Mann auf Schienen

Sabotage 2.0: Resilienz stärken, handlungsfähig bleiben

Hybride Angriffe früh erkennen und Folgen begrenzen

Hybrid

Angriffe verbinden physische, digitale und informationsbezogene Mittel.

Kaskade

Lokale Eingriffe können sektorübergreifende Kaskaden auslösen.

Akteure

Fragmentierte Täterstrukturen erschweren die belastbare Zuordnung.

Handeln

Frühe Erkennung und schnelle Reaktion begrenzen Folgewirkungen.

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Dr. Wolfgang Zink

Dr. Wolfgang Zink
Partner, Lead Defense, Security, Justice bei PwC Deutschland
Tel.: +49 1511 8964363
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Wie Sabotage 2.0 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen herausfordert

Staatliche und nichtstaatliche Akteure setzen Sabotage zunehmend in hybriden Formen ein. Ihre Angriffe verbinden physische, digitale und informationsbezogene Mittel und können kritische Infrastrukturen, militärische Anlagen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen treffen. Unternehmen und andere Organisationen müssen sich deshalb auf ein Bedrohungsbild einstellen, bei dem Täter:innen, Ziele und Methoden häufig schwer einzuordnen sind. Ein lokaler Eingriff kann eine Kaskade auslösen – also weitere Ausfälle über mehrere Systeme und Sektoren hinweg. Das PwC-Whitepaper „Sabotage 2.0: Sind wir ausreichend vorbereitet?“ ordnet diese Bedrohung strategisch und operativ ein und leitet konkrete Handlungsfelder für mehr Resilienz ab. Unsere Expert:innen unterstützen Sie dabei, Ihre Resilienz in Bezug auf Sabotage strategisch weiter zu stärken und Schutz, Reaktion und Wiederanlauf enger miteinander zu verzahnen.

„Sabotage lässt sich nicht vollständig verhindern. Entscheidend ist, dass Unternehmen und Institutionen früh erkennen, schnell reagieren und handlungsfähig bleiben.“

Dr. Wolfgang Zink,Partner, Lead Defense, Security, Justice bei PwC Deutschland

Warum Sabotage 2.0 besonders gefährlich ist

Aus Einzeltaten wird ein systemisches Risiko

Angreifer:innen können an Stromtrassen, Bahnverbindungen, IT-Systemen oder Logistikknoten ansetzen. Ihre Angriffe verbinden physische, digitale und informationsbezogene Mittel und können Teil einer übergeordneten Strategie sein. Das Zielspektrum reicht von kritischen Infrastrukturen und militärischen Einrichtungen über Behörden bis zu Unternehmen.

Bewusste Unschärfe erschwert die Einordnung

Was solche Angriffe gemeinsam haben, ist die bewusste Unschärfe bei Erscheinungsform, Intensität, Mitteln, Akteuren, Zielen, Zwecken sowie räumlicher und zeitlicher Verteilung. Angreifer können Ereignisse so streuen, dass sie zunächst nicht als Teile einer Kampagne erkennbar werden. Unternehmen und andere Organisationen müssen deshalb über isoliert wirkende Vorfälle hinweg nach Mustern suchen, Zusammenhänge früh erkennen und daraus Maßnahmen ableiten.

Kleine Eingriffe können große Kaskaden auslösen

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) bilden ein „System von Systemen“: Energie, Telekommunikation, Wasser, Verkehr, Logistik und Zahlungsverkehr hängen voneinander ab. Trifft ein Angriff einen zentralen Knoten, kann sich ein lokaler Ausfall auf weitere Sektoren ausweiten. Das PwC-Whitepaper zu Sabotage 2.0 zeigt deshalb ein enges Handlungsfenster: Unternehmen und andere Organisationen, die ungewöhnliche Muster früh erkennen und schnell reagieren, können Kaskadeneffekte eher begrenzen und ihre Handlungsfähigkeit sichern. Danach wird Schadensbegrenzung deutlich schwieriger.

Frühzeitige Erkennung und schnelle Reaktion begrenzen die Kaskadenwirkung

Verdeckte Akteure erschweren die Zuordnung

Staatliche und nichtstaatliche Auftraggeber können fragmentierte Täterstrukturen nutzen. Auftraggeber und Ausführende agieren getrennt; sogenannte Low-Level-Agents übernehmen einzelne Aufgaben wie Auskundschaften, Vandalismus oder Brandstiftung. Akteure können Zahlungsströme über Kryptowährungen und zwischengeschaltete Konten fragmentieren. Selbst wenn Ermittler:innen eine ausführende Person identifizieren, bleibt der eigentliche Auftraggeber oft unklar.

Die Folgen reichen über den unmittelbaren Sachschaden hinaus

Angriffe können Versorgung und Betriebsfähigkeit beeinträchtigen und zugleich Verunsicherung, Vertrauensverlust und politische Destabilisierung fördern. Einzelereignisse wirken zunächst häufig isoliert. Phänomenübergreifende Mustererkennung kann Zusammenhänge zwischen Orten, Sektoren und Zeitpunkten sichtbar machen. Unternehmen und andere Organisationen müssen auch unter unvollständigen Informationen entscheidungsfähig bleiben.

