Wachstumsmotor der Dax-Industriekonzerne ist das Auslandsgeschäft

13 Juli, 2018

PwC-Analyse: Dax-Industrieunternehmen erwirtschaften 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland / Zwölf der 24 Dax-Industriekonzerne erzielen in den USA einen höheren Umsatz als im heimischen Markt / Handelsstreit und Strafzölle machen alle zu Verlierern

Düsseldorf, 13. Juli 2018

Die 24 im Dax gelisteten Industrieunternehmen erwirtschafteten im Jahr 2017 einen Umsatz in Höhe von 1,209 Billionen Euro. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diesen Zuwachs verdanken die Konzerne vor allem ihren internationalen Aktivitäten: Während die Umsätze im Ausland um sieben Prozent zulegten, stiegen die Erlöse hierzulande nur um zwei Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Seit Jahren steigende Auslandsumsätze 

80 Prozent ihres Umsatzes erzielen die 24 im Dax gelisteten Industriekonzerne mittlerweile außerhalb der deutschen Grenzen (963 Milliarden Euro). Im Jahr 2013 lag dieser Anteil noch bei 76 Prozent. Den höchsten Auslandsumsatzanteil aller Dax-Industrieunternehmen hat Fresenius Medical Care. Das Dialyseunternehmen erwirtschaftet 98 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Bei Adidas und Merck sind es jeweils 94 Prozent. Lediglich zwei der untersuchten 24 Dax-Unternehmen erzielen höhere Umsätze in Deutschland als im Ausland (RWE und E.ON).

12 der 24 im Dax vertretenen Industrieunternehmen erwirtschaften in den USA einen höheren Umsatz als hierzulande.

„Die USA ist der größte Auslandsmarkt deutscher Unternehmen. Deshalb ist der Eingriff durch Strafzölle in die internationale Verflechtung der Wirtschaft auch so gefährlich – und zwar nicht nur für deutsche Unternehmen. Am Ende gibt es nur Verlierer, da ein Großteil der Auslandsumsätze nicht durch Exporte entsteht, sondern durch Wertschöpfung im Zielland: Die Unternehmen investieren in die ausländische Infrastruktur, schaffen dort Arbeitsplätze, leisten Sozialabgaben und zahlen Steuern.“

Dr. Peter Bartels, Geschäftsführer Clients & Markets bei PwC

Kurz- und mittelfristig können andere Absatzmärkte die Beschränkungen des US-Handels nicht kompensieren - auch wenn Länder wie China in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Drei deutsche Dax-Unternehmen (BMW, Infineon Technologies und Covestro) erwirtschaften mittlerweile sogar einen höheren Umsatz in China als in den USA.

Protektionismus gefährdet ökonomisches Gleichgewicht

Aber nicht nur für deutsche Konzerne sind die internationalen Märkte und freien Marktzugänge wichtig. Der Blick auf Unternehmen anderer Länder zeigt, dass Globalisierung und Internationalisierung ein starkes Fundament der Weltwirtschaft bilden. „Protektionistische Tendenzen graben dieses Fundament ab und bringen das ökonomische Gleichgewicht ins Wanken bringen“, befürchtet Peter Bartels. Die nach Marktkapitalisierung zehn größten US-Unternehmen generieren zum Beispiel rund die Hälfte ihrer Umsätze im Ausland, obwohl sie über einen riesigen Heimatmarkt verfügen. Die Top-Ten der Schweizer Industrieunternehmen mit ihrem überschaubaren Heimatmarkt erzielen sogar 90 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Auch einige deutsche Unternehmen erwirtschaften den Löwenanteil ihres Geschäftes im Ausland – das gilt besonders für die Automobilindustrie: VW, Daimler und BMW haben im Jahr 2017 weltweit über 16 Millionen Fahrzeuge verkauft, davon weniger als zwei Millionen in Deutschland.

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