Ausländische Investitionen in deutsche Unternehmen 2021 mit Rekordhoch

19 Januar, 2022

PwC-Analyse zu M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren 2021 / Deal-Anzahl erreicht neues Fünfjahres-Hoch / US-Investitionen dominieren, Anteil europäischer Investitionen steigt weiter / Technologiesektor bleibt im Investorenfokus / Deutlich mehr Private-Equity-Beteiligung an Mega-Deals

Düsseldorf, 19.01.2022

Die M&A-Transaktionen zwischen ausländischen Investoren und deutschen Unternehmen erreichten im Jahr 2021 ein neues Rekordhoch – obwohl das Marktumfeld aufgrund der Coronavirus-Pandemie nach wie vor herausfordernd war. Das ist eines der Kernergebnisse des Berichts „Destination Deutschland. M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren 2021“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland. Die Analyse berücksichtigt alle Zusammenschlüsse, Unternehmenskäufe und -verkäufe, Leveraged Buyouts, Spin-offs, Privatisierungen und Übernahmen von Minderheitsanteilen deutscher Unternehmen durch ausländische Investoren, die zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 15. November 2021 angekündigt wurden.

Deutlich mehr Deals und höhere durchschnittliche Deal-Volumina

Die Zahl der Transaktionen zwischen ausländischen Investoren und deutschen Investoren ist bis zum Stichtag 15. November 2021 im Vergleich zum gesamten Jahr 2020 um 28 Prozent gestiegen, auf nunmehr 1206 Deals (2020: 940). Für das gesamte Jahr 2021 rechnen die PwC-Expert:innen mit insgesamt 1380 Transaktionen; das entspräche einem Anstieg von knapp 47 Prozent. Ebenfalls gestiegen sind die durchschnittlichen Deal-Volumina: von 265 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 302 Millionen Euro bis zum Stichtag 15. November 2021. 

„Deutschland hat sich insgesamt widerstandsfähig zeigt, trotz der anhaltenden Herausforderungen durch COVID-19. Die Investor:innen blickten 2021 wieder deutlich positiver auf die wirtschaftliche Entwicklung. Zusammen mit einigen Nachholeffekten und neu entstandenen Opportunitäten, anhaltend niedrigen Zinsen und Rekordmengen nichtinvestierten Kapitals waren das sehr günstige Bedingungen für die M&A-Branche.“

Steve Roberts, Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland

US-Investoren am aktivsten, Anteil europäischer Investitionen steigt weiter

Wie bereits im vergangenen Jahr investierten 2021 vor allem US-amerikanische Investmentgesellschaften in deutsche Unternehmen. Ihr Anteil war bis zum 15. November 2021 mit 265 Deals und einem Deal-Gesamtwert von 27,8 Milliarden Euro mit Abstand am größten (2020: 155 Deals, Gesamtwert 23,5 Milliarden Euro). Das entspricht 22 Prozent Deal-Anteil und 25,8 Prozent des Gesamtwerts aller Transkationen. Danach folgten Investoren aus Großbritannien (132 Deals, 3,3 Milliarden Euro Gesamtwert, 10,9 Prozent der Deal-Anzahl, 3,1 Prozent des Deal-Werts) und Frankreich (120 Deals, 14,4 Milliarden Euro Gesamtwert, 10 Prozent Prozent der Deal-Anzahl, 13,3 Prozent des Deal-Werts). Dem Trend der vergangenen Jahre folgend ist der Anteil europäischer Investitionen (inkl. Russland) in deutsche Unternehmen 2021 weiter gestiegen, von 612 Transaktionen im Jahr 2020 auf nunmehr 757 Deals mit einem Deal-Wert von 61,3 gegenüber 36,6 Milliarden Euro im Jahr 2020. 

Technologiesektor bleibt am attraktivsten

Besonders häufig investierten die ausländischen Investoren, wie im vergangenen Jahr, in deutsche Technologieunternehmen: Bis zum Stichtag 15. November 2021 fanden in diesem Sektor insgesamt 328 Transaktionen statt – ein enormer Zuwachs um 50 Prozent gegenüber dem gesamten Jahr 2020. 

„Wir rechnen damit, dass sich die hohe Deal-Aktivität im Technologiesektor auch im Jahr 2022 fortsetzen wird.“

Steve Roberts,Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland

Auf Platz 2 der für Investoren attraktivsten Sektoren kam die industrielle Produktion mit 257 Deals bis zum Stichtag, gefolgt vom Handel mit 219 abgeschlossenen Transaktionen. Den mit ca. 61 Prozent deutlichsten Anstieg verzeichnete der Sektor Finanzdienstleistungen (63 Deals ggü. 39 im gesamten Jahr 2020).

Private-Equity-Investoren häufiger an Mega-Deals beteiligt

Ein weiteres Ergebnis lautet: Bis zum 15. November 2021 fanden mehr Mega-Deals (Transaktionen mit einem Wert von mehr als einer Milliarde Euro) statt als im Gesamtjahr 2020: 21 gegenüber 17. Ebenfalls mehr waren es bei großen Deals mit Volumina zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro (38 ggü. 23). 

An acht von zehn Mega-Deals waren bis zum Stichtag 2021 Private-Equity-Investoren (PE) beteiligt – und damit deutlich häufiger als im selben Zeitraum 2020. Damals fanden vier von zehn Transaktionen mit PE-Beteiligung statt. Hauptsächlich beteiligten sich PE-Investoren an kleinen (weniger als 50 Millionen Euro) und mittleren (mehr als 50 bis 250 Millionen Euro Deal-Volumen) Transaktionen mit veröffentlichtem Deal-Wert. Hier lag ihr Anteil bei 84 Prozent bis zum Stichtag 15. November 2021, sechs Prozentpunkte weniger als im gesamten Jahr 2020. 

„Dass Private-Equity-Investoren immer häufiger auch an großen und Mega-Deals beteiligt sind, unterstreicht die wachsende Bedeutung von Private Equity insgesamt. Schreckten vor einigen Jahren manche deutschen Unternehmen mitunter noch vor dieser Investmentform zurück, wird sie immer häufiger zur echten Alternative.“

Steve Roberts,Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland

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Barbara Bossmann

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