Building Public Trust Award 2022

Preis für die beste Nachhaltigkeitsberichterstattung

Der Building Public Trust Award

Eine Fachjury mit Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Investoren, Aufsichtsräten und einer Rating-Agentur analysierte die externe Berichterstattung von Unternehmen im DAX 40, MDAX und bei ausgesuchten nicht-börsennotierten Unternehmen. Gegenstand der Analyse im Jahr 2022 war die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen. Dabei fand erstmals eine Fokussierung auf die Berichterstattung über Klimaschutz und Klimawandel, über die Lieferkette sowie über die neuen EU-Taxonomie-Angaben statt.

Dabei bewerteten die Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis insbesondere die Glaubwürdigkeit und Konsistenz sowie Vollständigkeit und Wesentlichkeit der dargestellten Informationen. Ferner analysierten sie die Qualität der Integration von Informationen, die Verlässlichkeit der Informationen sowie die Nutzung innovativer Ansätze der Berichterstattung. Zudem wurde in diesem Jahr erneut die Methodik der Textanalyse bezüglich der Verwendung relevanter Begriffe in den Teilbereichen Klima, Lieferkette und EU-Taxonomie angewandt.

„Wir befinden uns an einem Wendepunkt und zugleich in der größten Transformation der Unternehmensberichterstattung. Die ESG-Faktoren ‘Environmental, Social, Governance’ werden für die Berichterstattung verpflichtend, insbesondere durch die Regulierungen auf europäischer Ebene.“

Nicolette Behncke, PwC-Partnerin und Expertin für ESG-Reporting

Die Auszeichnung für die beste Nachhaltigkeitsberichterstattung im DAX 40 geht an BMW. Die Jury bezeichnet den Bericht des Konzerns als gekennzeichnet durch Detailtiefe und Transparenz über die drei untersuchten Themengebiete hinweg. Im Segment MDAX konnte Evonik, insbesondere durch die anschauliche und klare Darstellung verbunden mit dem nötigen Detaillierungsgrad überzeugen. Erstmals erfolgte auch eine Bewertung von nicht-börsennotierten Unternehmen, hier gelang der Robert Bosch GmbH die Platzierung an erster Stelle. Das Unternehmen berichtet umfangreich, abgeleitet von seinen übergeordneten Zielen, welche gleichermaßen durch konkrete Beispiele sowie auch mit qualitativen und quantitativen Informationen unterlegt sind.

Die Verleihung der Awards 2022

Mit dem Building Public Trust Award werden seit 2016 Unternehmen für eine glaubwürdige und konsistente Nachhaltigkeitsberichterstattung ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde der Preis auf dem Sustainability Kongress in Berlin verliehen.

Die Verleihung der Building Public Trust Awards 2022

Schwerpunktthemen in diesem Jahr

Die Mehrzahl der betrachteten Unternehmen berichten detailliert über die Auswirkungen ihres Handelns auf den Klimawandel und ihrem Managementansatz hierzu, beispielsweise in Form von Klimastrategien. Ebenso berücksichtigen viele Unternehmen Klimarisiken. Jedoch ist hierbei anzumerken, dass diese Risikobetrachtung häufig auf einer beschreibenden Ebene bleibt und selten in monetären Größen quantifiziert wird.

Ein weiteres Schwerpunktthema in der Analyse ist die Berichterstattung im Kontext der unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Bezug auf die Menschenrechte entlang der Lieferkette. Erfreulicherweise ist festzustellen, dass eine Vielzahl an Unternehmen bereits mit Hinblick auf die kommenden Berichtspflichten nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ihre Berichterstattung adaptieren und auch über eine Neu- und Risikobewertung ihrer Lieferanten sowie interne und externe Beschwerdekanäle berichten. Jedoch ist zu beobachten, dass ein erhebliches Entwicklungspotenzial in der Berichterstattung ergebnisorientierter Ziele sowie tatsächlicher Auswirkungen der unternehmerischen Aktivitäten auf die Menschenrechte in der Lieferkette vorherrscht. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung in diesem Bereich, auch mit Fokus auf den EU-Vorschlag einer Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), wird notwendig sein.

Das dritte Schwerpunktthema ist die Berichterstattung zur EU-Taxonomie. Die Taxonomie-Verordnung stellt für die analysierte Berichtsperiode 2021 an alle offenlegungspflichtigen Unternehmen die Anforderung, über die taxonomiefähigen Anteile der Investitions- und Betriebsausgaben sowie der Umsatzerlöse zu berichten. Nur einige wenige Unternehmen gehen einen Schritt weiter und berichten bereits über die Taxonomie-Konformität ihrer Wirtschaftsaktivitäten. Entsprechend antizipieren anscheinend nur wenige Unternehmen die künftige Verschärfung der Berichterstattungspflichten schon heute. Insgesamt mangelt es der Berichterstattung außerdem häufig an interpretativen Elementen und inhaltlicher Tiefe. Trotz nachvollziehbarer Kritik an der Taxonomie-VO seitens einiger Unternehmen, z. B. in Bezug auf Auslegungsschwierigkeiten, bleibt zu hoffen, dass die Taxonomie-Berichterstattung in den nächsten Jahren einen größeren Stellenwert in der Nachhaltigkeitsberichterstattung erfahren wird.

„In den nächsten Jahren wird der Aus- und Umbau der Nachhaltigkeitsberichterstattung ganz oben auf der Agenda von Vorstand und Aufsichtsrat zu finden sein.“

Petra Justenhoven,Sprecherin der Geschäftsführung PwC Deutschland & PwC Europe
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