Früh erkennen, schnell reagieren, Handlungsfähigkeit sichern

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Stärkung der Resilienz: Handlungsfelder für wirksame Sabotageabwehr

Governance stärkt Handlungsfähigkeit

Unternehmen und andere Organisationen brauchen eine belastbare Bestandsaufnahme ihrer kritischen Assets, Abhängigkeiten und Verwundbarkeiten, definierte Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege, die auch außerhalb der Regelarbeitszeit funktionieren. Ein kontinuierlich aktualisiertes Lagebild bündelt technische Anomalien, Zutrittsereignisse, Lieferkettenrisiken und externe Hinweise. PwC unterstützt Organisationen dabei, bestehende Governance-Strukturen, Zuständigkeiten und Reaktionsprozesse weiterzuentwickeln und sinnvoll zu verzahnen.

Meldewege müssen vor dem Ereignis feststehen

Jederzeit erreichbare Meldepunkte, standardisierte Erstmeldungen und vorab definierte Eskalationswege ermöglichen schnelle und koordinierte Reaktionen. Mitarbeiter:innen sowie externe Partner der Unternehmen und Organisationen müssen Hinweise niedrigschwellig melden können; eine festgelegte Stelle bewertet und priorisiert sie. Behörden, Betreiber und Unternehmen profitieren außerdem von sektorübergreifendem Informationsaustausch und einem Lagebild, das physische und digitale Indikatoren zusammenführt. 

Üben, bevor der Ernstfall eintritt

Realistische Szenarien verbinden Cyberangriffe mit physischen Störungen, etwa einem Brand an einer Kabeltrasse oder dem Ausfall eines Logistikdienstleisters. Planspiele testen Entscheidungen und Kommunikation, operative Übungen Alarmierung und Wiederanlauf. After-Action-Management übersetzt Erkenntnisse in Verantwortlichkeiten, Fristen und Maßnahmen. So entstehen belastbare Routinen statt theoretischer Konzepte. 

 

Die drei zentralen Handlungsfelder im Überblick:

Sabotage 2.0: Resilienz stärken, handlungsfähig bleiben

Fünf Hebel für mehr Resilienz in Bezug auf Sabotage

Abhängigkeiten kennen

Unternehmen und andere Organisationen sollten ihre kritischen Funktionen, Assets und gegenseitigen Abhängigkeiten kennen. Gerade in vernetzten Infrastrukturen kann der Ausfall eines einzelnen Knotens weitere Sektoren treffen. Eine strukturierte Bestandsaufnahme hilft, zentrale Wirkungspfade, besonders verwundbare Punkte und prioritäre Schutzbedarfe zu erkennen. So können Verantwortliche Schutzmaßnahmen gezielter planen und im Ereignisfall schneller entscheiden.

Lagebild weiterentwickeln

Verantwortliche führen in einem kontinuierlich aktualisierten Lagebild technische Anomalien, Zutrittsereignisse, Lieferkettenrisiken und externe Bedrohungshinweise zusammen. Sie sollten physische und digitale Indikatoren gemeinsam betrachten und nach Mustern in vermeintlich isolierten Ereignissen suchen. Monitoring, Sensorik und KI-gestützte Analysen können unterstützen; die Bewertung und Priorisierung bleiben jedoch eine organisatorische Aufgabe.

Meldewege vorbereiten

Unternehmen und andere Organisationen sollten festlegen, wer Hinweise entgegennimmt, bewertet und eskaliert. Jederzeit erreichbare Meldepunkte, ein standardisiertes Erstmeldeformat und klare Wege zum Krisenstab, zu Behörden und weiteren Partnern geben Orientierung unter Zeitdruck. Mitarbeiter:innen sowie externe Partner müssen Beobachtungen unkompliziert melden können. Eine definierte Stelle bewertet die Hinweise, priorisiert sie und leitet die nächsten Schritte ein.

Szenarien realistisch üben

Regelmäßige Übungen machen aus Konzepten belastbare Routinen. Realistische Szenarien sollten physische und digitale Effekte verbinden und Entscheidungen, Alarmierung, Kommunikation und Wiederanlauf testen. Nach jeder Übung sollten Verantwortliche Schwachstellen dokumentieren, Maßnahmen ableiten, Zuständigkeiten festlegen und Fristen setzen. So entwickelt sich die Reaktionsfähigkeit kontinuierlich weiter und bleibt praxistauglich.

Wiederanlauf absichern

Da Organisationen Sabotage nicht vollständig verhindern können, müssen sie Auswirkungen schnell begrenzen und zentrale Funktionen wiederherstellen können. Notfall- und Wiederanlaufprozesse sollten deshalb konkrete Sabotageszenarien berücksichtigen. Verantwortliche sollten kritische Leistungen priorisieren, Entscheidungen vorbereiten und Abläufe regelmäßig testen. So bleibt die Organisation auch unter gezielter Störung möglichst handlungsfähig.

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Die Methodik

Das Whitepaper „Sabotage 2.0: Sind wir ausreichend vorbereitet?“ ordnet das aktuelle Sabotagephänomen strategisch und operativ ein. Die Autor:innen werten aktuelle Sabotagefälle, behördliche und wissenschaftliche Quellen sowie rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen aus. Sie verbinden diese Einordnung mit Perspektiven aus Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Unternehmenspraxis. Im Mittelpunkt stehen Merkmale moderner Sabotage, Herausforderungen bei Prävention, Erkennung und Verfolgung sowie konkrete Empfehlungen für mehr Resilienz. Daraus leiten unsere Expert:innen drei Handlungsfelder ab: funktionierende Governance und kohärente Strukturen, klare Melde- und Kommunikationswege sowie regelmäßige Übungen und Szenarien.

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