Ihe Experte für Fragen
Dr. Alexander Köppen
Partner bei PwC Deutschland
Tel.: +49 1512 9608114
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Die Cyberbedrohungslage verändert sich aktuell nochmals fundamental: Geopolitische Spannungen und KI-gestützte Angriffe erfordern einen Paradigmenwechsel in der Cybersicherheit. Lösungen wie „Claude Mythos" zeigen: Was nicht geschlossen wird, wird gefunden und ausgenutzt – automatisiert, parallelisiert und mit hohem Schadenpotenzial.
Klassische Compliance-Ansätze allein reichen vielfach nicht mehr aus, um die realen Risiken vollständig zu adressieren. Gleichzeitig werden wichtige Anpassungen und Patches in der IT verschleppt oder bleiben aufgrund anderer Prioritäten und Ressourcen-Engpässen unbearbeitet.
Threat-led Governance (TLG) setzt genau hier an: statt sich primär an Compliance-Themen und Audit-Findings auszurichten, priorisiert der Ansatz die tatsächliche Bedrohungslage Ihres Unternehmens. Der volle Fokus liegt auf der systematischen Identifikation und konsequenten Schließung relevanter Sicherheitslücken – mit einer durchgängigen Steuerung vom Vorstand bis zum SOC, und einem integrierten, kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der Ihre Sicherheitsorganisation optimal vorbereitet für die zunehmend dynamische Bedrohungslage.
Führende Organisationen setzen bereits auf Threat-led Governance, um zielgenau zu investieren und effektiv zu handeln. PwC unterstützt Sie dabei, diesen Wandel strategisch und operativ umzusetzen – für messbare Resilienz und nachhaltigen Schutz Ihrer Wertschöpfung.
Bei zahlreichen Unternehmen klafft aktuell eine zunehmende Lücke: während sich Bedrohungsvektoren vervielfältigen und beschleunigen, fließen Aufwand und Investitionen in mittelfristige, compliance-getriebene Maßnahmen mit nicht immer eindeutiger Wirksamkeit gegenüber realen Angriffsszenarien.
Threat-led Governance kehrt die Prioritäten um: Zuerst werden relevante Schwachstellen auf Basis der tatsächlichen Bedrohungslage geschlossen – dann folgt als Ergebnis die regulatorische Compliance inhärent. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Sicherheitsinvestitionen dort wirken, wo das Risiko am größten ist. Dieses Ziel geht unmittelbar Hand in Hand mit regulatorischen Anforderungen.
Regulierungen wie der Digital Operational Resilience Act (DORA) und NIS-2 setzen auf dieselbe Grundlogik: Cybersicherheit muss bedrohungsorientiert gesteuert, in ihrer Wirksamkeit nachgewiesen und von den Leitungsorganen persönlich verantwortet werden. DORA konkretisiert dies für den Finanzsektor durch die kontinuierliche Bewertung von Cyberbedrohungen, messbare Resilienz-Kennzahlen und Threat-Led Penetration Testing (TLPT). NIS-2 verankert dieselbe Logik sektorübergreifend durch systematische Risikoanalyse, Wirksamkeitsbewertung und persönliche Haftung der Leitungsorgane. Threat-led Governance überführt diese Anforderungen in ein durchgängiges Steuerungsmodell, das Compliance als Ergebnis wirksamer Sicherheit liefert, nicht als Ausgangspunkt.
Threat-led Governance verbindet strategische Governance mit operativer Umsetzung. Der Vorstand erhält transparente, messbare Resilienz-KPIs, während CISOs ein wirksames Instrumentarium zur Priorisierung und Steuerung ihrer Maßnahmen erhalten. So entsteht ein durchgängiges Alignment vom Boardroom bis zum Security Operations Center.
Threat-led Governance beginnt mit einem klaren Mandat für die priorisierte Absicherung gegenüber den wichtigsten Bedrohungen und gleichzeitiger Adressierung von Compliance-Anforderungen. Board-Sponsorship, ein fokussiertes Target Operating Model und ein systematisches Follow-up bei Schwachstellen stellen sicher, dass Cyber-Risiken nicht nur erkannt, sondern konsequent bis zur Schließung nachverfolgt werden. So wird Cybersicherheit auf Vorstandsebene aktiv steuerbar, mit durchgängiger Verantwortlichkeit und entsprechender Ressourcenausstattung.
Fundierte Threat Intelligence und bedrohungsbasiertes Pentesting sind zentrale Bausteine einer Threat-led Governance. Über standardisierte Testverfahren hinaus werden reale, spezifische Angriffsszenarien simuliert – und damit zugleich regulatorische Anforderungen wie TLPT (Threat-Led Penetration Testing), z. B. aus der DORA-Verordnung, adressiert. Jederzeit auf dynamische Veränderungen der Bedrohungslage reagieren zu können ist die neue Mindestanforderung, ergänzt durch ein integriertes Threat- und Risikomanagement.
Die technologische Härtung muss architektur-getrieben unterstützt werden: So müssen Zero Trust Ansätze technologisch und organisatorisch konsequent umgesetzt werden. Ein Next Era SOC nutzt KI-gestützte Erkennung und Reaktion in Echtzeit. Data Loss Prevention schützt Ihre kritischen Daten vor Abfluss – selbst bei kompromittierten Systemen. Diese und weitere technologischen Sicherheitsbausteine bilden das technische Rückgrat von TLG.
Alle Elemente greifen ineinander: Bedrohungsdaten fließen in die Risikosteuerung, Governance-Entscheidungen werden datenbasiert getroffen, technische Maßnahmen priorisiert umgesetzt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf, der Cyberrisiken kontinuierlich und messbar reduziert – und Ihrem Vorstand kontinuierlich ein aktuelles Lagebild und wesentliche Veränderungen und Steuerungsimpulse liefert.
Um auf KI-basierte Angriffsvektoren vorbereitet zu sein, müssen Schutzelemente orchestriert zusammenspielen: vorab autorisierte Eindämmungsmaßnahmen in automatisierter Geschwindigkeit, klare Entscheidungswege, aktives Threat Hunting und konsequente Zero-Trust-Prinzipien. So wird die Ausbreitung im Schadensfall begrenzt, auch wenn (automatisierte) Angreifer in Sekunden agieren.
Dr. Alexander Köppen
Partner, Cyber Security & Privacy Strategy, Risk and Compliance, PwC Germany
Tel: +49 1512 9608-114