Zukunftsprogramm Krankenhäuser

Digitales Update für Kliniken

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Jörg Asma

Jörg Asma
Partner Cyber Security bei PwC Germany
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Digitalisierung und Cybersicherheit in Krankenhäusern

Wenige Orte sind so auf das Funktionieren von Technologie angewiesen, wie moderne Krankenhäuser. Die Verfügbarkeit von Patientendaten und medizinischen Geräten ist entscheidend für Behandlungserfolg und Effizienz, im Notfall sogar für Leben und Tod. Digitalisierung ist daher für jedes Krankenhaus eine zentrale Herausforderung und Cybersicherheit gleichzeitig unerlässlich. 

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) stellt dringend nötige Mittel bereit, damit Kliniken in Digitalisierung und IT-Sicherheit investieren können. Im Rahmen des Konjunkturpakets fördert der Bund mit drei Milliarden Euro Projekte, die dem Ausbau von Notfallkapazitäten, der digitalen Transformation und der Informationssicherheit in Kliniken dienen. Die Länder sollen weitere 30 Prozent, also bis zu 1,3 Milliarden Euro, an Investitionsmitteln aufbringen. Beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) wird dafür ein Krankenhauszukunftsfonds eingerichtet.

Bislang fehlte den Kliniken der finanzielle Spielraum für Zukunftsprojekte und IT-Infrastruktur. Besonders Krankenhäuser, die als Kritische Infrastrukturen (KRITIS) die hohen Anforderungen des Branchenspezifischen Sicherheitsstandards (B3S) gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachweisen müssen, konnten den Finanzierungsbedarf nicht decken. Die Fördermittel aus dem Krankenhauszukunftsfonds stehen allen Krankenhäusern offen und lassen vier Jahre Zeit, sich um die Realisierung von Digitalisierungsprojekten rund um den Versorgungsprozess zu kümmern. Wer diese Chance nicht wahrnimmt, muss ab 2025 mit empfindlichen Pönalen rechnen.

„IT-Sicherheit ist nur dann gewährleistet, wenn ein Krankenhaus ein stimmiges Gesamtkonzept hat. Das gilt ebenso für die Digitalisierung aller Prozesse: Wer einen schlechten Prozess digitalisiert, hat am Ende einen schlechten digitalen Prozess. Umso wichtiger ist es, dass die IT-Strategie die Gesamtausrichtung einer Klinik unterstützt und sich an der strengen Regulatorik im Gesundheitswesen orientiert.“

Jörg Asma, Partner und Experte für Cyber Security bei PwC Deutschland

Ein multidisziplinäres Team für die Herausforderungen von Krankenhäusern

Ein Zukunftsprogramm für Krankenhäuser

Digitalisierung braucht ein hohes Maß an Sicherheit

„Digitalisierung nur mit Sicherheit“ ist der Geist des Zukunftsprogramms. Einem Krankenhaus droht im Falle eines Hackerangriffs, dass der gesamte Betrieb lahmgelegt wird – mit gravierenden Folgen für einzelne Patienten und die Bevölkerung. Der zunehmende Grad an Digitalisierung lässt auch die Anzahl der Schnittstellen und Vulnerabilitäten steigen. Gleichzeitig wachsen die technischen Anforderungen an die Systeme kontinuierlich, aber auch die regulatorischen Vorgaben für Krankenhäuser.

Nachlässigkeiten führen zu Haftungsrisiken für die Organisation ebenso wie für ihre Führungskräfte persönlich. Umso wichtiger ist es, Haftungsrisiken zu erkennen und zu minimieren und in die IT-Sicherheit zu investieren. Das Zukunftsprogramm Krankenhaus sieht vor, dass mindestens 15 Prozent der Fördermittel in die IT-Sicherheit investiert werden müssen und der Stand der Technik in allen Projekten berücksichtigt wird. Digitalisierung ohne Sicherheit – das geht heute nicht mehr.

„An wenigen Orten ist der Nutzen von Digitalisierung so eng verbunden mit der Vulnerabilität, die Technologie mit sich bringt. Krankenhäuser müssen High-Reliability Organisationen sein, doch das können sie nur, wenn ihre digitalen Systeme verlässlich sind und die medizinischen Teams in jeder Situation unterstützen.”

Dr. Benedict Gross, Experte für Cyber Security und Continuity Management bei PwC Deutschland

Der Weg zur Förderung

Krankenhäuser, die Fördermittel beantragen wollen, melden ihren Bedarf gegenüber dem jeweiligen Bundesland an. Die Träger geben dabei an, welche Digitalisierungs- und Modernisierungsprojekte sie planen und welche Mittel dafür notwendig sind. Die Länder entscheiden dann, für welche Vorhaben eine Förderung beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) beantragt werden soll. Das BAS entscheidet über die Förderung, einen Anspruch darauf gibt es nicht. 

