Deals Watch Germany

PwC-Studie 2020: M&A-Aktivitäten von strategischen und Finanzinvestoren

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Steve Roberts
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Deutlich weniger Investitionen in deutsche Unternehmen

COVID-19-Pandemie, „Lockdown“ und politisch-wirtschaftliche Risiken haben dazu geführt, dass im Jahr 2020 bisher deutlich weniger Deals zwischen Investoren und deutschen Unternehmen angekündigt worden sind als im Jahr zuvor. Vor allem Unternehmen aus dem nordamerikanischen und asiatisch-pazifischen Raum investierten weniger als 2019. Einen neuen Höchststand hingegen verzeichneten Private-Equity-Beteiligungen, die weniger starken Schwankungen ausgesetzt sind. So lauten einige der Kernergebnisse unserer Studie „Deals Watch Germany. M&A-Aktivitäten von strategischen und Finanzinvestoren 2020“. Betrachtet werden dabei sämtliche Zusammenschlüsse, Unternehmenskäufe und -verkäufe, Leveraged Buyouts, Spin-offs, Privatisierungen sowie Übernahmen von Minderheitsanteilen, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 30. September 2020 angekündigt worden sind.

„Mit einer Quote von 33 Prozent hat die Beteiligung von Private-Equity-Investoren in Deutschland ihren bisherigen Höhepunkt erreicht.“

Steve Roberts,Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland und EMEA

Die Studie im Überblick

Deal-Aktivitäten gingen um fast ein Viertel zurück

Bis Ende des 3. Quartals 2020 gab es in Deutschland erheblich weniger Unternehmenskäufe und -verkäufe als 2019. Zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2020 insgesamt 1233 Deals abgeschlossen. Im selben Zeitraum des Vorjahrs hatten noch 1621 Transaktionen stattgefunden – ein Minus von 24 Prozentpunkten. Dennoch prognostiziert die PwC-Analyse bis Ende 2020 eine Zunahme auf rund 1660 Transaktionen. Das entspricht in etwa der Anzahl von 2017. Der Gesamtwert der Deals wird der Schätzung zufolge 87,7 Milliarden Euro betragen (2019: 83,6 Milliarden Euro).

In der jüngeren Vergangenheit sind Deals mit deutschen Zielunternehmen immer relevanter geworden. Den bisherigen Höchstwert erzielte das Rekordjahr 2019 mit insgesamt 2158 Deals –eine Zunahme um 10 Prozent im Vergleich zu 2018, das gegenüber 2017 bereits ein Plus von 16 Prozent verbucht hatte.

„Wir beobachten immer mehr Megadeals, bedingt durch die Restrukturierungen einiger deutscher Konzerne. Zugleich gibt es aber auch eine Tendenz zu kleineren Transaktionen, während Mid-Market-Deals aufgrund der Pandemie am meisten eingebüßt haben.“

Steve Roberts,Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland und EMEA

Europäische Investoren lagen bei Deals mit Abstand vorne

An der Spitze der M&A-Deals mit deutschen Zielunternehmen lagen Investoren aus Europa und Russland. Bis zum 30. September 2020 haben sie mit 1097 Deals und einem Gesamtvolumen von 62,3 Milliarden Euro den größten Teil der Transaktionen abgeschlossen. Besonders der Cross-Border-Deal zwischen den Finanzinvestoren Cinven Partners LLP, Advent International Corporation und der RAG-Stiftung mit der ThyssenKrupp Elevator AG sorgte im Februar 2020 für Aufsehen. Mit 17,2 Milliarden Euro machte der Deal etwa 28 Prozent des Gesamtvolumens der Transaktionen mit deutschen Unternehmen aus.

Weit abgeschlagen auf Platz zwei lagen die Investoren aus Nordamerika mit 91 Deals über ein Gesamtvolumen von 2,4 Milliarden Euro. Die Drittplatzierten, Investoren aus dem asiatisch-pazifischen Raum, schlossen der PwC-Analyse zufolge 37 Deals mit einem Gesamtwert von rund einer Milliarde Euro ab.

Auf dem deutschen Transaktionsmarkt sind fast ausschließlich Investoren aus den Industrieländern aktiv. Ihr Anteil stieg bis zum dritten Quartal 2020 erneut leicht auf rund 98 Prozent. Investoren aus Entwicklungs- und Schwellenländern erzielten damit die niedrigste Quote seit 2016 –4,7 Prozent waren es damals.

Neuer Rekord bei Private-Equity-Investitionen

Private-Equity-Häuser (PE) investieren weiter in hohem Maße in deutsche Unternehmen, wie ein weiteres Ergebnis der PwC-Analyse lautet. Zwischen Januar und Ende September 2020 waren sie an 406 Transaktionen beteiligt (gesamtes Jahr 2019: 557 Transaktionen.) Nach PwC-Angaben ist dies ein langfristiger Trend: Der Anteil der Private-Equity-Investoren an sämtlichen Deals legte seit 2016 bis zum Analysestichtag 30. September 2020 von 20 auf 33 Prozent zu – ein neuer Höchststand. PwC geht davon aus, dass PE-Investitionen in deutsche Unternehmen bis Ende 2020 mindestens das Vorjahrsniveau erreichen werden.

In der jüngeren Vergangenheit waren für PE-Investoren vor allem kleine bis mittelgroße Transaktionen attraktiv, mit Dealvolumina von unter 50 Millionen bzw. 50 bis bis 250 Millionen Euro. Im Durchschnitt machten die PE-Transaktionen zwischen Anfang 2016 und Ende September 2020 etwa 93 Prozent aller Deals mit bekanntem Transaktionsvolumen aus. Den stärksten Rückgang, nämlich um 55 Prozent, verzeichneten im selben Zeitraum große Deals mit einem Volumen zwischen 250 Millionen Euro und einer Milliarde Euro.

„Während sich der Industrie-Sektor deutlich weniger erwerbsfreudig zeigte, investierten PE-Häuser abermals mehr – ein langfristiger Trend.“

Steve Roberts,Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland und EMEA

Technologieunternehmen bleiben für Investoren hochattraktiv

Für die Investoren sind nach wie vor deutsche Zielunternehmen aus den Sektoren Technologie und industrielle Produktion hochattraktiv. In diesen Sektoren waren die Investoren zwischen Januar und September 2020 mit insgesamt 392 bzw. 282 Transaktionen am häufigsten aktiv. Während 2016 beide Sektoren noch knapp die Hälfte aller Transaktionen (47 Prozent) verbuchten, erhöhte sich der Anteil kontinuierlich und lag bis Ende September 2020 bei 55 Prozent aller Transaktionen. Zwar gab es wegen der Coronavirus-Pandemie insgesamt weniger Transaktionen; doch der Technologiesektor verzeichnete bis zum Ende des dritten Quartals 2020 einen Anstieg um immerhin 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Der zuletzt vergleichsweise starke Anstieg der Investitionen im Technologiesektor ist vor allem auf eine erhöhte Nachfrage nach digitalen Geschäftsmodellen zurückzuführen.“

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