Urlaub in Zeiten der Pandemie: Positive Erlebnisse steigern die Reiselust der Deutschen

01 November, 2021

PwC-Umfrage: 44 Prozent der Deutschen sind 2021 bereits verreist / 34 Prozent haben gebucht oder planen dies / Zwei Drittel zieht es ins Ausland / 9 von 10 haben sich sicher gefühlt und würden wieder reisen / Fehlende eigene Corona-Impfung bleibt für 49 Prozent häufigster Stornogrund

Düsseldorf, 1. November 2021

Nach anderthalb Jahren Pandemie mit zahlreichen Einschränkungen und Entbehrungen wächst die Reiselust in Deutschland: Fast die Hälfte der Bundesbürger:innen (44 Prozent) ist im Jahr 2021 bereits verreist; 34 Prozent haben für die kommenden sechs Monate eine Urlaubsreise gebucht oder planen dies. Nur für rund ein Viertel sind Ferien in den kommenden sechs Monaten kein Thema. Urlaub in Deutschland liegt 2021 weiterhin voll im Trend, aber auch Pauschalreisen ins Ausland finden bei den Reisewilligen wieder steigende Resonanz – zumindest, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und eine Quarantäne bei der Rückkehr entfällt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung von 1.000 Menschen in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren im Auftrag von PwC Deutschland, die im September 2021 durchgeführt wurde. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft stellt die Ergebnisse zudem einer vergleichbaren Befragung vom April 2021 gegenüber.

„Nach 18 anstrengenden Monaten der Pandemie haben die Deutschen das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen. Dazu gehören für viele Menschen wieder Urlaubsreisen im In- und Ausland. Die Angst vor COVID-19 als bestimmendes Kriterium bei Reisen tritt aber langsam in den Hintergrund, immer mehr Menschen planen ihren Urlaub unabhängig davon.“

Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Reiseanbieter bekommen gute Noten beim Corona-Management

Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten positive Erfahrungen beim Reisen gemacht. Rund 90 Prozent der Befragten, die 2021 bereits im Urlaub waren, geben an, dass sie sich sowohl bei der Hin- und Rückreise als auch in ihrer Unterkunft am Urlaubsort tendenziell sicher gefühlt haben und wieder reisen wollen. Im April 2021 hatten 15 Prozent der Reisewilligen angegeben, dass eine Flugreise auf jeden Fall für sie in Frage kommt. Diese Pläne setzten sie in die Tat um: In der aktuellen September-Umfrage gaben 24 Prozent an, 2021 mit dem Flugzeug verreist zu sein.

61 Prozent der Befragten beschreiben ihre Erfahrungen im Urlaub in Deutschland, aber auch im Ausland (60 Prozent) als überraschend unkompliziert. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) haben sich von den Reiseveranstaltern gut unterstützt gefühlt. Während noch im Frühjahr die Skepsis vor den eingeschränkten Unterhaltungsmöglichkeiten am Urlaubsort die Reiselust trübte, bestätigten 86 Prozent der Urlauber, dass das vorgefundene kulturelle und gastronomische Angebot den Erwartungen entsprach. 

Bahn und Flugzeug sind wieder mehr gefragt

Die positiven Erfahrungen der Urlauber haben Signalwirkung auf das Buchungsverhalten für weitere Reisen. Hiermit lässt sich das gestiegene Interesse an Flug-, Schiffs- und auch Bahnreisen für das In- und Ausland erklären. Besonders Pauschalreisen in das europäische Ausland haben an Attraktivität gewonnen: Zwei Drittel der Befragten können sich eine solche Reise in den kommenden sechs Monaten vorstellen, elf Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr.

Bei der Wahl der Unterkunft ist das Hotel wieder auf den Spitzenplatz gerückt, es kommt für 77 Prozent der Reisenden infrage (+6 Prozentpunkte). In der Gunst der Urlauber haben auch Ferien- und Clubangebote zugelegt (+7 Prozentpunkte), während der Trend bei Apartments und privaten Übernachtungsangeboten – im Frühjahr noch Urlaubsdomizil erster Wahl – leicht rückläufig ist. 

