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Corona-Krise kurbelt Baufinanzierungs-Boom an

PwC-Studie Q1 2021: Weiterhin Rekordwachstum dank Baufi-Boom. Margen fallen jedoch zurück

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Tomas Rederer

Tomas Rederer
Partner und Head of Financial Services Operations Consulting bei PwC Deutschland
Tel.: +49 69 9585-5166
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Q1 2021: Weitere Rekorde für Baufinanzierungen und Baudarlehen

Auch nach der Pandemie steigt der Boom bei Baufinanzierungen und Darlehen in Deutschland zusätzlich an. Das Neugeschäft der Banken und Sparkassen erzielt im ersten Quartal 2021 bereits 100 Milliarden Euro (Differenz zu 2020: 92 Milliarden Euro). Die Zinserträge erreichen fast 15 Milliarden Euro (13,8 Milliarden Euro), die Kreditmarge läuft leicht rückgängig auf 1,04 Prozent. Zusätzlich liegt die durchschnittliche Laufzeit neuer Kredite wiederum über 11 Jahren.

Während die Genossenschaftsbanken und Bausparkassen ihre Marktanteile im Baukreditgeschäft weiter ausbauen, geht der Marktanteil der Sparkassen wiederum zurück. Der Anteil der Privatbanken bleibt zum Beispiel unverändert. Im regionalen Vergleich verzeichnet Berlin mit 10,1 Prozent das höchste und Bremen mit 2,5 Prozent das niedrigste Wachstum im Kreditbestand.

Download Zahlen Q1 2021 (PDF, 1,5 MB)

Die Studie im Überblick

Rekordwachstum bei Kreditbestand

Der Bestand an Baukrediten bei deutschen Banken und Sparkassen kletterte im vergangenen Jahr auf knapp 1,43 Billionen Euro (2020: 1,4 Billionen Euro). Damit stellen Baufinanzierungen mit einem Plus von 6,8 Prozent jährlich (2020: 6,6%) für die Branche die Kreditkategorie mit dem höchsten Wachstum und Umsatz seit 2004 dar. Die jährlichen Nettozinserträge nach Refinanzierungskosten stiegen in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 50 Prozent auf fast 15 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 18 Prozent an den gesamten Nettozinserträgen der Häuser.

Kreditmargen leicht rückläufig

Kreditmargen errechnen sich aus der Differenz zwischen Zinssatz und Refinanzierungskosten der Bank, gewichtet mit der volumen-und zeitabhängigen Verschuldung und hängen von der durchschnittlichen Ausleihdauer des Darlehens ab. 

Infolge des Baufinanzierungs-Booms und des erhöhten Risikobewusstseins der Branche sinken die Kreditmargen 2021 um 0,09 Prozentpunkte auf 1,04 Prozent (2020: 1,13 Prozent). Diese Handelsspanne lässt sich zudem anhand der vorangetriebenen Digitalisierung der Branche durch die Pandemie erklären. Zahlreiche Häuser entwickeln oder nutzen bereits digitale Plattformen als zusätzlichen Vertriebskanal für Baufinanzierungen.

„Die Verunsicherung durch die Corona-Pandemie hält die Bauzinsen auf einem Allzeittief. Angesichts der attraktiven Konditionen und auf der Suche nach sicheren Häfen legen Menschen und Unternehmen ihr Geld zunehmend in Immobilien und Immobilienfinanzierungen an. Der durchgehende Trend zum Homeoffice dürfte diese Entwicklung mittel- bis langfristig noch verstärken.“

Tomas Rederer, Partner und Head of Financial Services Operations Consulting bei PwC Deutschland

Chancen längerer Laufzeiten nutzen

Die Laufzeiten neu ausgereichter Baukredite verlängern sich ebenfalls, monatliche Raten sinken: Der Anteil der Finanzierungen über zehn Jahre und mehr lag 2020 bei 49,5 Prozent nach 49 Prozent im Vorjahr. 2009 betrug der Anteil lediglich 25 Prozent. Die durchschnittliche Laufzeit neuer Baukredite und entsprechende Zinsbindung stieg im vergangenen Jahr erstmals über elf Jahre.

„Durch die längeren Laufzeiten gewinnen Banken an Planungssicherheit und stärken ihre Kundenbindung. Zudem sollten sie die Chance nutzen, neue Gewinn- und Ertragsquellen zu erschließen, indem sie im Rahmen von Bau- und Immobilienfinanzierungen zusätzliche Services rund um die Immobilie wie eine Energieberatung oder Handwerkervermittlung anbieten.“

Tomas Rederer, Partner und Head of Financial Services Operations Consulting bei PwC Deutschland

Hypothekenbanken als Gewinner

Hypothekenbanken erzielten Q1 2021 mit einem Plus von 9, Prozent die höchste Wachstumsrate bei Baufinanzierungen, gefolgt von Bausparkassen (7,2%) und Genossenschaftsbanken (je 7,1%).

Vor dem Hintergrund langer Kreditlaufzeiten und sich langsam verändernder Marktstrukturen kam es in den vergangenen fünf Jahren bei den Markanteilen zu leichten persönlichen Verschiebungen: Von 2016 bis 2021 gingen die Hypothekenbanken in ihren Marktanteil im Baufinanzierungsgeschäft um 0,4 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent zurück. Am stärksten legten die Genossenschaftsbanken mit plus 1,3 Prozentpunkte auf 25 Prozent zu. Die Bausparkassen gewannen 0,7 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent.

Während die Privatbanken nach wie vor unverändert 26,7 Prozent halten und ging der Marktanteil der Sparkassen von 2016 bis 2021 um 0,4 Prozentpunkte auf 30,8 Prozent zurück.

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