Private Equity-Investitionen in deutsche IT-Unternehmen steigen seit Jahren

PwC-Analyse der vergangenen 20 Jahre: Kontinuierlicher Anstieg auf 9,5 Mrd. € in 2019

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Steve Roberts
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PwC analysiert die Rentabilität der PE-Investitionen in deutsche IT-Unternehmen

Private Equity-Investitionen in den deutschen IT-Sektor sind über die letzten 20 Jahre kontinuierlich gestiegen und erreichten im Jahr 2019 einen neuen Rekordwert von 9,5 Milliarden Euro. Wie profitabel sind diese Investitionen aus Sicht der Private Equity-Häuser und welche Strategien sind besonders erfolgreich? Diese Frage beantwortet die neue PwC-Studie „Superior PE returns with investments in German IT assets“.

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Die Studie im Überblick

Der Ausblick bleibt trotz eines beeindruckenden Anstiegs der Investitionen über die letzten 20 Jahre weiterhin positiv

IT Investitionen mit Beteiligung von Private Equity-Investoren in Deutschland stiegen in 2019 um 48 Prozent auf geschätzt 9,5 Milliarden Euro von 6,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Anzahl der Transaktionen wuchs von 60 Transaktionen im Vorjahr auf 76 im vergangenen Jahr. Der durchschnittliche Transaktionsbetrag stieg von 107 Millionen auf 125 Millionen Euro. Dieser Anstieg ist vor allem auf drei Mega-Deals zurückzuführen: auf die Übernahme des Online-Marktplatzes Autoscout24 durch Hellman & Friedman für 2,9 Milliarden Euro und des Softwareentwicklers und IT-Dienstleisters P&I Personal & Informatik AG durch HG für 2 Milliarden Euro im Dezember 2019 sowie auf den Kauf des Netzbetreibers Inexio durch EQT für etwa eine Milliarde Euro im September 2019. In 2018 fanden dagegen nur 2 vergleichbare Deals statt: die Übernahme des Open-Software Unternehmens SUSE durch den schwedischen PE Investor EQT für ca. 2,7 Milliarden Euro und die Beteiligung von General Atlantic in Höhe von etwa 813 Millionen Euro an der NuCom Gruppe, in der das Commerce-Geschäft der ProSiebenSat.1-Gruppe gebündelt wird. „Der Trend geht zu immer größeren Transaktionen, nicht zuletzt bedingt durch die höheren Bewertungen der IT-Unternehmen“ sagt Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC. „Die aktuelle Marktentwicklung deutet auf die Fortsetzung des Wachstums hin. In den nächsten Jahren sind sowohl mehr Exits als auch weitere PE Investitionen in künstliche Intelligenz, Datenmanagement und -analyse zu erwarten.“

„Die aktuelle Marktentwicklung deutet auf die Fortsetzung des Wachstums hin. In den nächsten Jahren ist von weiteren Investitionen in künstliche Intelligenz, Datenmanagement und -analyse auszugehen.“

Steve Roberts,Leiter Private Equity bei PwC Deutschland

Investitionen in deutsche IT-Unternehmen sind sehr profitabel, aber auch riskant

Mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre wird deutlich, dass Private Equity-Investitionen in deutsche IT-Unternehmen sehr profitabel sind. Die Money Multiples belaufen sich im Durchschnitt auf das 3,5-fache der Anfangsinvestition, jede zehnte Investition brachte sogar den 7,5-fachen Ertrag. Aber auch die Risiken sind vergleichsweise hoch – bei mehr als einem Viertel aller Deals wurden Verluste realisiert. „Die neuen Investitionen sollten selektiv erfolgen und wohl überlegt sein.“, empfielt Steve Roberts. „Die wesentlichen Erfolgsvoraussetzungen für die Auswahl der Technologieunternehmen mit den zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen und einzigartigen Softwarelösungen sind Expertenkenntnisse der deutschen Technologiemärkte und des internationalen Wettbewerbsumfelds.“ „Je schneller ein klarer Plan der Entwicklung des Unternehmens von Day 1 bis zum Veräußerungszeitpunkt entwickelt wird, desto zielgerichteter kann die weitere Unternehmensentwicklung gestaltet werden und desto zügiger wird der Durchbruch erreicht“.

