Deutsche Verbraucher bezahlen seltener per Smartphone als ihre europäischen Nachbarn

Die Ergebnisse einer länderübergreifenden Studie zu Mobile Payment.

Mobile Payment auf dem Vormarsch – zumindest bei den Jüngeren

Die Bezahlung per Smartphone oder Tablet setzt sich vor allem bei den Jüngeren immer mehr durch: 46 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen nutzen Mobile Payment; bei den über 60-Jährigen sind es 12 Prozent. Quer durch alle Altersgruppen zahlen 25 Prozent zumindest gelegentlich per Smartphone oder Tablet. In fünf Jahren wollen 57 Prozent aller Deutschen ihre Zahlungen mobil abwickeln. 41 Prozent der Bundesbürger können sich sogar vorstellen, künftig ausschließlich per Smartphone zu zahlen – sofern die Methode dann sicher und überall akzeptiert ist.

Im internationalen Vergleich nutzen die Deutschen mobile Zahlverfahren allerdings wesentlich seltener als Menschen in anderen europäischen Ländern: Während ein Viertel der Bundesbürger quer durch alle Altersgruppen angibt, regelmäßig oder ab und zu mobil über das Smartphone oder Tablet zu bezahlen, sind es in der Türkei fast zwei Drittel. In den Niederlanden und in Belgien nutzt rund die Hälfte der Verbraucher Mobile Payment. In Österreich und der Schweiz sind es immerhin 32 bzw. 35 Prozent der Befragten.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung von 1.000 Deutschen sowie von je 500 Menschen aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und der Türkei im Auftrag von PwC.

Download Studie „Mobile Payment Report 2019“, PDF (1,04 MB)

„Mobile Payment hat auch hierzulande großes Potenzial – sofern es den Anbietern gelingt, Sicherheitsbedenken zu adressieren und die Vorteile herauszustellen. Dabei wird die Zahlung per Handy herkömmliche Bezahlverfahren nicht ersetzen, sondern eher ergänzen.“

Prof. Dr. Nikolas Beutin, Partner und Leiter der Customer Practice bei PwC Europe

So denken deutsche Verbraucher über das mobile Bezahlen

Wofür nutzen die Deutschen Mobile Payment? 

Am ehesten nutzen die Deutschen ihr Smartphone, um für Kleidung, Schuhe und Accessoires zu bezahlen oder Geldbeträge an andere Personen zu überweisen. Bei den unter 30-Jährigen transferieren beispielsweise bereits 31 Prozent Geld über das Smartphone oder Tablet an andere Menschen. In Zukunft können sich viele Verbraucher auch vorstellen, Bahntickets oder Essen/Getränke in Restaurants, Bars oder Hotels mobil zu begleichen.

Welche Vorteile sehen die Verbraucher? 

Viele Verbraucher sehen jedoch auch die Vorteile: 59 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass Mobile Payment den Kauf erleichtert. 55 Prozent empfinden die verbesserte Kontrolle als Vorteil: Sie wollen ihre Geldbewegungen direkt am Handy prüfen können. 47 Prozent halten es für eine Erleichterung, dass sie nicht mehr darauf achten müssen, ob sie genügend Bargeld dabeihaben. Vor allem Menschen unter 40 schätzen diese Convenience-Vorteile.

Welche Argumente sprechen gegen die Nutzung?

Argumente, die für die deutschen Verbraucher gegen eine Nutzung von Mobile Payment sprechen, sind in erster Linie die Bedenken rund um den Datenschutz: 77 Prozent haben Sorge, dass ihr Handy gestohlen und mit Mobile Payment Missbrauch getrieben wird. 74 Prozent haben Angst, dass sie zum gläsernen Kunden werden. 69 Prozent befürchten zudem, dass die Nutzung mobiler Bezahlarten sie zu einem schnelleren Kauf verleitet. 

Welche Bedingungen müssen die Anbieter erfüllen?

52 Prozent der Deutschen erwarten eine garantierte Sicherheit beim Bezahlen. 48 Prozent ist es wichtig, dass es keine versteckten Gebühren gibt. 43 Prozent wünschen sich die Möglichkeit, die auf dem Handy hinterlegten Bezahldienste nach Verlust des Handys zu sperren. Bei den jungen Verbrauchern spielen noch weitere Argumente eine Rolle: 45 Prozent der Bundesbürger zwischen 18 und 29 wollen über Mobile Payment auf Coupons, Rabatte oder Gutscheine zugreifen.

Welchen Angeboten vertrauen die Kunden? 

Viele Menschen trauen den großen Tech-Firmen, die häufig alternative Zahlungsmethoden anbieten, nicht zu, dass ihre Daten dort sicher sind. Rund die Hälfte der Deutschen gibt an, dass die Anbieter alternativer Zahlungsmethoden oder Technologieunternehmen für sie keine Alternative zu den etablierten Banken darstellen. Die Hausbank genießt indes hohes Ansehen: Verbraucher würden alternative Zahlungsdienstleistungen folglich am liebsten von einer Bank oder Sparkasse nutzen.

„Die Deutschen sind skeptisch gegenüber den alternativen Zahlungsmethoden der großen Technologieanbieter. Diese Angebote sind für die meisten Kunden keine echte Alternative zu den Banken. Die Bürger wünschen sich stattdessen, dass Banken neue Leistungen und Bezahlmethoden anbieten. Das soll jedoch nicht auf Kosten des klassischen Kerngeschäfts passieren.“

Maximilian Harmsen, Payments-Experte bei PwC Deutschland

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Digital Payments Lead, Financial Services, PwC Germany

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