Förderfähig sind Vorhaben insbesondere zur Digitalisierung der Prozesse und Strukturen im Verlauf eines Krankenhausaufenthalts von Patientinnen und Patienten. Unter den elf Fördertatbeständen sind zum Beispiel Vorhaben, wie

  • Patientenportale für ein digitales Aufnahme- und Entlassmanagement, die auch einen digitalen Informationsaustausch zwischen den Leistungserbringern und den Leistungsempfängern über den Krankenhausaufenthalt hinaus ermöglichen
  • Systeme zur elektronischen, automatisierten und sprachbasierten Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen
  • Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme zur Steigerung der Versorgungsqualität bei Behandlungsentscheidungen durch automatisierte Hinweise und Empfehlungen
  • Digitales Medikationsmanagement zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit und robotikbasierte Stellsysteme zur Ausgabe von Medikation
  • Krankenhausinterne digitale Prozesse zur Leistungsanforderung und Beschleunigung von Kommunikationsprozessen

Im Vorteil sind Krankenhäuser, die ihr Digitalisierungs- und IT-Portfolio bereits transparent planen und steuern. Das erleichtert nicht nur die Antragsstellung, sondern auch den nächsten Schritt: Auf die erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln muss die Umsetzung von Projekten folgen. Deswegen unterstützt PwC von Beginn an mit multidisziplinären Teams aus Experten mit Fach Know-how und Projektmanagementkompetenz, damit die Ressourcen nicht zum Engpass bei der Umsetzung werden.

Es gibt viel zu tun – wo fangen wir an?

Unter der Initiative “Digitales Krankenhaus” bündelt PwC die Fachkompetenz, um Krankenhäuser bei entscheidenden Transformationsprozessen in Richtung Zukunft zu unterstützen. Digitalisierung und Sicherheit gehen dabei Hand in Hand – von der Analyse des Status quo, der Entwicklung eines strategischen Portfolios, über die Beantragung von Fördermitteln bis zur Umsetzung der Vorhaben. Immer flankierend eine projektbegleitende Betrachtung von Haftungsrisiken und Compliance-Systemen. 

Um ein hohes Maß an Informationssicherheit aber auch Betriebssicherheit zu erreichen, müssen Technologien, Methoden, Prozesse und Mitarbeiter perfekt aufeinander abgestimmt sein. Unser Ansatz für Cybersicherheit und Datenschutz deckt Strategie, Konzeption und Umsetzung vollumfänglich ab. Wir beraten Sie zum Einsatz von IT, planen die Architektur, bauen diese auf und begleiten Sie beim Betrieb. Kurzum: Wir unterstützen unsere Mandanten dabei, ihre Werte angemessen zu entwickeln und zu schützen, damit sie die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen können.

Die PwC-Experten arbeiten in multidisziplinären Teams und können dadurch entlang der gesamten Prozess- und Systemlandschaft eines Krankenhausbetriebs Unterstützung leisten bis hin in neuralgische Spezialgebiete der Cybersicherheit, wie etwa Kryptographie, Künstliche-Intelligenz-Systeme, Threat Intelligence, Cyber Incidence Response oder automatisierte Datenklassifizierung. 

Der erste Schritt? Sprechen Sie uns an. Wir vereinbaren eine Webconference mit unseren Experten, verstehen Ihre Situation und Bedarfe und machen Ihnen einen Vorschlag, wie wir Sie am besten unterstützen können.

Kurs auf die digitale Zukunft des Krankenhausbetriebs

1. Anpassung der (informations)technischen Ausstattung von Notaufnahmen

Die Notaufnahmen sollen an den jeweiligen Stand der Technik angepasst werden. Diese Kategorie ist weit gefasst. So kann zum Stand der Technik auch die Herstellung von Barrierefreiheit von Notaufnahmen oder die Nutzung von robotikbasierten Systemen und Automaten zur Desinfektion gezählt werden. Schwerpunktmäßig auf bauliche Maßnahmen zur räumlichen Ausstattung von Notaufnahmen ausgerichtete Förderung wird weiter über den Krankenhausstrukturfonds abgebildet.

2. Einrichtung von Patientenportalen zum digitalen Informationsaustausch vor, während und nach der Behandlung

Hierdurch sollen nicht nur administrative Prozesse im Krankenhaus entlastet werden, sondern auch die Mündigkeit der Patienten gestärkt und der Komfort gesteigert werden. Sie können qualifizierte Behandlungsentscheidungen in ihrer gewohnten Umgebung treffen, bevor sie sich in ein Krankenhaus begeben.

Realisiert werden kann das über zahlreiche Einzelfunktionalitäten, zum Beispiel digitale Terminvereinbarung, Informationsaustausch mit vorgelagerten Leistungserbringern, digital einsehbare aktuelle Medikation, eine digitale Anamnese oder Patientenaufklärung. Auch sollen Versorgungsbrüche verhindert werden durch die digitale Abstimmung zu benötigter Medikation, Therapie, häuslicher Krankenpflege, Heil- und Hilfsmitteln und weiterer Leistungen, die über das Krankenhaus hinaus gehen.

3. Elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen, Unterstützungssysteme zur Dokumentation

Hier soll vor allem eine digitale, strukturierte syntaktisch und semantisch interoperable Pflege- und Behandlungsdokumentation geschaffen werden. Durch den Einsatz halbautomatisierter und sprachbasierter Dokumentationssysteme sollen Behandlungsprozesse optimiert und die Behandlungsqualität gesteigert werden.

4. Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme zur Steigerung der Versorgungsqualität

Auf Basis der elektronischen Behandlungsdokumentation (siehe 3.), können teil- und vollautomatisierte Entscheidungsunterstützungssysteme implementiert werden. Deren Einsatzspektrum ist weit und wird sich zukünftig noch weiter entfalten, zum Beispiel zur Prüfung von Wechselwirkungen, Abgleich von Checklisten, Implementierung von Leitlinien oder klinischen Pfaden in die IT-Systeme der Krankenhäuser. Auch KI-gestützte Dienste sind denkbar.

5. Digitales Medikationsmanagement inklusive robotikbasierte Systeme

Durch elektronische Medikationsprozesse soll die Arzneimitteltherapiesicherheit gesteigert werden. Das können zum Beispiel zentrale und dezentrale Arzneimittel-Distributions- und Stellsysteme sein, robotikbasierte Systeme und Scansysteme zur Verifikation von Einzelschritten des Medikationsprozesses.

6. Digitaler Prozess zur Anforderung von Leistungen im Krankenhaus

Leistungsanforderungen zwischen Fachabteilungen und Organisationseinheiten zum Beispiel zur Arzneimittelversorgung, apparativer bzw. funktioneller Diagnostik oder labormedizinischer Untersuchungen sollen digitalisiert werden. Das Ziel ist nicht nur eine Steigerung von Effizienz, sondern auch eine Reduktion von Behandlungsfehlern.

7. Abstimmung des Leistungsangebotes mehrerer Krankenhäuser inklusive cloudbasierter IT-Infrastruktur

Durch die Bündelung von Fähigkeiten, zum Beispiel in Form von Krankenhausverbünden, kann es möglich sein, Doppelstrukturen in bestimmten Leistungsbereichen zu bereinigen und stattdessen Leistungsschwerpunkte zu bilden. Dadurch kann die medizinische Behandlungskompetenz erhöht werden. Einrichtungs- und trägerübergreifende IT-Strukturen und beispielsweise cloudbasierte Systeme können bei der zentralen Abstimmung helfen.

8. Onlinebasierte Versorgungsnachweissysteme für Betten

Krankenhaus-Versorgungsnachweise oder Bettennachweissysteme stellen in Echtzeit Informationen zur Verfügung, die insbesondere in Notfällen hilfreich sind. In der präklinischen Versorgung kann dadurch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern sowie Rettungsdiensten, Leitstellen und anderen Akteuren optimiert werden und Patienten gleichmäßig und bedarfsgerecht den verfügbaren Kapazitäten der Krankenhäuser zugeordnet werden.

9. Telemedizinische Netzwerkstrukturen und Anwendungsfälle

Telemedizinische Netzwerke können eingerichtet werden zwischen Krankenhäusern auch unterschiedlicher Versorgungsstufen, ambulanten Versorgungseinrichtungen oder zwischen Krankenhäusern und Rettungsdiensten.

10. Informationssicherheit: Schutz sensibler Patientendaten

Vorhaben, durch die eine Verbesserung der IT-Sicherheit bzw. Cybersicherheit erreicht werden kann. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit des Krankenhauses und Sicherheit der Patienteninformationen sicherzustellen. (Anmerkung: Hier findet sich der Gedanke der „kritischen Dienstleistung“ wieder und der Schutz der besonders sensiblen Patientendaten.)

11. Anpassung von Patientenzimmern für den Fall einer Epidemie

Dieser elfte Fördertatbestand fällt aus der Reihe, da er nicht die digitale Infrastruktur umfasst, sondern eine Lehre aus der aktuellen Pandemie zieht. Gefördert werden Umbaumaßnahmen, mit denen die Patientenzimmer für den Fall einer Epidemie ertüchtigt werden, zum Beispiel durch den Einbau erforderlicher Schleusen vor Patientenzimmern.

„Ich bin sicher, dass Digitalisierung und IT-Sicherheit langfristig die Agenda von Vorständen und Aufsichtsräten in Krankenhäusern bestimmen werden. Cybersicherheit entwickelt sich in rasantem Tempo weiter – ebenso wie die Risiken, denen Unternehmen des Gesundheitswesens ausgesetzt sind. Wer Schritt halten will, muss laufend investieren: auf technischer ebenso wie auf organisatorischer und personeller Ebene.“

Michael Burkhart,Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland

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