{{item.title}}
{{item.text}}
{{item.text}}
Ihre Expertin für Fragen
Rebekka Berbner
Partnerin Capital Projects Infrastructure & Risk bei PwC Deutschland
Tel.: +49 171 7836364
E-Mail
Infrastruktur ist längst mehr als ein Standortfaktor. Sie ist eine der zentralen Voraussetzungen dafür, ob wirtschaftliche Transformation gelingt, Innovationen entstehen, Resilienz gestärkt wird und Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern kann. Deutschland steht vor einer historischen Chance. Jahrzehntelang aufgeschobene Investitionen treffen auf technologische Umbrüche, die Energiewende und die Digitalisierung der Wirtschaft. Gleichzeitig eröffnet das 500 Milliarden Euro Sondervermögen (SVIK) einen bislang einmaligen finanziellen Spielraum. Ob daraus ein neuer Wachstumsschub und eine echte „Infrastruktur-Dekade" entsteht, entscheidet sich nicht an der Höhe der Mittel, sondern an der Qualität der Umsetzung.
Die zweite Studie der Initiative „Standort Zukunft" von PwC, Strategy& und dem Handelsblatt Research Institute analysiert den Zustand der zentralen Infrastruktursegmente, die Erwartungen deutscher Unternehmen sowie die volkswirtschaftliche Wirkung öffentlicher Investitionen. Die Ergebnisse zeigen klar: Infrastruktur ist kein Kostenfaktor. Sie ist ein Wettbewerbsfaktor.
„Priorisierung, beschleunigte Umsetzung und Finanzierung müssen wirksam ineinandergreifen, damit die kurzfristigen positiven Wachstumsimpulse ihre Wirkung entfalten und damit die Grundlage für eine Dekade von Infrastruktur-Wachstum bilden.“
Deutschlands Infrastruktur ist dicht geknüpft, aber in die Jahre gekommen. Die Studie bündelt die verfügbaren Bedarfsschätzungen und kommt für die kommende Dekade auf rund 1,9 Billionen Euro; rechnet man private Energieinvestitionen hinzu, steigt der Bedarf auf etwa 2,17 Billionen Euro. Die größten Segmente: 724 Milliarden Euro für die Straße, 242 Milliarden Euro für die Schiene, 144 Milliarden Euro für Energie und 74 Milliarden Euro für die digitale Infrastruktur. Ein erheblicher Teil davon ist bislang nicht gedeckt – allein bei der Straße fehlen 416 Milliarden Euro.
Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz stellt der Bund 500 Milliarden Euro bereit. Die Studie zeigt jedoch: Der Modernisierungsbedarf übersteigt die verfügbaren öffentlichen Mittel deutlich. Neben Steuermitteln werden daher private Investitionen, Infrastrukturfonds und nutzerfinanzierte Modelle an Bedeutung gewinnen.
Die Autoren berechnen für die aktuelle Konjunkturlage einen Fiskalmultiplikator von 1,2: Jeder öffentlich investierte Euro erhöht das Bruttoinlandsprodukt um 1,20 Euro, überwiegend innerhalb von drei bis fünf Jahren. Voraussetzung ist eine unterausgelastete Wirtschaft, in der die Mittel in Mengen- und nicht in Preiseffekte fließen. Die Geschwindigkeit des Mittelabflusses entscheidet dabei maßgeblich über die Höhe des Effekts. Aus Unternehmenssicht bestätigt sich dieses Bild: 48 Prozent derjenigen, die Produktivitätsgewinne erwarten, rechnen mit mindestens sechs Prozent Zuwachs, 21 Prozent mit mehr als zehn Prozent.
