PwC-Studie: Mehr als die Hälfte der KI-Nutzer:innen nutzt KI-Tools als ersten Anlaufpunkt bei Gesundheitsfragen / Das Preis-Leistungsverhältnis ist für die Mehrheit das wichtigste Kaufkriterium bei Gesundheitsprodukten / Die Gen Z schätzt ihren Gesundheitszustand deutlich schlechter ein als ältere Generationen
Düsseldorf, 24. Juli 2026
Gesundheit und Wohlbefinden spielen für die meisten Menschen in Deutschland eine wichtige Rolle, auch bei Konsumentscheidungen. Im Detail zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Generationen: Während ältere Menschen ihren Gesundheitszustand mehrheitlich positiv einschätzen, blickt die Gen Z kritischer auf die eigene Situation – insbesondere bei mentaler Gesundheit und Schlaf. Die Jüngeren zeigen dafür eine höhere Bereitschaft, Geld für hochwertige Services wie verlässliche Wearables auszugeben. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Ausgabe der Studie „Voice of the Consumer“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 2.000 Menschen in Deutschland befragt wurden. Weltweit umfasst die jährliche Erhebung rund 22.000 Verbraucher:innen in 27 Ländern.
„Das steigende Gesundheitsbewusstsein der Menschen beeinflusst immer häufiger ihre Kaufentscheidungen. Doch nicht nur das Interesse der Konsument:innen an gesunden Produkten oder Services ist ausschlaggebend, sondern ob diese bezahlbar, vertrauenswürdig und im Alltag einfach nutzbar sind.“
Bei der Frage, wie gut sie ihren eigenen Gesundheitszustand einschätzen, treten signifikante Unterschiede zwischen den Generationen zutage: Während zwei Drittel der Menschen ab 60 Jahren ihre Gesundheit positiv bewerten, ist die Gen Z kritischer: In dieser Altersgruppe beschreiben nur 54 Prozent ihren Gesundheitszustand als gut. Besonders bei mentaler Gesundheit und Schlafqualität berichten sie häufiger von Belastungen.
„Die Gen Z bewertet ihre Gesundheit durchaus kritisch und ist besonders im Bereich der mentalen Gesundheit eine zentrale Zielgruppe. Anbieter müssen ihre Bedürfnisse ernst nehmen und niedrigschwellige Lösungen entwickeln.“
Um gesund zu bleiben, setzen die Befragten aller Altersgruppen auf alltagstaugliche Maßnahmen. Zwei Drittel verbringen wöchentlich Zeit in der Natur, jede:r Zweite folgt Fitness- oder Trainingsroutinen. Drei Viertel planen Mahlzeiten regelmäßig und bereiten sie zu Hause zu, während jede:r Zweite Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine einnimmt. Auch die Abnehmspritze ist ein Thema: Jede:r Sechste (rund 16 Prozent) hat bereits ein Medikament zur Gewichtsreduktion eingenommen. Bei der Frage nach einer zukünftigen Nutzung von sogenannten GLP-1-Präparaten zeigen sich 22 Prozent offen, während 60 Prozent dies ablehnen.
Die Ziele, die die Befragten damit verfolgen, sind klar: 49 Prozent möchten ein längeres und gesünderes Leben führen. Die Gen Z legt einen vergleichsweise starken Fokus auf Stressabbau und psychische Gesundheit. Zugleich zeigt sich in allen Generationen eine Umsetzungslücke: Motivation, Energie und Zeit bremsen gesunde Vorsätze im Alltag aus.
Auch im Konsumverhalten liegen Interesse und Umsetzung auseinander: Alltagsnahe und niederschwellige Produkte wie Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel werden deutlich häufiger gekauft, während komplexere Angebote wie Vorsorge und Fitness trotz hohem Interesse seltener angenommen werden.
Wichtigstes Kriterium beim Kauf von Gesundheitsprodukten ist für 76 Prozent der Befragten das Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch klare Informationen und eine einfache Nutzung spielen bei Kaufentscheidungen eine zentrale Rolle.
