Digital Procurement Survey 2021

PwC-Studie 2021: Deutschland ist Europas Spitzenreiter in der Digitalisierung der Einkaufsprozesse

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Dr. Norbert F. Fischer

Dr. Norbert F. Fischer
EMEA Procurement Practice bei PwC Deutschland
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Die Digitalisierung zählt zu den Top-Prioritäten im strategischen Einkauf

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise haben Kostensenkungen und Lieferantenbeschaffung aktuell hohe strategische Relevanz in deutschen und europäischen Einkaufsabteilungen. Eine zentrale Aufgabe ist aber auch die Digitalisierung der Beschaffungsprozesse. Besonderes Augenmerk legen die Unternehmen darauf, ihre Procure-to-Pay-Prozesse zu digitalisieren, welche in Deutschland schon weit verbreitet sind.

Im Vergleich zu Unternehmen aus anderen europäischen Ländern wollen deutsche Firmen für die Digitalisierung ihres Einkaufs etwas weniger Geld in die Hand nehmen: In den kommenden beiden Jahren planen sie, rund eine Million Euro in die digitale Transformation ihrer Beschaffungsprozesse zu investieren. Das sind rund 12 Prozent weniger als ihre Europäischen Pendants.

Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Studie „Digital Procurement 2021“.

Die Studie im Überblick

Die Einkaufsabteilungen konzentrieren sich wieder auf ihr Kerngeschäft

Kosten reduzieren und geeignete Lieferanten beschaffen. Das sind aktuell die beiden Prioritäten in den Einkaufsabteilungen deutscher Unternehmen. Dieser Fokus ermöglicht es den Firmen, ihre externen Ressourcen zu sichern und ihre finanzielle Performance zu verbessern.

Die Covid-19-Krise hat also zu einem Strategiewechsel in den Einkaufsabteilungen geführt: Mehr als 60 Prozent der Unternehmen haben ihre Prioritäten in Reaktion auf die Krise überdacht. Kurzfristig fokussieren sich die Befragten auf Kostensenkungen und Risikomanagement, während sie mittelfristig die Prozessdigitalisierung und das Supplier Sourcing und Supplier Relationship Management neu priorisieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Die Digitalisierung der Prozesse im Einkauf ist die dritte strategische Priorität - nach der Kostensenkung und der Beschaffung von Lieferanten. Damit bleibt die digitale Transformation trotz Krise ein grundlegender Trend, der auch als Treiber für Agilität und Resilienz angesehen wird.

Die digitale Transformation der Einkaufsprozesse schreitet voran

Der Grad der Digitalisierung bei der Beschaffung europäischer Unternehmen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Einkaufsabteilungen engagieren sich weiter mit Nachdruck für digitale Transformationsprojekte und setzen dabei auf digitale Technologien in der Einkaufsfunktion. 33 Prozent der befragten Unternehmen rollen derzeit eine digitale Lösung im Einkauf aus, weitere 18 Prozent fangen gerade damit an.

Der Einsatz digitaler Lösungen ist auch die  Antwort auf geschäftliche Herausforderungen und bringt konkrete Vorteile für die Einkaufsorganisation, aber auch für das Unternehmen als Ganzes. Um alle Vorteile der Digitalisierung in der Beschaffung voll auszuschöpfen, ist es allerdings noch ein weiter Weg.

„Um die Digitalisierung im Einkauf weiter voranzutreiben, müssen Unternehmen jetzt entsprechend investieren und ihre Belegschaft weiterbilden.“

Dr. Norbert F. Fischer, Head of EMEA Procurement Practice bei PwC Deutschland

Das sind die Vorteile der optimalen Nutzung von digitalen Lösungen im Einkauf

Je höher die Akzeptanz digitaler Technologien ist, desto größer sind die Vorteile, die Unternehmen für die Leistung der Einkaufsabteilung sehen:

79 Prozent der Einkaufsabteilungen geben an, dass sie durch den Einsatz einer digitalen Lösung Verbesserungen in der Unternehmensleistung und organisatorische Vorteile feststellen konnten. Dies gilt vor allem in Unternehmen, in denen die Lösung von den Anwendern gut angenommen wird und in denen die Funktionen vollständig genutzt werden.

Allerdings sagen nur 22 Prozent der Einkaufsabteilungen, dass sie ihre digitalen Lösungen optimal und dauerhaft nutzen. Um dies zu ermöglichen, kommt es jetzt darauf an, digitale Transformationsprojekte in eine langfristige Strategie zu integrieren. Dafür braucht es ein gewisses Maß an Investitionen, um das volle Potenzial digitaler Lösungen und die daraus resultierenden finanziellen Vorteile auszuschöpfen.

Investitionen in Neugestaltung der Prozesse und Change-Management lohnen sich

Deutsche Unternehmen wollen kräftig in die Digitalisierung ihrer Einkaufsprozesse investieren: Im Schnitt sind Investitionen in Höhe von einer Million Euro in den nächsten beiden Jahren geplant.

Diese ehrgeizigen Investitionspläne können die Firmen bei der Umsetzung ihrer digitalen Roadmaps unterstützen. Sie zeigen aber auch, welchen Return on Investment sich die Organisationen von E-Procurement erwarten und wie wichtig ihnen die digitale Transformation der Einkaufsfunktion ist.

Die Einkaufsabteilungen sind sich zudem einig, dass die Transformation der Geschäftsprozesse eine entscheidende Rolle für den Erfolg eines digitalen Entwicklungsprojekts spielt. Zudem sind sie überzeugt, dass die Zeit, die in die Neugestaltung von Prozessen und das Change Management investiert wird, höheren Mehrwert für ein digitales Transformationsprojekt bringt als die technischen Aspekte bei der Auswahl der Lösung und des Integrators.

Diese digitalen Anwendungsfälle dominieren heute und in Zukunft

Bestimmte digitale Anwendungsfälle, etwa  Procure-to-Pay, Source-to-Contract oder Datenanalyse und -management, sind zur Grundlage für die Digitalisierung der Einkaufsfunktion geworden. Sie werden bereits heute am meisten genutzt, vor allem in Deutschland. Sie gehören in Europa zu den häufigsten Investitionsvorhaben der kommenden zwei Jahre.

Aber auch Konzepte, die derzeit noch nicht weit verbreitet sind, etwa Smart Sourcing / Relocation Sourcing, Risikomanagement und virtuelle Beschaffungsassistenten, werden voraussichtlich an Zugkraft gewinnen. Die Anzahl der Nutzer solcher Lösungen wird sich in den Einkaufsabteilungen in den nächsten beiden Jahren verdoppeln. Solche Anwendungsfälle werden es Unternehmen ermöglichen, auf die neuen Anforderungen an Agilität und Widerstandsfähigkeit zu reagieren.

„Deutschland nimmt bei der Digitalisierung der Beschaffung eine Vorreiterrolle ein. Doch auf diesem guten Ergebnis dürfen sich die Unternehmen keinesfalls ausruhen.“

Dr. Norbert F. Fischer,Head of EMEA Procurement Practice bei PwC Deutschland

Die Methodik

Über 400 Einkaufsabteilungen aus Unternehmen verschiedener Branchen in Europa, Afrika und den mittleren Osten haben sich an der Umfrage beteiligt. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte nur mit deskriptiver Statistik.

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