Verbraucher wünschen sich „Hilfe zur Selbsthilfe“ bei der Altersvorsorge

14 März, 2017

Laut einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage von PwC wissen sechs von zehn Deutschen nicht genau, wie hoch ihre Rente einmal ausfallen wird. Mehr als jeder Fünfte befürchtet, im Alter von Armut betroffen zu sein. Sich selbst einen Gesamtüberblick über die eigenen Rentenansprüche zu verschaffen, ist ein komplizierter und langwieriger Prozess.

Eine App als persönlicher „Vorsorge-Manager“ könnte hier für mehr Transparenz sorgen. Gleichzeitig könnte er helfen, Vorsorgelücken rechtzeitig zu erkennen und Bürger so zur Handlung befähigen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle PwC-Befragung.

Vorsorge Manager

„Der Bedarf an einem ganzheitlichen Vorsorge-Management in Deutschland ist hoch“, erläutert Holger Junghanns, Partner und Experte für Digitalisierung im Bereich Financial Services bei PwC. „Fakt ist, dass die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Bislang werden die Bürger weder vom Staat noch von den beratenden Institutionen dazu gebracht, tatsächlich mehr für ihr Alter vorzusorgen.“

Gleichzeitig ist das Vertrauen der Deutschen in genau diese Institutionen nur gering ausgeprägt. Jeder zweite Deutsche vertraut bei seiner Altersvorsorge lieber auf sich selbst. Diesen Fakt bestätigen auch die Umfrageergebnisse, die zeigen, dass lediglich neun Prozent ihrer Hausbank eine Beratungskompetenz zusprechen.

Aktuelles Rentenniveau immer im Blick

In der Befragung konfrontierte PwC Verbraucher mit der Idee eines digitalen „Vorsorge-Managers“, der Status Quo und Bedarf der eigenen Altersvorsorge anschaulich ermittelt. Eine solche Anwendung könnte verlässlich die Höhe der monatlichen Beiträge abbilden, die später als Rente zur Verfügung stehen. Zudem würde sich die App oder Web-Lösung die Daten des Nutzers „merken“ und Veränderungen in der persönlichen Lebenssituation oder die Entwicklung der Rentenansprüche berücksichtigen.

Laut der Befragung, würden nahezu 80 Prozent der Deutschen einen solchen „Vorsorge-Manager“ nutzen, um ihre aktuelle Vorsorge zu prüfen. Fast jeder Fünfte würde eine solche App sogar regelmäßig nutzen, um über die Rentensituation auf dem Laufenden zu bleiben.

Die Möglichkeit einen Gesamtüberblick zu heutigen und künftigen Rentenansprüchen zu haben, gilt laut 42 Prozent der Befragten als wichtigste Funktion der App. Weitere 36 Prozent der Befragten wünschen sich die Abbildung aller drei Vorsorgesäulen – gesetzlich, privat und betrieblich. Knapp ein Drittel wollen ihre Situation anhand verschiedener Szenarien, wie Veränderungen im Zins- oder Rentenniveau, betrachten. Erstaunlicherweise wird ein Vergleich der eigenen Rentenansprüche mit denen von anderen Menschen am wenigsten relevant gewertet (20 Prozent).

„Vorsorge-Manager“ ermöglicht ganzheitliche Beratung

Banken sind beim Thema Altersvorsorge aus dem Blickfeld des Verbrauchers verschwunden. Ein „Vorsorge-Manager“ könnte Instituten die Chance bieten, ihre Beratung ganzheitlicher und bedarfsgerechter auszurichten. „Die Informationen, die der Vorsorge-Manager liefert, können in einem nächsten Schritt auch in die ganzheitliche Beratung einfließen“, sagt Junghanns. „Ein Vorsorge-Manager, eingebunden etwa in das Online-Banking, bietet Banken die Chance, präsenter zu sein und gleichzeitig ihre Beratungsleistung verbessern, um sich den Kundenbedürfnissen wieder anzunähern.“  Schließlich ist der „Vorsorge-Manager“ ein starkes Instrument, um für Banken wichtige neue Ertragsquellen zu erschließen.

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