Verwaltung im Homeoffice: Die Beschäftigten wünschen sich Mix aus Büro und Heimarbeit

23 März, 2021

PwC-Studie „Homeoffice in der Verwaltung“ / 88 Prozent der Befragten wünschen sich Mix aus Büro und Homeoffice / Mitarbeitende und Führungskräfte sind im Homeoffice zufriedener und weniger gestresst / Adrian Gelep, Senior Manager bei PwC im Fachbereich Öffentlicher Sektor: „Für gute Arbeitsergebnisse braucht man eine hochwertige Ausstattung, technisches Wissen und Vertrauen.“

Düsseldorf, 23. März 2021

Verwaltungsmitarbeitende arbeiten nicht nur im Büro, sondern auch im Homeoffice gut und effizient. Das ist eines der Kernergebnisse der Studie „Homeoffice in der Verwaltung“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) gemeinsam mit der Universität Potsdam erstellt hat. Die Studie analysiert die Arbeitssituation in Behörden auf Landes- und Kommunalebene im Jahr 2020. Ein weiteres Ergebnis: Etwa jeder Zweite meint, er könne seine Aufgaben grundsätzlich auch im Homeoffice erledigen. Allerdings arbeiteten vor dem Beginn der Coronavirus-Pandemie in Deutschland im März 2020 gerade einmal 16 Prozent ganz oder teilweise von zu Hause aus. Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 waren es 73 Prozent. Borries Hauke, Partner bei PwC im Fachbereich Öffentlicher Sektor, sagt: „Um die Möglichkeiten des Homeoffice weiter auszuschöpfen, gilt es, das Momentum zu nutzen.”

Im Herbst 2020 arbeiten 58 Prozent wieder im Büro und nur 15 Prozent verbringen mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Homeoffice. Ein Ende der Präsenzkultur in Behörden ist demnach noch nicht eingeläutet.

„Dies steht im Kontrast zum Wunsch vieler Mitarbeitende und Führungskräfte. Die Studie gibt hier klare Handlungsempfehlungen für den Öffentlichen Sektor.“

Borries Hauke-Thiemian, Partner bei PwC im Fachbereich Öffentlicher Sektor

Der Arbeitsplatz ist da, der Dienst-Laptop fehlt

Nach ihrer Arbeitssituation befragt, sagten knapp drei Viertel der Befragten (74 Prozent), dass sie zu Hause grundsätzlich über einen geeigneten Arbeitsplatz verfügen. Es mangele aber an der technischen Ausstattung durch den Arbeitgeber: Fast jeder zweite (48 Prozent) hat keinen sicheren VPN-Internetzugang. Einen Laptop vom Arbeitgeber nutzt knapp die Hälfte (49 Prozent), ein Job-Tablet hingegen die wenigsten (5 Prozent). Nur jeder dritte (31 Prozent) der Befragten hat Zugang zu E-Akten, Tools für Videokonferenzen nutzt etwa ein Viertel der Befragten (26 Prozent). Und jeder Dritte (34 Prozent) hat im Homeoffice sogar ganz oder teilweise private Technik genutzt.

Hier sollten die Verwaltungen mit flexibel einsetzbarer Technik nachrüsten, sowohl bei der Hardware (beispielsweise mit Laptops) als auch bei der Software und der digitalen Infrastruktur. Der erste Lockdown habe insgesamt gezeigt, dass Digitalisierung und Heimarbeit auch in Verwaltungen möglich sind. Die Qualifizierung der Mitarbeitenden auf allen Ebenen sei dabei besonders wichtig.

„Digitale Kompetenzen, ein hohes Maß an Vertrauen und die Offenheit für Neues sind auf allen Ebenen wichtig für die Digitalisierung. Führungskräfte sollten sich außerdem zu Themen wie agiles Arbeiten, Führen auf Distanz und digitaler Kommunikation fortbilden.“

Adrian Gelep, Senior Manager im Fachbereich Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland

Die Verwaltung ist sich einig: Veränderungen in der Arbeitswelt – wir müssen, wir wollen und wir können

87 Prozent der Befragten sehen in mehr Homeoffice einen entscheidenden Faktor für die Attraktivität der öffentlichen Hand als Arbeitgeber. Etwa zwei von drei Beschäftigten (65 Prozent) glauben, dass sie im Homeoffice genauso effizient oder sogar besser als im Büro arbeiten, 35 Prozent halten ihre Arbeitsergebnisse bei der Heimarbeit für schlechter. Die Führungskräfte sehen das ähnlich (36 Prozent).

Grundsätzlich hat sich die Einstellung zum Homeoffice verbessert, unabhängig vom Alter und Dienstgrad der Beschäftigten und unabhängig davon, ob die Mitarbeitenden Eltern sind: Etwa sechs von zehn Beschäftigten (61 Prozent) wünschen sich mehr Telearbeit, bei den unter 40-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. Diese Altersgruppe war durch die Mehrfachbelastung mit Arbeit, Kinderbetreuung und Homeschooling im Lockdown besonders gefordert.

Hybride Arbeitsformen sind ein Zukunftsmodell

Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) wollen künftig mindestens genauso viel oder mehr im Homeoffice arbeiten, aber auch für bestimmte Aufgaben weiterhin ins Büro fahren. „Diesem Bedürfnis nach Mischformen aus Präsenz und Homeoffice sollten Verwaltungen nachkommen, indem sie die Bedingungen für ein neues Arbeitsmodell in einem umfassenden „Pakt für die Verwaltung von morgen“ schnell aushandeln“, sagt Adrian Gelep, Senior Manager bei PwC. Der Zeitpunkt ist gut, und das gegenseitige Vertrauen bei den Beschäftigten in Behörden und Verwaltungen ist bereits jetzt groß: 84 Prozent der Vorgesetzten vertrauen ihren Mitarbeitenden und 81 Prozent der Beschäftigten glauben, dass ihre Vorgesetzten ihnen vertrauen.

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Melanie Saß

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