„Verbraucher:innen sind bereit, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Angebote müssen jedoch direkt an bestehende Routinen anknüpfen und einen klar erkennbaren Nutzen bieten.“
Der dahinterstehende Markt ist riesig – und wächst dynamisch: Bereits 2024 erreichte der globale Wellness-Markt ein Volumen von rund 6,8 Billionen US-Dollar. Durch das steigende Gesundheitsbewusstsein erwarten Expert:innen bis 2029 ein weiteres starkes Wachstum auf rund 9,8 Billionen US-Dollar, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) von 7,6 Prozent entspricht. Für Unternehmen eröffnen sich daraus Chancen, sofern sie die Bedürfnisse und Hürden der Konsument:innen verstehen.
Digitale Lösungen und KI im Gesundheitsbereich gewinnen an Relevanz. Für viele Verbraucher:innen, die KI für Gesundheitsfragen nutzen, werden KI-Tools zum Einstiegspunkt in den Gesundheitsmarkt: Mehr als die Hälfte nutzt sie als erste Anlaufstelle bei Fragen rund um Gesundheit. Fast zwei Drittel haben zudem Gesundheits-Apps oder Wearables im Einsatz, nutzen sie aber nicht immer regelmäßig. Immerhin rund ein Viertel verwendet KI für Fitnesspläne oder Ernährungsplanung; bei der Gen Z liegen diese Werte deutlich höher.
„Die Nutzung digitaler Lösungen erfolgt selektiv: Während einfache, unterstützende Anwendungen breite Akzeptanz finden, hängt die Bereitschaft zur Nutzung bei sensiblen Themen stark vom Vertrauen in den Anbieter ab. Deshalb sind Kooperationen hier eine strategische Stellschraube.“
Jüngere Konsument:innen zeigen dabei grundsätzliche eine höhere Bereitschaft, für hochwertige Services zu zahlen: 59 Prozent der Gen Z würden mehr für Wearables ausgeben, deren Daten von medizinischem Fachpersonal ausgewertet werden. Bei den älteren Generationen (Ü60) ist die Bereitschaft mit 36 Prozent deutlich geringer ausgeprägt.
Beim Teilen von Gesundheitsdaten spielt Vertrauen eine entscheidende Rolle – und das variiert stark nach Anbieter. Während gesundheitsnahe Akteure wie Apotheken hohes Vertrauen genießen, ist die Skepsis bei branchenfernen Anbietern groß: Bei Banken oder Social-Media-Anbietern lehnen 59 beziehungsweise 56 Prozent der Befragten eine Datenteilung strikt ab.
„Digitale Gesundheitslösungen können eine wichtige Brücke zwischen Interesse und aktiver Nutzung schlagen, wenn sie vertrauenswürdig sind und einen echten Mehrwert bieten. Dazu gehört selbstverständlich ein verantwortungsvoller und transparenter Umgang mit sensiblen Daten.“
Für Unternehmen im Gesundheits- und Wellnessmarkt ergibt sich aus den Studienergebnissen ein klares Bild: Erfolgreich sind Angebote, die niedrigschwellig an bestehende Routinen anknüpfen und klare Mehrwerte kommunizieren.
„Der Erfolg im Gesundheitsmarkt hängt davon ab, ob es gelingt, Angebote alltagstauglich zu gestalten und Interesse in tatsächliches Verhalten zu überführen. Digitale Lösungen können dabei unterstützen, wenn sie niedrigschwellig nutzbar sind, konkreten Mehrwert bieten und Vertrauen schaffen, besonders bei der digital-affinen Zielgruppe Gen Z.“
PwC unterstützt seine Kunden dabei, Vertrauen aufzubauen und sich neu zu erfinden. Im PwC-Netzwerk verwandeln mehr als 365.000 Mitarbeitende in 136 Ländern täglich komplexe Herausforderungen in Chancen und Wettbewerbsvorteile. Mit modernsten Technologien und fundiertem Fachwissen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Recht und Beratung tragen wir dazu bei, Momentum zu schaffen, auszubauen und zu erhalten.
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