„Die Auswahl der Technologieunternehmen mit einzigartigen Softwarelösungen und zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen setzt Expertenkenntnisse der deutschen Technologiemärkte und des internationalen Wettbewerbsumfelds voraus. Je schneller ein klarer Plan der Entwicklung des Unternehmens vom Day 1 bis zum Veräußerungszeitpunkt entwickelt wird, desto zielgerichteter kann die weitere Unternehmensentwicklung gestaltet werden und desto zügiger wird der Durchbruch erreicht.“

Steve Roberts,Leiter Private Equity bei PwC Deutschland
Infografik zur Studie „Superior PE returns with investments in German IT assets“ von PwC

Die PwC Analyse zeigt, dass es sich für PE Investoren lohnt, schon sehr frühzeitig über den potentiellen Käufer des erworbenen Unternehmens nachzudenken, um strategische Kooperationen einzugehen, weitere Zukäufe vorzubereiten und den Verkaufsprozess zu planen. So waren Verkäufe an strategische Investoren in der Vergangenheit mit 5- bis 5,5-fachem Ertrag auf die Anfangsinvestition wesentlich profitabler als die Verkäufe an weitere Finanzinvestoren oder die Börsengänge. „Strategische Käufer sind durchaus bereit, höhere Prämien für wachsende Unternehmen mit ausgereiftem Geschäftsmodell zu zahlen, wenn sie zu ihrem Kerngeschäft passen. Diese Investitionen ersparen ihnen den Forschungs- und Entwicklungsaufwand und ermöglichen Synergien“, erläutert Steve Roberts. Dies wurde von den PE Investoren erkannt – Verkäufe an strategische Investoren machen den größten Anteil der Exits der vergangenen 20 Jahre aus (62 Prozent). Dagegen stehen die weniger rentablen Verkäufe an andere Finanzinvestoren, die im Durchschnitt nur etwa 2-3x Erträge auf die Anfangsinvestitionen liefern (24 Prozent). Börsengänge, die vergleichsweise zeitaufwendig und mit hohen regulatorischen Auflagen verbunden sind, bringen verschiedenen Berechnungen zufolge etwa den 3,5 bis 4-fachen Ertrag und sind in den letzten Jahren wesentlich unprofitabler und daher auch seltener geworden.

„Strategische Käufer sind durchaus bereit, höhere Prämien für wachsende Unternehmen mit ausgereiftem Geschäftsmodell zu zahlen, wenn sie zu ihrem Kerngeschäft passen. Diese Investitionen ersparen ihnen den Forschungs- und Entwicklungsaufwand und ermöglichen Synergien.“

Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC Deutschland
Infografik zur Studie „Superior PE returns with investments in German IT assets“ von PwC

Top-Player 2019 stammen aus UK, den USA und Skandinavien

Der Anteil der ausländischen Private Equity-Investoren am deutschen IT Markt, gemessen am Transaktionswert, ist vergleichsweise hoch: die Top-Investoren EQT, Permira, Hg Capital, General Atlantic und Warburg Pincus kommen aus Großbritannien, den USA und Skandinavien. Die deutschen Investoren Deutsche Private Equity, Emeram und Capiton belegen Plätze im zweiten Rang. Private Equity-Häuser sind im Schnitt in ein bis zwei deutsche IT Assets investiert, führende PE Investoren halten Mehrheitsbeteiligungen an drei bis vier Unternehmen.

„Der Trend geht zu immer größeren Transaktionen, nicht zuletzt bedingt durch hohe Bewertungen von IT-Unternehmen. Die aktuelle Marktentwicklung deutet auf eine Fortsetzung des Wachstums hin. In den nächsten Jahren sind weitere PE Investitionen in künstliche Intelligenz, Datenmanagement und -analyse zu erwarten.“

Steve RobertsLeader Private Equity bei PwC Deutschland

Die Methodik

Die Studie basiert auf einer Auswertung aller IT-Investitionen mit Private-Equity-Beteiligung in Höhe von über 5 Millionen Euro im Zeitraum vom September 1999 bis September 2019. Quellen: Mergermarket, Unquote, PwC-Analyse.

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Olga Milovidova

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Business Development Manager Private Equity, PwC Germany

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