Jeder Dritte von Identitätsklau im Netz betroffen

11 Dezember, 2016

72 Prozent der Deutschen sind besorgt, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden / Finanzieller Schaden liegt im Schnitt bei 1.366 Euro / Verbraucher sehen Händler in der Pflicht, für Sicherheit zu sorgen

Düsseldorf, 11. Dezember 2016

Gestohlene Kreditkartendaten, gefälschte Accounts in sozialen Netzwerken oder Missbrauch der E-Mail-Adresse für den Versand von Spam: Jeder dritte Deutsche ist schon einmal Opfer von Identitätsdiebstahl im Internet geworden. Drei von zehn Betroffenen haben dadurch einen finanziellen Schaden erlitten. Dieser lag im Schnitt bei 1.366 Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung zum Thema „Cyber Security“ unter 1.000 Bundesbürgern im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Ein Drittel der Betroffenen erleidet finanziellen Schaden

„Der Einkauf im Netz erfordert Umsicht, denn: Mit dem Namen, den Konto- und Kreditkartendaten sowie der Versandadresse hinterlassen Kunden beim Onlineshopping zahlreiche persönliche Daten“, sagt Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und EMEA. Die Umfrage belegt: Je häufiger jemand im Internet einkauft, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden. Von den Befragten, die wöchentlich im Internet einkaufen, war fast jeder zweite schon einmal von Identitätsklau betroffen. Am häufigsten wurde dabei die E-Mail-Adresse als Absender für den Versand von Spam-Mails missbraucht (21 Prozent). Je sechs Prozent berichten, dass mit ihren Daten ein gefälschter Account angelegt wurde oder die Kreditkarten-Informationen gestohlen wurden. Aufgefallen ist den meisten Betroffenen der Betrug, weil sie Rechnungen für Einkäufe erhielten, die sie nie getätigt haben oder weil sie auf ihrem Kontoauszug falsche Abbuchungen bemerkten. Dann ist es häufig schon zu spät: In rund einem Drittel der Fälle von Identitätsdiebstahl erleiden Betroffene einen finanziellen Schaden, der sich im Schnitt auf 1.366 Euro beläuft.

Betroffene passen Einkaufsverhalten an

Als Reaktion auf den Identitätsdiebstahl haben zwei Drittel der Opfer ihr Einkaufsverhalten verändert und agieren nun vorsichtiger: „Betroffene achten stärker auf Sicherheitsvorkehrungen beim Onlinekauf. Sie bevorzugen Bezahlverfahren, bei denen sie keine Kreditkartendaten angeben müssen, also zum Beispiel Kauf auf Rechnung oder über PayPal. Und sie kaufen verstärkt bei zertifizierten und bekannten Onlinehändlern ein“, berichtet Derk Fischer, PwC Cyber Security Experte.

„Nur bei vertrauenswürdigen Anbietern einzukaufen, schützt die Verbraucher auch vor sogenannten Fake-Shops. Denn immer häufiger versuchen Kriminelle, mit betrügerischen Onlineshops bei ahnungslosen Verbrauchern eine Zahlung per Vorauskasse zu verlangen und die versprochene Ware dann nicht zu liefern.“

Derk Fischer, PwC Cyber Security Experte.

Etwa jedem Vierten ist so eine gefälschte Verkaufsplattform schon einmal aufgefallen.

Onlinehandel in der Verantwortung

Die Unsicherheit bei den Verbrauchern sitzt dennoch tief: 72 Prozent der Befragten sind besorgt, beim Surfen im Internet oder beim Onlineshopping Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden. „Bei der Lösung sehen die Verbraucher die Onlineshops in der Verantwortung: Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet von ihren bevorzugten Händlern, dass sie angemessene Sicherheitsstandards einsetzen. Dabei nehmen sie gerne den Mehraufwand in Kauf, der durch Sicherheitshürden bei der Bestellung entstehen kann“, so Gerd Bovensiepen.

Tipps vom Experten

Derk Fischer rät zu erhöhter Wachsamkeit: „Wer sich vorsichtig im Netz bewegt, kann die Gefahren zumindest eindämmen. Zu den wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen gehört es, die Passwörter regelmäßig zu ändern und nicht für mehrere Accounts zu verwenden. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass die Websites der Onlineshops vertrauenswürdig sind. Bei der Installation von Apps und der Software unbekannter Anbieter ist besondere Vorsicht geboten. Und natürlich sollten Verbraucher keine Mails von unbekannten Absendern öffnen oder gar persönliche Informationen preisgeben, wenn sie in einer E-Mail dazu aufgefordert werden.“

Für die Studie „Identitätsklau – die Gefahr aus dem Netz“ befragte PwC 1.000 repräsentativ ausgewählte Internetnutzer im September 2016.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.pwc.de/de/handel-und-konsumguter.html

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