Pressemitteilung
  • 02 Mrz 2026

Familienunternehmen gelten als krisenfest – durch langfristige Orientierung, hohes Eigenkapital, schnelle Entscheidungswege und Anpassungsfähigkeit. Gilt das auch für die aktuellen Polykrisen? Wie gut behaupten sie sich und wie stellen sie sich strategisch für die Zukunft auf? Antworten finden sich im 12. Family Business Survey von PwC. Die sieben wichtigsten Ergebnisse für Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum:

  1. Familienunternehmen in der Krise: Wirtschaftsflaute, geopolitische Risiken und technologische Umbrüche machen sich in den Bilanzen der deutschsprachigen Familienunternehmen bemerkbar. Nahezu jedes dritte Unternehmen musste im Jahr 2025 Umsatzeinbrüche verkraften; nur 41 Prozent verzeichneten ein Wachstum. Das sind die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2002. Auch im weltweiten Vergleich schneiden die deutschsprachigen Familienunternehmen schlecht ab – global gab es nur bei 15 Prozent der Familienunternehmen Umsatzrückgänge. Die Erwartungen für die kommenden zwei Jahre sind ebenfalls gedämpft: 58 Prozent rechnen mit einem Wachstum – versus 73 Prozent global.
  2. Unternehmen leiden unter hohem Wettbewerbsdruck: Besonders zu schaffen macht den Familienunternehmen der Markt- und Wettbewerbsdruck, etwa durch die Konkurrenz aus China. Das bestätigen 74 Prozent der Befragten. Weitere Herausforderungen: die Talentsuche (55 Prozent) sowie die anhaltend hohe Regulierung (34 Prozent). 
  3. Beim Thema KI überwiegen Lippenbekenntnisse: Theoretisch ja, praktisch nein – so könnte man die Haltung der Familienunternehmen zu neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz zusammenfassen. 71 Prozent sehen die Chancen, die in der digitalen Transformation liegen, 65 Prozent sind es bei (Generativer) Künstlicher Intelligenz (weltweit: 64 Prozent beziehungsweise 61 Prozent). Doch nur 24 Prozent investieren aktiv und bezeichnen sich als Early Adopter. 55 Prozent investieren selektiv und konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft.
  4. Unternehmen bevorzugen Alleingang statt Teamarbeit: Zurückhaltung zeichnet sich bei Kooperationen und strategischen Partnerschaften ab. Lediglich 46 Prozent sichern sich auf diese Weise Zugang zu Know-how und neuen Technologien (weltweit 45 Prozent). Ebenso scheuen die Unternehmen den Eintritt in neue Märkte – nur 25 Prozent lassen sich darauf ein (global: 42 Prozent). 
  5. Expertise von außen gefragt: Familienunternehmen ist aber bewusst, dass sie externe Expertise benötigen. So wollen 39 Prozent als Reaktion auf die Marktveränderungen die Geschäftsführung um familienexterne Führungskräfte erweitern. Ebenso planen 35 Prozent eine Anpassung in der Besetzung ihrer Beratungs- oder Kontrollgremien, um von mehr Diversität zu profitieren. 
  6. Nachfolge oft ungeklärt: An der Nachfolgeregelung wollen allerdings nur wenige etwas verändern. 53 Prozent halten am Zeitplan fest; 34 Prozent haben gar keinen klare Nachfolgeplan. Schwierigkeiten bei der Vorbereitung der Next Generation bereiten der Bedarf an Fachkenntnissen (61 Prozent, weltweit 56 Prozent), aber auch das mangelnde Interesse der kommenden Generation (44 Prozent, weltweit 43 Prozent).
  7. Unsicherheit als Hürde für Veränderung: Die deutschsprachigen Familienunternehmen agieren auch deshalb so zögerlich, weil sie unsicher sind, in welche Richtung sich die Wirtschaft und die Märkte entwickeln werden, wie 51 Prozent bestätigen. Weitere Hürden: der Mangel an technischem Wissen und finanzielle Zwänge.

„Familienunternehmen brauchen den Mut, neue Wege zu gehen und die Transformation mit mehr Entschlossenheit und Tempo voranzutreiben. Nur wer sich öffnet, kooperiert und innovativ denkt, wird auch in Zukunft noch erfolgreich sein.“

Uwe Rittmann,Leiter Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC Deutschland
30 %

der deutschsprachigen Familienunternehmen verzeichneten 2025 Umsatzrückgänge.

Quelle: 12. Family Business Survey, Auskopplung DACH-Region
74 %

halten den globalen Markt- und Wettbewerbsdruck für die größte Herausforderung.

Quelle: 12. Family Business Survey, Auskopplung DACH-Region
65 %

der Familienunternehmen sehen Chancen in (Generativer) Künstlicher Intelligenz.

Quelle: 12. Family Business Survey, Auskopplung DACH-Region
Nur 24 %

bezeichnen sich als Early Adopter.

Quelle: 12. Family Business Survey, Auskopplung DACH-Region

12. Family Business Survey, Auskopplung DACH-Region

Über die Studie

Für den Family Business Survey 2025 wurden 1.325 Familienunternehmen aus 62 Ländern befragt, darunter 150 aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz).

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Corinna Freudig
Corinna Freudig

Branchen & Märkte, PwC Germany

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