Der große Baufinanzierungs-Boom

PwC-Studie 2020: Der Bauboom treibt Kreditgeschäft auf Rekordniveau

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Größtes Wachstum bei Baufinanzierungen

Der anhaltende Immobilienboom in Deutschland treibt das Kreditgeschäft mit Baufinanzierungen weiter an. Das zeigt eine neue Analyse von PwC. So stieg das Kreditvolumen für Baufinanzierungen 2019 auf 1,3 Billionen Euro – ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber 2018 und damit das höchste Wachstum seit Beginn der Statistik im Jahr 2003. Auch das Neugeschäft mit Baukrediten verzeichnet ein Rekordhoch. Mit 263 Milliarden Euro überstieg es erstmals die Marke von 250 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von neun Prozent.

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Die Studie im Überblick

Steigende Zinserträge, größtes Kundengeschäft

Mit dem Kreditvolumen nahmen auch die Zinserträge aus Baufinanzierungen zu. In den vergangenen fünf Jahren kam es hier fast zu einer Verdopplung. 2019 betrugen sie rund 13 Milliarden Euro. Das macht 15 Prozent der gesamten Zinserträge der deutschen Banken aus. Während die Zinserträge aus Baufinanzierungen in den letzten Jahren stetig angestiegen sind, ist der Anteil der Baukredite am Gesamtvolumen der Kundengeschäfte stabil geblieben. Mit einem Anteil von 42,4 Prozent (2019) am Gesamt-Kreditbestand ist das Baufinanzierungs-Geschäft die größte Kreditkategorie für Kunden in Deutschland.

Höheres Risikobewusstsein lässt Margen steigen

Der Bau- und Baufinanzierungs-Boom wirkt sich auch positiv auf die Kreditmargen der Banken aus. Diese erholten sich 2019 nach zwei Jahren sinkender Marge wieder deutlich und lagen bei 1,08 Prozentpunkten. Damit konnten Banken ein Plus von 0,14 Prozentpunkten gegenüber 2018 durchsetzen. Grund für den Zuwachs seien neben der Marktexpansion ein erhöhtes Risikobewusstsein in der Branche sowie eine zurückgehende Preissensitivität bei den Kreditnehmern durch anhaltend niedrige Zinssätze, vermutet Tomas Rederer, Partner bei PwC. Ein weiterer Faktor sei die zunehmende Digitalisierung der Banken. 

Doch nicht nur Volumen und Margen der Baukredite steigen, auch die Laufzeiten. Der Anteil der Finanzierungen über zehn Jahre und mehr lag 2019 bei 49 Prozent. 2009 betrug der Anteil lediglich 25 Prozent. Die durchschnittliche Laufzeit erreichte damit erstmals elf Jahre.

„Durch die längeren Laufzeiten gewinnen Banken an Planungssicherheit und stärken die Kundenbindung. Das sollten sie nutzen, um die Kostenstrukturen den langfristig eingebuchten niedrigen Erträgen strukturell anzupassen.“

Tomas Rederer, Partner bei PwC Deutschland

Genossenschaftsbanken und Bausparkassen gewinnen Marktanteile

Bei den Marktanteilen kam es in den letzten fünf Jahren insgesamt nur zu geringen Verschiebungen. Den größten Anteil am Markt für Baukredite halten nach wie vor die Sparkassen mit 31 Prozent. Darauf folgen die Geschäftsbanken mit 27 Prozent, dann die Genossenschaftsbanken und Bausparkassen. Der Anteil der Genossenschaftsbanken stieg 2019 auf 25 Prozent – ein Zuwachs von zwei Prozent im Vergleich zu 2014. Auch die Bausparkassen konnten im gleichen Zeitraum ein Plus von einem Prozentpunkt auf 13 Prozent verzeichnen. Eine vergleichsweise geringfügige Änderung, die vor dem Hintergrund langer Kreditlaufzeiten bei Baufinanzierungen und sich nur langsam verändernder Marktstrukturen allerdings durchaus beachtlich ist.

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