Der Reifegrad der internen Kontrollsysteme hat Luft nach oben: Auf einer Skala von eins (niedrig) bis fünf (hoch) bewerten die Befragten den aktuellen Stand mit durchschnittlich 3,3 / weniger als 20 % der Unternehmen haben oder planen den Einsatz von KI im IKS / 52 % der Industrieunternehmen und 28 % der Finanzdienstleister haben ihr Kontrollinventar für das ESG-Reporting bislang nicht angepasst und planen dies erst mittelfristig.
Düsseldorf, 17. Juni 2026
Das aktuelle IKS Barometer – Volume 2 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland zeigt: Die Digitalisierung und Automatisierung interner Kontrollsysteme (IKS) kommt in deutschen Unternehmen nur langsam voran. Trotz wachsender regulatorischer Anforderungen setzen viele Unternehmen weiterhin auf klassische, manuelle Kontrollprozesse. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Potenziale moderner Technologien noch vielfach ungenutzt bleiben – und Unternehmen damit entscheidende Chancen für Effizienz und Kosteneinsparungen verschenken. Dabei sind die größten Herausforderungen fehlende Ressourcen und begrenzte Zeit – viele Teams verschieben Digitalisierungsprojekte im IKS mangels Kapazitäten.
Die Ergebnisse der Untersuchung sind eindeutig: Nur 18 % der befragten Industrieunternehmen nutzen für ihre internen Kontrollsysteme digitale Systeme für Governance, Risk und Compliance (GRC). Im Finanzbereich sind es weniger als ein Viertel.
Auch Automatisierungs-Tools kommen kaum zum Einsatz – ca. 85 % der Finanzdienstleister nutzen bislang keine zusätzlichen Anwendungen, um ihre Kontrollaktivitäten zu automatisieren. Analoge Prozesse dominieren den Alltag, was wiederum Personalaufwand und die „Cost of Controls“ deutlich erhöht. Zum Vergleich: Im Industriebereich kommen entsprechende Tools bei fast jedem zweiten Unternehmen zum Einsatz (49 %). Das Problem: Personal und Zeit sind ohnehin knapp. Schon im IKS Barometer 2022 nannten 94 % der Befragten Personal und Zeit als wichtigste Faktoren für die Digitalisierung des IKS. Aber: Ein Drittel der Unternehmen möchte den Automatisierungsgrad der Kontrollen erhöhen und die „Cost of Controls“ (14 %) senken sowie die Effektivität der Kontrollen (ca. 20 %) verbessern.
„Das IKS Barometer zeigt deutlich, dass viele Unternehmen vielversprechende Potenziale noch nicht ausschöpfen. Insbesondere die Digitalisierung der Kontrollsysteme bleibt oft initiales Stückwerk.“
Die Integration von Nachhaltigkeitsthemen ins IKS bleibt vielerorts eine Aufgabe für die Zukunft: 52 % der Industriebetriebe und ca. 30 % der Finanzdienstleister haben ihr Kontrollinventar für das ESG-Reporting bislang nicht angepasst und planen dies erst mittelfristig. Kontrollen werden häufig erst nach Einführung neuer Prozesse implementiert oder verändert – das birgt Qualitätsrisiken und führt zu Fehlern in der Berichterstattung.
Der Reifegrad der IKS ist insgesamt nur mittelmäßig und hat Luft nach oben: Auf einer Skala von eins bis fünf bewerten die Befragten den aktuellen Stand mit durchschnittlich 3,3. Das verdeutlicht, dass Digitalisierung, Automatisierung sowie die methodische Ausgestaltung der IKS-Prozesse bislang nicht in vollem Umfang zum Einsatz kommen. Dennoch erkennen Unternehmen die Notwendigkeit, ihre Kontrollsysteme zu modernisieren, um die Effektivität zu steigern, Kosten zu senken und die Qualität der Berichterstattung zu verbessern. Investitionen in Know-how und Technologie sind entscheidend, um ein wirkungsvolles IKS aufzubauen.
„Wer jetzt in moderne Technologien und in die Nutzung von PwC Managed Services investiert, schafft die Grundlage für effiziente, transparente und zukunftssichere Kontrollstrukturen – und kann regulatorische Anforderungen wie Third Party Risk Management (TPRM) oder Anforderungen aus dem Digital Operational Resilience Act (DORA) schneller umsetzen und nachhaltig kontrollieren.“
Das „IKS Barometer – Volume 2“ analysiert, wie deutsche Unternehmen aus Industrie und Financial Services ihr internes Kontrollsystem managen und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind. Im Jahr 2025 wurden 163 Unternehmen befragt – von kleinen Betrieben mit weniger als 1.000 Mitarbeitenden bis hin zu großen Konzernen mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Der Großteil der Antworten stammt von Führungskräften, Geschäftsführungen und weiteren Verantwortlichen im IKS-Bereich.
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