„Die Reiseveranstalter sind auf einem guten Weg, das Vertrauen der Kunden wieder zurückzugewinnen. Die zuletzt positiven Erfahrungen sorgen für mehr Reiselust, und transparente Stornierungsbedingungen erleichtern die Entscheidung bei der Buchung. In der Pandemie haben die Storno-Bedingungen an Bedeutung gewonnen und einige Ansprüche werden auch künftig bleiben, zum Beispiel der Wunsch nach einer Geld-zurück-Garantie beim Ausfall der Reise.“

Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Stornierungswille wegen fehlender Corona-Impfung unverändert hoch 

Bei den Gründen, die zu einer Stornierung der Urlaubsreise führen würden, gab es kaum Verschiebungen im Vergleich zur Befragung aus dem April: Rund zwei von drei Befragten würden immer noch ihre Reise tendenziell absagen, wenn sie bei der Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müssten oder zu große Einschränkungen am Zielort vorfinden würden. 

„Die Stornogründe der Reisewilligen zeigen einerseits, dass sie lieber auf eine Reise verzichten, wenn das Urlaubserlebnis durch Maskenpflicht, geschlossene Läden oder ein reduziertes kulturelles Angebot zu sehr getrübt wird. Andererseits besteht weiterhin eine große Verunsicherung aufgrund der sich schnell ändernden Regelungen beispielsweise zu Risikogebieten und Quarantänepflichten, was sich vielleicht auch auf die Lohnfortzahlung auswirkt.“

Ingo Bauer,Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Mehr als die Hälfte der Befragten würden jedoch diese Umstände eher nicht zum Stornieren animieren, da sie geimpft sind und sich aktuell sicher fühlen. Dieses Ergebnis könnte aber eine Momentaufnahme sein, denn die Befragung hat auch ergeben, dass vor allem die Gruppe älterer Reisenden überdurchschnittlich häufig eine Stornierung ihrer Reise erwägen würde, wenn sie noch keine Corona-Impfung hatten. Im April 2021 hatten über alle Altersgruppen 52 Prozent eine fehlende Corona-Impfung als Stornierungsgrund angegeben, in der aktuellen Umfrage ist der Wert mit 49 Prozent nahezu unverändert.

„Die Reisebranche kann sich trotz deutlich höherer Impfquote nicht automatisch auf eine Erholung einstellen. In unserer Befragung zeigten sich vor allem die Älteren skeptisch, zu Reisebeginn über einen gültigen Impfschutz zu verfügen. Hier kann auch bereits die Sorge vor einem Nachlassen der Schutzwirkung eine Rolle spielen.“

Ingo Bauer,Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Bedeutung des Ansteckungsrisikos für den Urlaub sinkt deutlich

Nur 38 Prozent der Befragten, die 2021 im Urlaub waren, haben sich sehr unwohl gefühlt und wollen erst wieder reisen, wenn die epidemische Lage vorbei ist. Der häufigste Grund, in den nächsten sechs Monaten keine Reise zu buchen, sind jedoch weder die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus (Rückgang von 58 auf 34 Prozent) oder Einschränkungen am Urlaubsort, die nur noch ein Viertel der Reisenden erwarten – es sind die Finanzen: 44 Prozent sagen, dass sie es sich nicht leisten können. Bei der gleichen Befragung im April 2021 nannten nur 31 Prozent finanzielle Hürden als Reisehindernis.

Gemischte Meinungen zu den 1-2-3-G-Regeln

Geimpft, genesen oder getestet: Trotz anhaltender pandemischer Lage wünscht sich knapp ein Viertel (23 Prozent) der Befragten keine Separierung nach Immunstatus und schließt für sich touristische Angebote von 1G bis 3G aus. Touristische Angebote mit 3G-Regel werden von den Reisewilligen sehr unterschiedlich bewertet. Mehrheitliche Tendenzen gab es in den Antworten der Befragung nicht. 28 Prozent könnten sich einen Urlaub in einer 2G-Reisegruppe und 39 Prozent eine 2G-Unterkunft sowie 34 Prozent ein 2G-Transportmittel vorstellen, schließen aber andere Optionen ohne Unterscheidung nach dem Infektions- bzw. Impfstatus nicht aus. 

„Der Wunsch der Menschen nach finanzieller und gesundheitlicher Sicherheit ist immer noch hoch: Reiseunternehmen müssen diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Punkten können Anbieter deshalb mit klaren und flexiblen Stornobedingungen. Gute Hygienekonzepte gelten mittlerweile als selbstverständlich und rechtfertigen nach anderthalb Jahren Pandemie keinen Aufpreis mehr.“

Ingo Bauer,Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Über PwC: 

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Martin Krause

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