Die zentrale Botschaft: Nicht die Höhe der Mittel entscheidet über den Erfolg, sondern die Leistungsfähigkeit des Umsetzungssystems sowie ein abgestimmtes Zusammenwirken von Staat, Unternehmen, Finanzwirtschaft und Gesellschaft. Entscheidend sind schnellere Genehmigungen, belastbare Projektpipelines, digitale Verfahren, ausreichend Fachkräfte und eine bessere sektorübergreifende Koordination. Nur wenn Planung, Finanzierung und Realisierung ineinandergreifen, kann aus der Infrastruktur-Offensive ein nachhaltiger Wachstumsschub entstehen.
Das Netz ist dicht geknüpft, die Finanzierung ist es nicht. Bei der Straße stehen 724 Milliarden Euro Bedarf im Raum, davon 416 Milliarden ungedeckt; bei der Schiene fehlen von 242 Milliarden noch 114 Milliarden. Für Investitionsentscheidungen nennen nur 39 Prozent der Entscheider die Straße, 10 Prozent die Schiene. Gelingt die Modernisierung, erwartet jedoch ein Drittel mindestens sechs Prozent niedrigere Logistikkosten im eigenen Unternehmen.
Der Um- und Ausbau der Energieversorgung erfordert über 20 Jahre 490 bis 650 Milliarden Euro; der öffentliche Bedarf liegt bei 144 Milliarden, davon 69 ungedeckt. Finanziert wird überwiegend über regulierte Netzentgelte, die laut Studie eine dauerhafte Einnahmebasis für Banken und institutionelle Investoren bilden. Für 48 Prozent der Entscheider sind Stromnetze investitionsrelevant, beim Wasserstoff sind es erst 8 Prozent.
Die Priorität Nummer eins: 62 Prozent der Entscheider nennen die digitale Infrastruktur als wichtigsten Faktor für Investitionen am Standort Deutschland – deutlich vor Stromnetzen, Straße und Schiene. Der Bedarf liegt bis 2035 bei über 70 Milliarden Euro, rund 51 Milliarden davon ungedeckt. Die Nationale Rechenzentrumsstrategie sieht bis 2030 mindestens eine Verdopplung der Rechenleistung vor. Rechenzentren brauchen Glasfaser und gesicherte Stromleistung zugleich.
Infrastruktur-Studie aus der Reihe Standort Zukunft
Kontaktieren Sie unsere Expert:innen
„Viele Unternehmen möchten einen aktiven Beitrag leisten, Deutschlands Infrastruktur zukunftsfähig zu machen. Doch diese Bereitschaft wird nur dann zu realem Kapital, wenn öffentliche und private Investitionszyklen zeitlich und planerisch zusammenfinden.“
Rebekka Berbner,Partnerin, Capital Projects, Infrastructure & Risk bei PwC DeutschlandDie Studie „Vom Wachstumshemmnis zum Wachstumstreiber" ist die zweite Ausgabe der Initiative „Standort Zukunft" von PwC Deutschland und Strategy& mit dem Handelsblatt Research Institute (HRI) als wissenschaftlichem Partner. Sie verbindet drei Bausteine: eine Auswertung vorliegender Bedarfs- und Finanzierungsstudien, eine eigene volkswirtschaftliche Modellrechnung des HRI zum Fiskalmultiplikator sowie eine exklusiv für die Studie durchgeführte Unternehmensbefragung im Zeitraum vom 19. bis 27. Mai 2026. Für diese wurden gemeinsam mit YouGov 304 Entscheiderinnen und Entscheider in deutschen Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten befragt, verteilt über Branchen, Bundesländer und Unternehmensgrößen. Die Ergebnisse werden als Anteile der befragten Entscheider ausgewiesen; Mehrfachnennungen waren teilweise möglich.
{{item.text}}
{{item.text}}
Rebekka Berbner
Partnerin, Capital Projects Infrastructure & Risk, PwC Germany
Tel.: +49 171 7836364
Partner, Leiter Public Sector Consulting, PwC Germany
Tel.: +49 170 2238545
Martin Zündorf
Director, Capital Projects Infrastructure & Risk, PwC Germany
Tel.: +49 1517 2737321