Ausgabe 1. Halbjahr 2026
Deal-Anzahl stabil, Transaktionswert auf hohem Niveau
Im 1. Halbjahr 2026 wurden im weltweiten Transport- und Logistiksektor 105 Transaktionen mit einem Wert von mindestens 50 Millionen US-Dollar angekündigt. Damit lag die Deal-Anzahl nur leicht unter dem Wert des Vorjahreszeitraums von 108 Transaktionen. Der Gesamtwert stieg dagegen um 2,9 Prozent auf 64,3 Milliarden US-Dollar. Das durchschnittliche Volumen lag mit 612,4 Millionen US-Dollar deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Das liegt auch daran, dass im ersten Halbjahr 17 Mega-Deals mit einem Wert von jeweils mehr als einer Milliarde US-Dollar angekündigt wurden.
Golf-Region rückt als resiliente Logistikdrehscheibe in den Fokus
Das prägende Thema der ersten Jahreshälfte waren die geopolitischen Spannungen in der Golfregion, die zu einer erheblichen Störung des Seeverkehrs rund um die Straße von Hormus führen und die Transport- und Logistikbranche vor große Herausforderungen stellen. Die Beeinträchtigungen betreffen Handelsströme im Wert von rund 650 Milliarden US-Dollar und 20 bis 25 Prozent der globalen Öltransporte. Für Reedereien, Verlader und Infrastrukturbetreiber steigen damit die Anforderungen an alternative Korridore, multimodale Lösungen und digitale Umleitungsfähigkeit.
Die Golf-Region wird künftig eine noch prominentere Rolle spielen. Sie entwickelt sich vom Transitkorridor zu einem wichtigen Wachstumsmarkt und strategischen Konnektor für globale Lieferketten. Transport- und Logistikunternehmen, denen es gelingt, Häfen, Luftfracht, Binnenkorridore und Logistikimmobilien in der Region intelligent zu verbinden, verschaffen sich einen zentralen Wettbewerbsvorteil.
Prognose: Deal-Aktivität bleibt selektiv, strategische Relevanz entscheidet
Die M&A-Aktivität dürfte im weiteren Jahresverlauf selektiv, aber strategisch relevant bleiben. Kapital wird voraussichtlich vor allem in Vermögenswerte fließen, die eine klare strategische Logik und resiliente Cashflows aufweisen sowie einen messbaren Beitrag zur Robustheit von Lieferketten leisten. Strategische Allianzen – etwa rund um autonome Mobilität, digitale Frachtplattformen und Verteidigungslogistik – bleiben eine wichtige Ergänzung zu klassischen Transaktionen.
„Die nächste Deal-Phase wird durch die Fähigkeit geprägt sein, Netzwerke zu orchestrieren, Korridore zu diversifizieren, Technologien zu integrieren und operative Flexibilität abzusichern.“