PwC Maschinenbau-Barometer: 1 von 10 Entscheidern blickt noch optimistisch auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung / Umsatzprognose rutscht mit –3,6 % tiefer ins Minus / Auslastung fällt unter die 80-%-Marke / kleine und mittlere Unternehmen geraten zunehmend unter Druck
Frankfurt am Main, 30. Juni 2026
Die leichte Stimmungsaufhellung zu Jahresbeginn ist verflogen. Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau schnappt die Kostenfalle zu. Steigende Belastungen, schwache Nachfrage und sinkende Auslastung setzen vor allem kleine und mittlere Unternehmen zunehmend unter Druck, während größere Betriebe noch Spielräume haben. Insgesamt kippt die Stimmung weiter ins Negative. Nur eins von zehn Unternehmen blickt noch optimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, nachdem es zu Jahresbeginn noch mehr als jedes vierte war. Der Optimismus hat sich damit binnen drei Monaten mehr als halbiert. Das geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor, für das vierteljährlich 150 Führungskräfte der Branche befragt werden.
Die Erwartungen haben sich auf ganzer Linie verschlechtert. Für die Gesamtbranche rechnen die befragten Führungskräfte mit einem Umsatzrückgang von - 3,6 %, nach -0,7 % im Vorquartal. Auch die Erwartungen der Entscheider an das eigene Geschäft rutscht wieder ins Minus, -1,6 % nach einem Plus von 2,2 % zu Jahresbeginn. Auch die Außenwirtschaft bietet wenig Anlass zur Euphorie: Nur noch 22 % der Befragten sind mit Blick auf die globale Konjunktur optimistisch gestimmt; 41 % erwarten eine Verschlechterung. Für eine exportorientierte Branche ist das ein fatales Signal. Den Iran-Krieg bewerten inzwischen rund zwei von drei Unternehmen als relevantes Konjunkturrisiko. Die ohnehin angespannte Lage an den Märkten für Energie und Rohstoffe verschärft sich weiter.
„Dieser geradezu toxischen Mischung aus Kostenexplosion, Nachfragerückgang und Effizienzlücken zu begegnen, ist extrem herausfordernd. Das Management steht nämlich vor einer doppelten Aufgabe: die Profitabilität sichern und strategisch neue Wertschöpfungspotenziale öffnen. Wer nur an der Kostenschraube dreht, sichert das Heute, aber nicht das Morgen.“
Im Zentrum der Belastung steht der Kostendruck. Mit 88 % bleibt er das größte Wachstumshindernis der Branche und hat sich gegenüber dem Vorquartal in der Wahrnehmung der befragten Entscheider weiter verschärft. Mehr als die Hälfte von ihnen kalkuliert im kommenden Quartal mit weiter steigenden Gesamtkosten. Inzwischen zeigt sich auch: die Gegenmittel erscheinen zunehmend ausgereizt. Lediglich ein Drittel der Unternehmen reagiert mit steigenden Verkaufspreisen, während. Angesichts der schwachen Nachfrage fehlt schlicht die Marktmacht, höhere Kosten an die Kunden weiterzugeben. Diese Situation drückt unmittelbar auf die Erträge. Entsprechend erwarten 29 % der Unternehmen sinkende Margen, nur 10 % rechnen mit einer Verbesserung.
„Kleine und mittlere Unternehmen sind in ihrer Existenz häufiger bedroht, da ihnen die finanziellen Puffer und der Spielraum großer Betriebe auf der Kostenseite fehlen. Dabei wird immer klarer: Ein reines Sparprogramm greift oft zu kurz. Denn der eigentliche Schlüssel liegt in der Produktivität.“
Und diese Produktivität ist ebenfalls in der Krise, wie ein Blick auf die durchschnittliche Kapazitätsauslastung im Maschinen- und Anlagenbau zeigt Sie beläuft sich auf 79,9 % im Schnitt und erreicht damit den tiefsten Stand seit der Corona-Pandemie. Jedes dritte Unternehmen arbeitet inzwischen sogar unterhalb dieses Durchschnittswerts, lediglich rund jedes fünfte ist noch voll ausgelastet. Die Frage ist überlebenswichtig und beeinflusst die Zukunftsaussichten signifikant. Während gut ausgelastete Unternehmen für das eigene Geschäft noch ein Umsatzplus von 4,0 % erwarten, rechnen schwach ausgelastete Betriebe mit einem Einbruch von 6,7 %. Kleine Unternehmen fahren zudem häufiger ihre Investitionen stärker zurück als große (34 % vs. 25 %) und haben weniger Möglichkeiten, Kosten zu senken (6 % vs. 25 %).
Auch bei einem der wichtigsten Zukunftsthemen drohen kleine Unternehmen den Anschluss zu verlieren. Insgesamt setzen 79 % der Unternehmen bereits auf generative künstliche Intelligenz oder planen zumindest deren Einsatz. Doch während nahezu alle großen Unternehmen aktiv sind, hat noch mehr als jedes vierte KMU keinen strategischen Ansatz gefunden. Damit droht ausgerechnet die Technologie, die als der wichtigster Effizienzhebel entlang der gesamten Wertschöpfungskette der kommenden Jahre gilt, die Lücke zwischen Groß und Klein weiter zu vergrößern.
„Eine dauerhaft geringe Auslastung ist kein kleiner Makel, sie ist ein handfestes Krisensignal. Sie lähmt die Betriebe und zehrt im schlimmsten Fall an den Rücklagen. Wer sich jetzt zusätzlich bei KI und Automatisierung zurückhält, spart an der falschen Stelle. Die deutsche Industrie sollte auf ihre jahrzehntelange Produktions- und Produkterfahrung setzen und diese zur Nutzung von KI anwenden, um zu skalieren und Geschwindigkeit aufzunehmen.“
Das PwC Maschinenbau-Barometer ist das Ergebnis einer vierteljährlichen Panelbefragung unter Führungskräften des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Neben einer Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung spiegelt die Studie die Unternehmenserwartungen hinsichtlich zentraler Kennzahlen wie Kosten, Preise und Investitionsvolumina. Zudem werden in jeder Ausgabe wechselnde Themen vertieft. Die aktuelle Erhebungswelle war von 13.05.2026 bis 12.06.2026.
PwC unterstützt seine Kunden dabei, Vertrauen aufzubauen und sich neu zu erfinden. Im PwC-Netzwerk verwandeln mehr als 365.000 Mitarbeitende in 136 Ländern täglich komplexe Herausforderungen in Chancen und Wettbewerbsvorteile. Mit modernsten Technologien und fundiertem Fachwissen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Recht und Beratung tragen wir dazu bei, Momentum zu schaffen, auszubauen und zu erhalten.
PwC Deutschland bezeichnet in diesem Dokument die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die eine Mitgliedsgesellschaft der PricewaterhouseCoopers International Limited (PwCIL) ist. Jede der Mitgliedsgesellschaften der PwCIL ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft.
Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.