Mehr als Dienstwagen und Parkplätze: Wie Unternehmen Mobilität neu denken

  • Pressemitteilung
  • 23 Jul 2026

Eine Studie von PwC Deutschland und der Universität St.Gallen zeigt, wie Unternehmen der Sprung zum integrierten Mobilitätskonzept gelingt / Im Fokus steht ein bedarfsgerechter Mix – von Flottenelektrifizierung und Parkraummanagement über Bike-Leasing und Mobilitätsbudgets bis zu ÖPNV- und Shuttle-Angeboten

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St.Gallen/Berlin, 23. Juli 2026

Wie kommen Mitarbeitende zur Arbeit? Welche Verkehrsmittel nutzen sie für Dienstreisen? Und wie lässt sich Mobilität so gestalten, dass sie klimafreundlicher wird, ohne an den Bedürfnissen der Beschäftigten vorbeizuplanen? Genau diese Fragen werden für Unternehmen dringender. Denn berufliche Mobilität macht einen großen Teil des Verkehrs und damit der Emissionen in Deutschland aus – und ist folglich ein zentraler Hebel für die Verkehrswende.

Die Studie „Reinventing Corporate Mobility“ aus dem „PwC Lab for Smart Mobility“ des Instituts für Mobilität der Universität St.Gallen zeigt, warum einfache Standardlösungen nicht ausreichen und worauf es bei einer zeitgemäßen betrieblichen Mobilität ankommt.

Mobilität ist kein Nebenthema mehr

In Deutschland entfallen 41 Prozent des Verkehrs auf beruflich bedingte Fahrten und 62 Prozent der Arbeitswege werden mit dem Auto zurückgelegt. Folglich hängen mehr als die Hälfte der CO₂-Emissionen im Personenverkehr mit arbeitsbezogener Mobilität zusammen. Für Unternehmen ist das Thema deshalb längst mehr als eine Frage von Parkplätzen oder Dienstwagen: Sie müssen regulatorische Anforderungen erfüllen, Emissionen transparenter machen, Kosten im Blick behalten und im Wettbewerb um Fachkräfte attraktive Angebote schaffen.

„Corporate Mobility ist ein Pflichtthema als strategischer Hebel für Nachhaltigkeit, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Organisationen, die früh handeln, können Mobilität proaktiv gestalten. Wer zögerlich agiert, riskiert steigende Kosten, regulatorischen Druck und sinkende Attraktivität als Arbeitgeber.“

Steffen Leffler,Partner und Head of Mobility Consulting bei PwC Deutschland

Warum Standardlösungen oft nicht ausreichen

Obwohl es inzwischen ein breites Spektrum an Mobilitätslösungen gibt – von elektrischen Flotten und Carsharing über Mobilitätsbudgets und Parksysteme bis hin zu digitalen Plattformen –, bleibt die Einführung komplex. Viele Unternehmen setzen auf etablierte Einzelmaßnahmen wie (E)-Bike-Leasing, Firmenwagen oder Zuschüsse zum Deutschlandticket. Umfassende, digital gestützte Lösungen sind jedoch meist noch die Ausnahme – selbst in den Planungen. Der Grund: Häufig fehlt das Wissen, welche Lösungen im eigenen Umfeld überhaupt funktionieren.

„Ob eine Mobilitätslösung passt, hängt stark vom spezifischen Kontext ab. Unternehmen verschenken Potenzial, wenn sie ihre Standorte zu isoliert betrachten oder Mobilität bei strategischen Themen wie Nachhaltigkeit und Arbeitgeberattraktivität nicht ausreichend mitdenken. Erst dann lässt sich systematisch ableiten, welche Lösungen wirksam und realistisch umsetzbar sind.“

Prof. Dr. Andreas Herrmann,Professor für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Mobilität an der Universität St.Gallen

Hier setzt die Studie an: Auf Basis von 35 Interviews mit Mobilitätsverantwortlichen, Dienstleistern und Beratern in Deutschland und der Schweiz leiten die Forschenden ein praxisnahes Rahmenwerk ab, mit dem Unternehmen ihre eigene Ausgangslage einordnen und passende Lösungen auswählen können.

Von Parkplatz bis Mobilitätsbudget: Angebote müssen kombinierbar sein

Die Analyse ordnet betriebliche Mobilität in drei Bereiche: physische Infrastruktur, Verkehrsmittel und unterstützende Softwaresysteme. Zur Infrastruktur zählen etwa Parkplätze oder Ladepunkte. Bei den Verkehrsmitteln reichen die Optionen von Fahrzeugflotten über öffentliche Verkehrsangebote bis hin zu Shuttle-Services. Hinzu kommen softwarebasierte Lösungen wie Mobilitätsbudgets, Parkraummanagement, Fahrgemeinschaften oder Routenanalysen. 

Der entscheidende Punkt: Der Nutzen hängt davon ab, wie gut die Angebote zum Unternehmen passen und wie sinnvoll sie kombiniert werden. Dabei geht es nicht nur um Nachhaltigkeit. Gute Mobilitätsangebote können Kosten senken, Mitarbeitende entlasten und Unternehmen als Arbeitgeber interessanter machen. Eine Pilotstudie mit 100 Beschäftigten zeigt zudem: Wenn flexible Alternativen vorhanden sind, wird das Auto seltener genutzt, dafür der öffentliche Verkehr häufiger. 

„Ein gut gestaltetes Mobilitätskonzept schafft auf mehreren Ebenen Mehrwert – von Nachhaltigkeit und Compliance bis hin zu Mitarbeiterzufriedenheit und operativer Effizienz. Unternehmen sollten deshalb nicht isoliert über Einzelmaßnahmen nachdenken, sondern über integrierte Mobilitätskonzepte.“

Steffen Leffler,Partner und Head of Mobility Consulting bei PwC Deutschland

Drei typische Profile zeigen, wie Corporate Mobility konkret werden kann

Um die Unterschiede greifbar zu machen, beschreibt die Studie anhand dreier Unternehmens-Archetypen, wie sich organisatorische Merkmale mit passenden Mobilitätslösungen verknüpfen lassen: Auto-basierte Produktionsstandorte, urbane Dienstleistungsunternehmen und flottenintensive Hub-Operationen. Sie zeigen, dass dieselbe Maßnahme nicht überall gleich gut funktioniert. Während in ländlichen Produktionsumgebungen etwa Flottenelektrifizierung, Fahrgemeinschaften und klug gesteuertes Parken im Vordergrund stehen, profitieren urbane Dienstleistungsorganisationen eher von Mobilitätsbudgets, Angeboten für den ÖPNV und Mikromobilität. In hubbasierten Strukturen wiederum kommen dem Flottenmanagement und Shuttle-Angeboten wichtige Rollen zu.

„Mobilitätslösungen werden erst dann wirksam, wenn sie zu Standort, Branche und den tatsächlichen Wegen der Mitarbeitenden passen. Die entscheidende Aufgabe für Unternehmen besteht darin, den Sprung von isolierten Initiativen zu integrierten Mobilitätskonzepten zu schaffen. Wer die eigene Ausgangslage kennt und passende Lösungen kombiniert, kann Emissionen senken, Kosten besser steuern und zugleich attraktiv für Fachkräfte bleiben.“

Prof. Dr. Andreas Herrmann,Professor für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Mobilität an der Universität St.Gallen

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Reinventing Corporate Mobility

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Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

Pressekontakt

Martin Krause
Martin Krause

PwC Communications, PwC Germany

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