Rund zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland sind mit ihrem Job zufrieden (65 %) und halten einen Arbeitgeberwechsel in den nächsten 12 Monaten für unwahrscheinlich (60 %) / Die Arbeitnehmer-Studie „Workforce Hopes and Fears 2026“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland zeigt in den vermeintlich stabilen Verhältnissen jedoch erste Risse
Düsseldorf, 02. Oktober 2026
Rund zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland sind mit ihrem Job zufrieden (65 %), rund neun von zehn Beschäftigten fühlen sich sicher in ihrem Job und 60 % halten einen Arbeitgeberwechsel in den nächsten 12 Monaten für unwahrscheinlich. Die aktuelle Studie „Workforce Hopes and Fears 2026“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) zeigt jedoch auch erste Risse in diesen vermeintlich stabilen Verhältnissen. Die aktuell stattfindende, grundlegende Transformation der deutschen Wirtschaft erreicht die Belegschaft oft ohne ausreichende Erklärung, Einordnung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Problem: Nahezu die Hälfte der befragten deutschen Top-Führungskräfte (Senior Executives) gibt an, die Gründe für die aktuelle Transformation selbst nicht gut genug zu verstehen (46 %).
„Transformation gelingt nur, wenn Führungskräfte die Veränderungen, die sie kommunizieren müssen, auch selbst verstehen. Was wir hier sehen, ist eine Erklärungslücke, die sich von ganz oben durch alle Hierarchieebenen zieht. Das kann auf Dauer Vertrauen kosten. In Zeiten der Unsicherheit dürfen Arbeitgeber sich nicht zurückziehen, sondern müssen verstärkt für Orientierung sorgen – auch und besonders dann, wenn sie selbst noch nicht die Antwort auf alle Zukunftsfragen kennen.“
Aktuell fällt 39 % der deutschen Beschäftigten der Umgang mit Veränderungen in ihrer Rolle schwer, 32 % geben an, deren Gründe nicht zu verstehen. Gleichzeitig sind sie hochmotiviert: 72 % sind bereit, mehr zu leisten, als von ihnen erwartet wird. Im internationalen Vergleich bleibt die Bindung an den Arbeitgeber hoch, die Wechselbereitschaft gering. Allerdings leiden die Beschäftigten unter der Inflation: 60 % nennen gestiegene Lebenshaltungskosten als Belastungsfaktor, für 33 % sind sie sogar der größte Stressfaktor in ihrem Arbeitsalltag. 42 % kommen zwar über die Runden, haben am Ende des Monats aber kaum noch finanziellen Spielraum.
„Die wirtschaftliche Lage belastet die Beschäftigten. Knapp drei Viertel zeigen eine erhöhte Bereitschaft, jetzt die Extrameile für ihre Arbeitgeber zu gehen. Diese im internationalen Vergleich hohe Loyalität und Motivation ist ein potenzieller Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen. Aber noch fehlt es an Orientierung durch die Führungskräfte, wohin die Reise in die Zukunft denn nun gehen soll.“
Wenig überraschend blickt unter diesen Bedingungen weniger als die Hälfte der Beschäftigten (47 %) nach den jüngsten Veränderungen optimistisch auf die Zukunft ihrer Organisation.
Den Beschäftigten zufolge schaffen viele Unternehmen noch zu wenig Raum für Experimente und aktives Lernen. 29 % empfinden eine zu hohe Arbeitsbelastung als Bremse für die eigene Produktivität, 21 % nennen ineffiziente Prozesse und überbordende Bürokratie. Geschätzt werden eher fachliche Qualitäten (41 %) sowie Fehlervermeidung und Risikominimierung (27 %) - der effektive Einsatz neuer Technologien wie KI landet mit 9 % dagegen nur am Ende der Liste. Dabei sind 57 % der Beschäftigten zuversichtlich, neue Fähigkeiten erwerben zu können. Allerdings haben nur 40 % auch Zugang zu Lern- und Entwicklungsressourcen (im Vorjahr waren es noch 55 %).
53 % der Beschäftigten in Deutschland haben in den vergangenen zwölf Monaten KI bei der Arbeit eingesetzt. Täglich wird sie von nur 18 % genutzt.
Dabei gibt es starke Unterschiede nach Alter: Die Generation Z nutzt KI zu 68 %, bei den Babyboomern sind es nur 30 %. Noch deutlicher ist das Gefälle zwischen den Hierarchieebenen: 79 % der Top-Führungskräfte (Senior Executives) nutzen KI, bei Beschäftigten ohne Führungsverantwortung sind es nur 33 %.
„KI entfaltet ihr volles Potenzial nur dann, wenn sie über Hierarchien und Generationen hinweg breite Teile der Belegschaft erreicht. Dort, wo der Zugang auf bestimmte Gruppen beschränkt bleibt, verstärkt Technologie bestehende Ungleichgewichte, anstatt sie abzubauen. Unternehmen sollten KI-Kompetenz daher gezielt und strukturiert aufbauen.“
Die Studie „Workforce Hopes and Fears" wird jährlich von PwC durchgeführt. Für die vorliegende Auswertung wurden 1.685 Beschäftigte in Deutschland befragt. Die Stichprobe umfasst Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte sowie Beschäftigte in befristeten Arbeitsverhältnissen aus verschiedenen Branchen, Unternehmensgrößen und Hierarchieebenen. 45 % der Befragten sind ohne Führungsverantwortung tätig, 22 % sind Manager, 18 % Senior Executives und 14 % gehören zum Entry Level. Die Befragung fand im Frühjahr 2026 statt. Die vollständigen globalen Ergebnisse sowie die Methodik sind in der Gesamtstudie verfügbar.
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